Archiv für den Monat: Dezember 2020

Bis irgendwann

Frohe Weihnachten, frohe Feiertage!

Wer nicht weiß, was er über die Zeit hinweg tun kann, kann ja ein Buch lesen. Andere Autorinnen würden nun eifrig schreiben: „Lest meine, lest meine!“, aber so wichtig nehme ich mich nicht. Lest lieber was wirklich Tolles: z. B. „Gedanken und Erinnerungen“.

Vor diesem Buch habe ich kapituliert …

Normalerweise breche ich ungern Bücher ab. Entweder lese ich sie zu Ende, oder, wenn ich denn aufhöre, hege ich trotzdem die Absicht, eines Tages weiterzulesen.

Doch diesmal habe ich ein Buch gefunden, bei dem ich vermutlich nie mehr weiterlesen werde.
Es ist das Buch eines US-Amerikaners über die Mongolen.

Es war kostenlos. Obgleich das toll ist, ist es auch bedenklich, denn das könnte darauf hindeuten, dass das Buch schon sehr alt und der Inhalt deshalb gemeinfrei ist. Was Bücher über Geschichte betrifft, ziehe ich jüngere Werke vor, also Veröffentlichungen aus den 80ern und aufwärts. In älteren Büchern werden die Ereignisse nicht so präzise und ausführlich wie heute dargestellt, sondern mehr erzählerisch oder romanhaft anmutend. Quellenkritik ist weniger ausgeprägt, und bisweilen ist es nicht zu übersehen, dass der Autor Sympathien für gewisse Seiten und Parteiungen hegt – für andere dagegen nicht.

Aber für einen ersten Überblick über mongolische Geschichte passt das schon, dachte ich.

Das Buch begann mit einem Vorwort, das zugleich Nachruf auf den Autor war. (Das ist natürlich traurig. Doch der Autor hatte das Glück, den Wunsch jedes Schreibenden erfüllt zu sehen: hochangesehen zu sein für sein Schaffen.)
Schon bei der Lektüre dieses Vorworts kam mir der Verdacht, dass das Buch älter sein könnte als gedacht: Formulierungen, Wörter und die Geisteshaltung deuteten auf eine frühere Zeit hin. Ich dachte mir: Vielleicht 40er?
Dann kam ich ans Ende des Vorworts und erfuhr dort auch den Namen desjenigen, der das Vorwort geschrieben hatte: Theodor Roosevelt. 1907.

So viel dazu. Ich fing also an mit dem eigentlichen Buch. Eines muss ich sagen: Ich will ja immer so viele Fakten und Namen wie möglich … Die habe ich bekommen. Das Buch liest sich wie die alten Sagas oder wie die Stellen in der Bibel, in denen die Ahnenlinien aufgeführt werden. Man erfährt zuerst, wie die Vorfahren von Tschingis Khan hießen, wer wann seinen Bruder erschlug, wer wem Frau und Pferde stahl, wer dann welchen Sohn hatte, der wiederum seinen Vetter erschlug und dessen Frau und Pferde stahl usw. Zudem wird oft ye und thou und thee verwendet.
Zuerst hoffte ich, dass das Buch irgendwann den Heldensagen-Stil aufgeben und sich zu einer historischer Abhandlung wandeln wurde. Aber nach 20 Prozent ist es immer noch nicht so weit. Ein paar Sprünge in spätere Kapitel haben gezeigt, dass es immer so weitergeht. Könnte es sein, dass das die Übersetzung eines älteren mongolischen Werks ist? Dann würde mich die Authentizität freuen.

Es war auf jeden Fall interessant, einmal einen Einblick in mongolische Überlieferung zu bekommen. Aber um sich über diese Epoche zu informieren, bevorzuge ich dann doch modernere Werke. Deshalb habe ich das Buch abgebrochen.

