Archiv für den Monat: September 2018

Titel-Casting: Das große Finale!

Heute ist es soweit: Wir enthüllen den Titel für meinen neuen Roman! Ab heute wird das Projekt nicht mehr kryptisch „KvB“ heißen, sondern einen richtigen Namen haben!

Nur noch zwei potentielle Titel sind im Rennen:
Der Kaiser von Berlin
und
Der König von Burgund

Wer kommt auf das Cover meines neuen Romans?

Wovon wird mein neuer Roman handeln?

Der Kaiser von Berlin:

Beinahe hätte das Leben dieses preußischen Prinzen und künftigen Königs gleich am Tag seiner Geburt wieder geendet, denn kaum war er auf der Welt, atmete er schon nicht mehr. Die Hebamme Fräulein Stahl war es, die ihm mit einem Handtuch so kräftige Schläge gab, dass er wieder zu Bewusstsein kam.
Der Arzt hatte bei der schweren Geburt Wilhelms linken Arm irreparabel verletzt – der Arm blieb sein Leben lang verkürzt, selbst eine normale Benutzung von Messer und Gabel war Wilhelm nicht möglich.

Seine narzisstische Mutter verzieh ihm diesen Makel nie, und bestrafte alle kindliche Zuneigung mit Bitterkeit und Kritik. Noch Jahre später erzählte Wilhelm dem russischen Außenminister, dass ihn seine Eltern nie geliebt hatten. Der russische Außenminister war weniger mitfühlend als vielmehr befremdet.

Seine Großeltern väterlicherseits hatten ihn dafür umso lieber, denn sie waren keine Geringeren als Wilhelm I. und Augusta, Kaiser und Kaiserin des Deutschen Reiches.

Am 15. Juni 1888, nach dem frühen Tod seines schwerkranken Vaters, bestieg Wilhelm im Alter von 29 Jahren den Thron. An seiner Seite: Fürst Otto von Bismarck, Kanzler und Genie, Architekt der deutschen Einheit von 1871 und Meister der Bündnispolitik. (Nach anderer Lesart: „Dämon“, Unterdrücker und Kriegstreiber, Machiavellist und Ränkeschmied.)

18. März 1890: Nach verschlungenen Intrigen wurde Bismarck nahegelegt, sein Rücktrittsgesuch zu verfassen. Das letzte. (Es war das einzige von mehr als einem Dutzend Rücktrittsgesuchen, das angenommen wurde.)
Als „Alter im Sachsenwald“ wütete er fortan gegen den Kaiser, legte testamentarisch fest, dass auf seinem Grabstein nur „Fürst von Bismarck, ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms I.“ stehen sollte, und veröffentlichte in einer ihm treuen Hamburger Zeitung geheime Staatspapiere. Man wecke niemals den Zorn eines Bismarck!

Wilhelm II. ließ das Bündnis mit Russland auslaufen, band sich noch enger an Österreich-Ungarn, schickte Transvaals Ohm Kruger ein Glückwunschtelegramm zur erfolgreichen Zurückschlagung des Jameson-Raids, wurde daraufhin von den internationalen Medien verdammt für die Beglückwünschung; stieß mit seinen Reden Leute vor den Kopf, erklärte seinen Soldaten gleich nach der Thronbesteigung, dass sie im Falle eines Falles selbst auf ihre Väter und Brüder schießen müssten; war Wagnerfreund, gewann Kolonien; er verhinderte nicht den Völkermord an den Herero und Nama, er entsetzte die Weltöffentlichkeit mit der Hunnenrede, er war ein Jäger furchtbaren Ausmaßes, er kümmerte sich nicht um Standesschranken; als er einmal bei einem Besuch in Deutschlands Osten erfuhr, dass ein Dorf drüben in Russland völlig niedergebrannt war, fuhr er kurzerhand hin und schenkte den obdachlosen Bauern Geld für den Wiederaufbau; in der Weihnachtszeit schritt er mit dem weißen Mantel und dem Adlerhelm auf dem Kopf durch Berlins Straßen und verteilte Geld an Arme, und er erklärte noch im Exil: „Ich habe den Krieg nicht gewollt.“