Und hier sind die Bücher, die ich (bis zum Ende) gelesen habe:

Herrschersakralität im Mittelalter von Franz-Reiner Erkens
Manchmal stoße ich auf Bücher, bei denen ich schon beim Titel denken muss: „Das ist ja, als wäre es eigens für mich geschrieben worden!“
Bei diesem Buch war es genauso. Es liegt absolut auf meiner Wellenlänge, wie jedem, der meine Bücher kennt, offensichtlich ist. 🙂
Natürlich ist das Buch vom Kohlhammer-Verlag. Als ich es im Buchladen abholte, wurde ich gefragt, ob ich eine Rechnung dafür brauche. Haha, nein, nein! Ich lese all diese Sachen nicht beruflich, sondern zum Vergnügen. Im Übrigen wäre das geradezu dreist, wenn ich alle meine Bücher steuerlich absetzen wollte: 30 Bismarck-Biographien! Da würde jeder Steuermensch sagen, dass hier nicht Notwendigkeit vorliegt, sondern entweder Sammelleidenschaft oder Unverständnis. Denn wer nach 5 Biographien das Thema noch nicht begriffen hat, wird’s auch nach 30 nicht kapieren! Hehe …

In diesem Buch über Herrschersakralität standen ein paar niedliche Anekdoten über den heiligen Guntram. Außerdem wurde darin das mysteriöse germanische „Königsheil“ behandelt. Das Ergebnis: Die Vorstellung, dass diese mystische Aura alle Taten des Herrschers umgebe und auch verlorengehen könne, was dann die Notwendigkeit seiner Opferung nach sich ziehe, entspricht wohl kaum der damaligen Ansicht. Es war mehr eine vage Vorstellung von einem nicht sehr konkreten Herrscherglück.
Tatsächlich gibt es (bis auf nordgermanische Quellen bei Saxo, die freilich näherer Betrachtung auch nicht standhielten) nur eine einzige Quellenaussage, die diese spätere Definition des Königsheils als mächtigen Faktor der Monarchie stützt bzw. zu stützen scheint. Das Bemerkenswerte daran: Diese Aussage bezieht sich auf die Burgunder. (Sie sind überall!) Ein römischer Chronist schrieb, dass sie (ähnlich wie die ptolemäischen Ägypter) ihren König bei schlechten Ernten oder Niederlagen zu opfern pflegten. Der explizite Hinweis des Chronisten auf die Ägypter lässt vermuten, dass der Chronist hier nur sehr vage Kenntnisse hatte.
(Da ich das Buch bereits ins Regal geräumt habe und keine Lust habe, es wieder hervorzuholen, kann ich leider nicht hinschreiben, wer der Chronist war.)
Diese hiermit stark entkräftete Theorie von Königen, die geopfert worden seien, um die Götter wieder zu versöhnen, war mir (in ihrer alten Form) schon bekannt. In zwei meiner Bücher hat sie (ebenfalls gemäß alter Quellenlesart) ja Spuren hinterlassen, denn sie bietet natürlich große Dramatik: in Worms 2 bei der Schilderung des Szepters, und im bald erscheinenden „Königin der Ruinen“.
Beide Bücher beziehen sich selbstredend auf die Geschichte der Burgunder bzw. sind davon inspiriert. Dass nun diese ganze Opfer-Sache, von der ich dachte, sie hätte mehrere Stämme betroffen, ebenfalls nur mit den Burgundern in Verbindung gebracht wurde, finde ich sehr bemerkenswert.