Vielfältig interessiert, sprunghaft und intelligent – er entwarf Uniformen, leitete Ausgrabungen, malte und zeichnete, entwarf eine Eschenbach-Statue für das Wagnerdenkmal in Berlin, schrieb Bücher, erfand die Wattestäbchen, führte Wetterbeobachtungen, dirigierte, ohne Dirigieren gelernt zu haben, wusste alles über Schiffe, wollte „sein eigener Bismarck“ sein, und im Kriege wurde er immer mehr zu einem Schattenkaiser, an die Wand gedrängt von der mächtigen OHL. Über seine Rolle beim Ausbruch des Weltkrieges wurden schon tausende von Seiten geschrieben, und noch immer besteht kein Konsens unter den Historikern. Er träumte noch im Exil davon, dass er wieder zurück auf den Thron gelangte, und sah schon seine Chancen steigen mit einer neuen aufsteigenden Partei – zumal einer der Partei-Granden ihm versicherte, sie wollten die Monarchie wiedereinführen. Wir wissen, was geschah, und auch Wilhelm erkannte, dass keine Aussicht auf Rückerlangung seines Throns bestand. Er empörte sich über die Ereignisse des 9. November 1938, und doch schickte er noch 1941 ein Glückwunschtelegramm zum Sieg über Frankreich. In seinem Namen erschien im Jahre 1938 in einer US-amerikanischen Zeitung ein Interview zu Deutschlands Regierung, in dem Kaiser Wilhelm II. verriet, was er vom Kanzler und Reichspräsidenten hielt: „Nichts.“ „But of our Germany, which was a nation of poets and musicians, of artists and soldiers, he has made a nation of hysterics and hermits, engulfed in a mob and led by a thousand liars or fanatics …“ (Zit. n. Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen „Gott helfe unserem Vaterland. Das Haus Hohenzollern 1918-1945“, München 2003, S. 150)
Für jede Aussage von Wilhelm II. findet man eine andere, die das genaue Gegenteil verkündet. Was er hasste, liebte er, und was er liebte, hasste er. Er machte Scherze und hatte einen gewaltigen Hang zum Aufschneiden, und meinte er wirklich alles ernst, was er sagte? Sein Heer und seine Marine bereiteten ihm riesige Freude – aber wollte er sie wirklich einsetzen? Manchen schien es, als freue er sich daran wie ein Kind, das sein Spielzeug nicht kaputtmachen will. Hat er den Krieg gewollt? War es ein Präventivkrieg, lange geplant im deutschen Generalstab? Schlitterte Wilhelms Deutschland wie alle anderen ungewollt in einen Weltkrieg? War er unzurechnungsfähig? War er eiskalt und berechnend? War er überfordert mit seinem Amt? War er ein Schurke, der seine narzisstische Wunde mit Weltherrschaftsplänen zu heilen trachtete, oder war er eine tragische Gestalt, im Herzen ein schwacher Monarch, hinter dessen Pomp und Gloria nur ein Junge kauerte, der geliebt werden wollte? Können wir ihn je verstehen, durchschauen? Konnte er es denn selber?

Der König von Burgund:

Gunther von Burgund gilt allgemein als schwacher Monarch. Er steht im Schatten seines übermächtigen Lehnsmanns und Beraters, und seine herausragende Eigenschaft im Nibelungenlied ist die Wankelmütigkeit. Aber er ist auch durchaus liebenswürdig, will eigentlich mit allen gut Freund sein, mehrt gerne den Reichtum Burgunds, verschließt sich mit Vorliebe der Realität, und ist ganz schön intelligent, denn er liefert sich mit Hagen ein paar der besten Wortwechsel des Epos, voller Subtext politischer und persönlicher Natur. Subtext ist super. Eigentlich ist Gunther ganz Gentleman, denn bei der Donauübersetzung spricht ihn Hagen missgelaunt mit „Du“ an, und Gunther bleibt respektvoll beim „Ihr“. Kritik durch vorbildliches Verhalten – das ist die feine rheinische Art.
In der Lesart aller Leser sind seine Kampfkünste nur solala – er übersteht den Kampf gegen die Hunnen, den Brand des Saals, den Kampf gegen Rüdegers Männer und gegen die Männer von Dietrich von Bern, und das über mehrere Tage hinweg. Ich glaube, im Vergleich zu den Wormsern sind alle anderen Helden Weichlinge.

Hagen ist Gunthers treuester Lehnsmann und Berater. Er ist praktisch sein Bismarck. Oder Metternich. Oder Rainald von Dassel. Oder Mercurino Gattinara. – Genug der treuen Monarchisten, Hagen braucht keinen Vergleich. Er ist schließlich der Prototyp des treuen Monarchisten. Er ist viel cooler als die anderen Figuren des Nibelungenlieds, denn er ist treu, klug, listig und ein überragender Kämpfer. Manche sagen, er sei ein Verräter, weil er Siegfried umbringt – aber warum um Himmels willen sollte er einem Kerl treu sein, der nicht sein König ist? Und selbst wenn der Kaiser von China zu Besuch nach Worms käme, müsste Hagen ihm auch nicht treu sein. Er ist, um einen unzeitgemäßen Begriff zu bemühen, Realpolitiker durch und durch. Er ist immer bedacht auf die Ehre des Reiches. Und auf die eigene Ehre, denn wenn jemand seine Ehre zu kränken wagt, stirbt er lieber, als dass er diese Kränkung auf sich sitzen lässt. Er schmiedet gerne Ränke, und in Wagners Götterdämmerung ist er übrigens ein Hobby-Giftmischer und mobilisiert mit Vorliebe das Heer.