Die Zähringer von Thomas Zotz
Kohlhammer-Verlag natürlich!
Es gibt keine andere aktuelle Gesamtdarstellung über die Zähringer; wer sich also über diese Dynastie informieren will, ist hier genau richtig. Ich fand es schön, endlich etwas erfahren zu können über die Familie der Bertolde, die im Investiturstreit eine solch große Rolle spielte, als Stadtgründer im Breisgau und in Burgund hervortraten und unter den Staufern ebenfalls politisch bedeutend waren. Als Rektoren von Burgund (und Erben der Rheinfeldischen Güter) hatten sie ihr Machtzentrum im Südwesten des Reiches und im Arelat. Dementsprechend legte diese Monographie einen Teil ihres Schwerpunkts aufs mittelalterliche Königreich Burgund und seine Verflechtungen mit dem Reich. Das gefiel mir nicht nur aus naheliegenden Gründen, sondern auch in Anbetracht der in vielen anderen Büchern recht kargen Informationen über das zumeist wenig beachtete Arelat: In den meisten Büchern, die ich besitze, werden die Beziehungen zwischen dem Königreich Burgund und dem Regnum Teutonicum gemeinhin nicht genau dargestellt, und manches Mal entsteht gar der Eindruck, als habe erst Friedrich Barbarossa Burgund dem Reich hinzugewonnen und somit die in der Forschung fast schon sprichwörtliche „Trias der Reiche“ begründet. (Dabei war es Konrad II., der, von den Vereinbarungen des Welfen Rudolf III. mit seinem Amtsvorgänger Heinrich II. profitierend, die Nachfolge im Königreich Burgund antrat.) Erfreulicherweise erhellt dieses Buch über die Zähringer, wie sich Burgunds Beziehungen zum Reich in der Zeit zwischen Konrad II. und Friedrich I. gestalteten.

Außerdem habe ich so einen Fantasyroman gelesen. Auf Deutsch! Unglaublich! Das gab es ja seit Jahren nicht mehr, denn auf Deutsch lese ich Nicht-Fachbücher grundsätzlich nur, (Snob-Modus an) wenn sie von den Großen stammen. (Snob-Modus aus)
Oh, und irgendwann musste ich 2019 mal einen Fantasyroman lesen, aus Höflichkeitsgründen. Der war auch nicht von einer Großen geschrieben, nein, nein …

Das Buch von W. Epkenhans über den Deutsch-Französischen Krieg
160 Seiten. Ich habe es an einem Tag gelesen, aber es enthielt auch nicht viel Neues, sondern diente mir nur zur Rekapitulation. (Ich habe schon Bremm und Herre dazu gelesen, deswegen war mir das meiste bekannt.)

Bilder der Kaiserzeit von Viktoria Luise von Braunschweig
Einfach super.

Ein Buch über Russische Geschichte (C. H. Beck Wissen)
Das Buch schildert im ersten Drittel die Geschichte in groben Zügen und chronologisch, bevor es sich in den verbleibenden zwei Dritteln dann strukturellen Änderungen widmet. Ich persönlich bin ja der ultimative Fan von Jahreszahlen und Personen und hätte es vorgezogen, wenn der erste Teil länger und drum ausführlicher gewesen wäre, aber das ist Geschmacksache. Und dazu sind ja die typischen 1000-Seiten-Russland-Bücher da!

Salz der Erde von Papst Benedikt XVI.
Das ist ein Interview-Buch, soll heißen, die Antworten des Papstes sind mündlich gegeben worden. Und ihr könnt mir glauben: Der Papst redet so, wie andere nicht einmal in ihren intellektuellsten Stunden schreiben können! – Parallel lese ich ein Buch, das der Papst geschrieben hat, wirklich geschrieben, mit Bleistift – und da er schon im Gespräch komplexe, elegante Sätze formen kann, ist ein Buch von ihm natürlich noch weitaus anspruchsvoller und komplexer.

Kriegsherren der Weltgeschichte

C. H. Beck.
Das war eines der allerersten Bücher über Geschichte, das ich mir gekauft habe, damals, vor langer, langer Zeit. Sie liegt so fern und weit, die alte Jugendzeit! Allerdings habe ich das Buch damals nicht gelesen, da es mir dann doch zu schwierig war. Jetzt verstehe ich auch warum: Man braucht schon eine solide Basis historischer Bildung, um damit was anfangen zu können.

Dieses Buch widmet sich in jeweils einem Kapitel 22 Personen, die eine militärisch wie auch politisch bedeutende Stellung innehatten. Dabei sind die Kapitel nicht als typische Kurzbiographien konzipiert: Bei einigen Kriegsherren fehlt z. B. der Bezug auf ihr persönliches Leben, Familie usw. Der Mittelpunkt dieser Darstellung ist wirklich die Person und ihr möglicher Aktionsradius im Geflecht von Politik und Militär. Bei Hannibal wurde nicht einmal erwähnt, wie er dann gestorben ist. Ich wusste es zwar früher, aber habe es wieder vergessen. (Ja, ja, Antike ist halt nicht mein Lieblingsgebiet.) — Hier sind die Schlüsse, die ich aus der Lektüre dieses Buches für mich selber gezogen habe:

  • Xerxes I., Hannibal, Caesar: Ein Geschichtsfan wie ich sollte wirklich einmal wieder etwas über die Antike lesen … Aber das Mittelalter und die alten Preußen und Österreicher sind mir viel lieber!!!
  • Mark Aurel wird nie zu meinen Lieblingspersönlichkeiten gehören. Stoiker liegen mir geistig und emotional unermesslich fern. Neurotiker liegen mir viel näher. Damit kenn ich mich aus.
  • Tschingis Khan: Ich weiß einfach zu wenig über die Mongolen. Zwar habe ich einmal das C.H.-Beck-Wissen-Buch gelesen, aber ich habe nicht viel davon im Gedächtnis behalten.
  • Karl XII.: Spannend. Ich muss mehr über Schweden lesen.
  • Alter Fritz: Warum nur beginnt sein Kapitel mit dem Hinweis des Autors, dass man in einem Buch über Kriegsherren wohl kaum den Alten Fritz vermuten würde? Ich meine: ???? Wen, wenn nicht ihn?
  • Das Kapitel über Wilhelm I. enthielt nichts Neues für mich. Hurra!
  • Xixi: Ich möchte wieder einmal etwas über das chinesische Kaiserreich lesen und möchte mich auch näher mit der neueren chinesischen Geschichte befassen. Dazu weiß ich für meine Verhältnisse nämlich zu wenig.
  • Alexander der Große: Er führte also nur aus persönlichem Groll seine Armee durch die Wüste zurück nach Hause, statt den weitaus besseren Weg durch weniger unwirtliche Regionen zu wählen? Und der steht in allen „Rankings großer Feldherren“ auf Platz 1? Also bitte; wenn er auch nie besiegt wurde, dann fehlte es ihm, wie diese Entscheidung beweist, doch definitiv an einer der wichtigsten Fähigkeiten des Feldherrn: an Vernunft!
  • Tecumseh: Das war der einzige, den ich noch nicht kannte bzw. vergessen hatte, wer das war, da ich immerhin vor Jahren ein Buch über Geschichte der USA gelesen hatte.
  • Lincoln: Mit dem Bürgerkrieg muss ich mich auch einmal näher auseinandersetzen. (Es gibt da übrigens auch einen Roman, den ich sehr mag, und der zu dieser Zeit spielt. Er hat viele problematische Elemente – doch er hat auch eines der bemerkenswertesten Figurenpaare der Literatur. Nein, Ashley ist keiner von diesen beiden.)
  • Napoleon I.: Ich muss irgendwann ein Buch über ihn lesen, nicht bloß welche kaufen. Aber ich mag ihn halt nicht …
  • Maria Theresia war auch dabei. Sie ist mir schon seit ich sie kenne sympathisch, und ich sollte einmal die große Biographie von Stollberg-Rilinger lesen, die schon im Regal steht.
  • Die Kapitel über E. L. und P. v. L.-V. aus dem I. WK waren sehr interessant.
  • Natürlich gab es auch Kapitel zu drei Diktatoren.
  • Das Kapitel über Nixon habe ich als einziges nicht gelesen.

Der unglückselige Kaiser ist fertig

Gerade eben habe ich das Buch zu Ende abgetippt! Eine Zeitlang ging es ja nur sehr schleppend voran und machte keinen Spaß, aber heute und gestern habe ich mich richtig ins Zeug gelegt. Heute habe ich dann sogar 6700 Wörter abgetippt, was für mich sehr viel ist.

Jetzt ist es also fertig, und ich muss sagen, es ist ein sonderbares Buch. Die Kernidee ist, davon überzeugt mich niemand, wirklich toll (zumal ich jetzt nicht die besten oder originellsten Ideen habe, sondern meine Stärken, wenn ich denn welche habe, eher in der Charakterisierung von Figuren/Darstellung von monarchistischen Gesellschaften sehe), doch eigentlich würde die Kernidee am besten in ein zeitgenössisches Setting passen. Mit Internet, mit Polizei, mit demokratisch gewählten Regierungen … Aber weil mir das moderne Leben nicht liegt, blieb mir keine andere Wahl, als diese Idee in eine historisch verbrämte Welt zu versetzen. Falls jemand anders an dieser Handlung Interesse finden und einen modernen Thriller daraus machen wollen würde, fände ich das total cool! Man sollte mich nur netterweise vorher informieren und mich vielleicht irgendwo im Nachwort oder so erwähnen. 🙂

Jetzt höre ich auf. Morgen schreibe ich einen Blogartikel über die Bücher, die ich jüngstens gelesen habe. Als Belohnung lese ich nun noch weiter an dem Buch über russische Geschichte (900 Seiten! Hurra!) und an einer Fanfiction-Geschichte. Es handelt sich ausnahmsweise nicht um eine Geschichte von mir, sondern um was auf Englisch über einen bekannten Fantasyroman. Und tschüs!

05. Dezember 2020

Das neue Projekt kommt nur langsam voran. Irgendwie ist das Abtippen hier sehr fordernd, soweit es die Konzentration betrifft. Das liegt möglicherweise daran, dass ich dieses Buch im Sommer 2019 zu Ende geschrieben hatte und mich seitdem nicht mehr damit beschäftigt habe. Dementsprechend ist es, als würde ich eine, mir nur in Grundzügen noch bekannte, fremde Geschichte abschreiben.
Vermutlich wird das Buch auch wieder 110 bis 120 Seiten haben.
Ich weiß nicht wirklich, ob ich diesen Roman für gelungen halten soll. In typischer Vogel-Manier ist er sehr speziell. Aber egal. Die Huwelreich-Romane sind nicht die Romanreihe, die eine große Leserschaft anspricht.

Heute ist Nikolausabend. Obwohl ich schon längst groß und erwachsen bin, habe ich trotzdem ein Geschenk bekommen. 🙂 Nämlich „Salz der Erde“, das bekannte Interview-Buch mit Papst Benedikt, als er noch Kardinal war. Natürlich habe ich mir das Buch, wie sollte es auch anders sein, explizit gewünscht …

Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich eine mysteriöse Krankheit

2019 war ich drei Wochen lang krank. Am 26. November ging ich gesund zu Bett und wachte am 26. November krank auf. (Nein, das ist kein Fehler im Datum …) Husten, Fieber, Rachenentzündung, Erschöpfung waren alle dabei. Die ersten Tage war der Husten so stark, dass er mich drei Nächte am Stück nicht schlafen ließ. Auch tagsüber konnte ich nichts mehr machen, nur im Bett liegen und, wenn überhaupt, Youtube-Filmchen schauen. Sobald ich einmal auf war und hin und her ging, war ich schon wieder fertig wie nach riesiger körperlicher Anstrengung.

Später kam dann noch was mit den Bronchien oder so dazu, sodass ich nicht einmal mehr reden konnte.

Meine Mum sagte, sie habe in ihrem ganzen Leben noch nie solch eine Krankheit gesehen (und sie ist Mutter von dreien), und selbst die alten Schwaben in meiner Verwandtschaft verzichteten darauf, mit den üblichen Sprüchen à la „Du bist eben nicht hart und zäh wie ich“ aufzuwarten. Das will was heißen!

Aus Angst, dass ich meine Schwarzköpfchen anstecken könnte, ließ ich sie dann zwei Wochen lang von meiner Mum versorgen. Das hat sie sehr gut gemacht; wohl niemand sonst hätte es vermocht, meinen höchst pedantischen Anweisungen beim Köpfchenversorgen Folge zu leisten und sie derart korrekt zu erfüllen, dass ich zufrieden war. Nach zwei Wochen, als es mir etwas besser ging, machte ich es wieder selber. Aber meine Sorge, die Kopfis anzustecken, war immer noch riesig – da kam meiner Mum die Idee, dass ich einen Mundschutz tragen könnte. Maske, im Dezember 2019.
Und das habe ich dann natürlich gemacht. Andere mögen sagen, das sei lächerlich – ich als Köpfchenherrin Köpfchenbedienstete war stolz darauf! Das zeigt, wie sehr ich sie liebhabe.

Irgendwann war ich dann beim Arzt, und der sagte, dass ein solch aggressiver Husten zur Zeit herumginge. Aha.
Ich fragte ihn auch, ob ich meine Haustiere anstecken könnte. Da war er amüsiert und versicherte mir, dass die Viren nicht solch unterschiedliche Arten heimsuchen. Zum Glück! Entwarnung für die Köpfchen.

Das alles geschah im November/Dezember 2019.
Nun gibt es diverse Forschergruppen, die den Ausbruch des SARS-CoV-2 irgendwann zwischen September und Dezember veranschlagen.
Insofern wäre es also nicht unmöglich, dass ich schon 2019 Corona hatte. Oder? Aber sicher wissen kann man’s freilich nicht.

(Auch wenn die Theorie von den ansteckenden Oberflächen inzwischen überholt ist: Dass ich mir 2019 immer Füller aus China schicken ließ, infolgedessen bei mir immer dutzende kleine niedliche graue Päckchen landeten, führte im Januar oder Februar natürlich dazu, dass mir die typischen harten Schwaben scherzhaft den unabsichtlichen Virus-Import unterstellten …)

Das neueste Cover wird – orange!

Ich denke, ich schreibe fast jeder/jedem aus der Seele, wenn ich sage: „Wo ging die Zeit hin???“ Vor kaum ein paar Wochen begann Corona, und jetzt ist schon Dezember!

Wie immer habe ich mir ein paar Bücher gekauft – die letzten für dieses Jahr – und bis auf eines sind sie alle angekommen:

  • Bilder der Kaiserzeit: Ein Bildband von Viktoria Luise von Braunschweig
  • Bismarck-Briefe, herausgegeben von Hans Rothfels. Meine bisherigen Briefausgaben von Bismarck enthielten entweder Briefe an Wilhelm I., an seine Frau Johanna oder an seine Schwester Malwine. In diesem Buch sind nun zusätzlich Briefe an seinen Bruder, seine Schwiegereltern und sonstige Weggefährten wie die Gerlachs enthalten. Ich finde es sehr interessant, zu erfahren, wie Bismarck auch mit diesen Menschen umging.
    Auf Amazon kostet das Buch 40 Euro. Ich habe es gebraucht für 4 Euro bekommen.
    Einzige Besonderheit: Es ist in Fraktur. Das ist zwar kein Hindernis, macht die Lektüre aber natürlich schon etwas langsamer …
  • Und dann habe ich noch ein weiteres Buch bestellt, auch mit Briefen vom Eisernen Kanzler.

Wer in letzter Zeit des Öfteren auf meinen Blog gekommen ist, wird sich wohl fragen, ob ich auch noch andere Themen außer dem Deutschen Kaiserreich habe. – Ja, in der Tat. Mein Interesse für Geschichte durchläuft verschiedene Phasen; mal steht das eine Lieblingsthema im Vordergrund, dann das andere, und danach das nächste, immer im Kreis. Ein Auf und Ab wie bei der Konjunktur. Im Sommer waren zum Beispiel wieder einmal die Salier und der Investiturstreit dran.

Mein neuestes Buch hätte ja eigentlich „Ein Galgen für den Kaiser“ heißen sollen. Ich fand den Titel wirklich toll; durch die lapidare Verknüpfung dieses ehrwürdigsten aller weltlichen Ämter mit einem Hinrichtungsinstrument weckte er Interesse durch die Schaffung von kognitiver Dissonanz. Außerdem dachte ich, es sei eindeutig, dass der dazugehörige Roman eher Richtung Anspruch tendiert.

Doch je mehr ich mich mit dem Buch wieder befasste, je mehr ich beim Abtippen wieder in die Geschichte zurückkehrte, umso unsympathischer wurde mir der Titel. Inzwischen klingt er für mich eher sarkastisch und lässt auf einen kaiserfeindlichen Inhalt schließen. Das passt selbstredend nicht, denn natürlich wird besagter Kaiser, wie die überwältigende Mehrheit aller Monarchen in meinen Büchern, positiv dargestellt.
Also suchte ich nach einem neuen Titel. Und ich habe einen gefunden!
„Der unglückselige Kaiser“

Super, gell? Der Titel ist noch nicht vergeben. Wenn man das bei Google eingibt, erscheinen allerdings Bücher, die, so meint die Suchmaschine, auch dazu passen: eine Biographie über Karl V. (hab ich schon), „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ (ist vergriffen, erscheint am 15. Dezember in zweiter Auflage, habe ich schon vorbestellt) und ein zeitgenössisches Buch über Kaiser Wilhelm II. und seine ersten zehn Jahre der Regierung (ich habe wirklich genug Bücher und ich brauche keine weiteren wirklich nicht aber auf Booklooker gibt es das voll billig aber ich kann nicht einfach jedes Buch kaufen das ich will das wären ja dann alle und – jetzt liegt es im Warenkorb.)

Ja gut, das neue Buch hat also einen anderen Titel. Meine beste Testleserin hat schon lange darauf hingedeutet, dass sie den ursprünglichen Titel nicht für optimal hielt. Man sollte halt immer auf seine Mum hören.

Alsdann musste ich das Cover ändern. Das bisher vorgesehene passte nicht mehr zum neuen Titel, weder thematisch noch vom Design her. (Es war eine Krähe vor weißem Hintergrund, und die Krähe war total süß und verwuschelt und putzig!)
Das neue Cover ist hauptsächlich orange! Diese Farbe hatte ich noch nie. Zwar haben manche Bücher ähnliche Farben (Der Kaiser von Huwelreich, Worms 1,5 und Worms 3), aber bei denen empfinde ich die Gelbtöne als dominierend. – Völlig orange also. Jetzt fehlen in meiner Covergalerie nur noch die Farben Violett und Pink. (Hm. Es wird schwierig, ein für mich typisches Buch zu schreiben, das ein pinkes Cover rechtfertigt. Untergänge, Narzissten und Kaiserzitate wollen sich nicht so recht damit vertragen.)

Auf dem Cover ist zudem ein fliegender Adler zu sehen. Das heißt, dass ich es, anders als die bisherigen Cover, meinen Schwarzköpfchen nicht zeigen kann, sonst bekommen sie Angst. Sie haben auch Angst, wenn man ein Pflaster am Finger hat; und irgendwann im Jahr 2019 hatte ich eines Abends holographischen Nagellack aufgetragen – was dazu führte, dass der Blaue Baron, als ich das Wasser wechseln wollte, schreiend und in größter Panik im Käfig herumflog. Noch am selben Abend habe ich den Nagellack wieder abgemacht … Die Buchcover, auf denen Feuer zu sehen ist, mögen sie übrigens auch nicht so besonders.

Nun seid ihr auf dem neuesten Stand.