Die Handlung des Nibelungenlieds ist ja weithin bekannt. (Tumber Held kommt in die Metropole Worms, führt sich rüpelhaft auf, Wormser beschwichtigen ihn, benutzen seine Heldenkraft als Werkzeug für diverse ehrliche und unehrliche Unternehmungen, tumber Held heiratet Kriemhild, Gunther heiratet Brünhild, Frauenstreit, Wormser bringen Siegfried um aus Gründen der Ehrenrettung der Königin (im Mittelalter brachte man sich schon wegen viel geringerer Vergehen um! Markgraf Ekkehard von Meißen musste sterben, weil er das Essen der Schwestern von Kaiser Otto aufaß!), Hagen versenkt Schatz im Rhein, weil er als der Konservativste aller Konservativen auch nur konservativen Vermögensanlagestrategien vertraut, Kriemhild heiratet Etzel, Kriemhild lädt die Wormser ins Hunnenland ein, Kriemhild lässt 9000 Wormser Knappen umbringen, Hagen bringt Kriemhilds Kind um, Gemetzel bei Etzel, alle sind tot, bis auf die großen Drei, die sterben im Kapitel danach, fertig.) – Den Menschen des Mittelalters gefiel dieses abrupte, mächtige, paukenschlagähnliche Ende aber nicht. Irgendjemand dichtete eine lange Fortsetzung, in der es um die Trauer der Überlebenden geht, um die Beisetzungszeremonien, und in der im Übrigen Kriemhild von aller Schuld reingesprochen wird. (Frag mal einer die Mütter der armen 9000 Knappen.) Nein, nein, die Figuren des Nibelungenlieds sind alle moralisch grau, bis auf die weise alte gute Ute, die Mutter, aber auf weise alte Mütter hört ja nie jemand.

Widmen wir uns lieber der Vorgeschichte der Ereignisse! Den Kampf mit dem Drachen kennt jeder, aber was machten die Wormser früher? Als Siegfried nach Worms gehen wollte, warnte ihn sein Vater vor den gefährlichen Burgunden. Wie kamen sie zu diesem Ruf? Was für Ränke schmiedeten sie, welche Intrigen haben sie ersonnen?

Wir treffen Gibich, den alten König mit der Leidenschaft für Giftanschläge. An seiner Seite sein treuer Berater, der alte Herzog von Tronje, grantig und verlässlich. Er hütet düster ein böses Geheimnis. Wir treffen Otto von Sachsen, den König mit dem Herzen am rechten Fleck und der leeren Schatzkammer. Und wir treffen die prominenten Figuren: Kriemhild, die schon in der Jugend einen Hang zum Ränkeschmieden hat, aber ihre Listen hinter einer lieblichen Fassade versteckt. Gunther, der unglückselige Thronerbe, der beim Turnier immer aus dem Sattel fällt, dessen intellektuelle Neigungen der Vater verachtet, und der zum Ränkeschmied wird, weil er den offenen Kampf nicht wagt. Dabei will er doch nur ein guter König sein, aber seine Furcht vor der Macht ist Schwäche, und Burgunds Fürsten zerfleischen sich gegenseitig wie ein Wolfsrudel. – Und wir treffen auf Hagen, den Verwandten der Königsfamilie, der als Geisel am Hunnenhof leben muss bei König Etzel. Er würde am liebsten Priester werden, denn ihm als Neffe von König Gibich würde einst ein Bistum winken, und Bischöfe sind einflussreiche Besitzer von Grund und Hörigen, Politiker, die man nicht übergehen darf. Das mit dem Priestertum wird freilich nichts, und Hagen wird zum unbeugsamen Krieger. Bis er merkt, dass er auch Talent zur Diplomatie hat, und wer die Zunge und das Schwert zu führen weiß, ist ein gefährlicher Mann … Wir treffen außerdem auf Dietrich von Bern, Walther von Spanien, Volker von Alzey, Giselher und natürlich Gernot, Bischof Gerd von Worms, und das Pferd namens Totenwache ist auch dabei!

Wer kommt auf das Cover meines neuen Romans? Wer ist es?

Wann erfahren wir es?

Sag es uns!

Ich muss die Verkündung des Siegers noch zwanzig Minuten hinausziehen (so gehört sich das bei Castingshows), also machen wir erst einmal ein bisschen Werbung:

General Rudolf von Kückenstaal hat kein Talent zum Schlachtenlenker. Seine Frau Susanna dagegen ist ein Genie im Erstellen von Operationsplänen. Rudolf ist Mitarbeiter im Generalstab, seine Pläne aber stammen von seiner Frau. Dank ihres Talents gewinnt das Kaiserreich Huwelreich seine Feldzüge – doch eines Tages stirbt Rudolf. Das ist nicht nur eine Tragödie für seine Frau, das ist eine Tragödie fürs ganze Kaiserreich: Ohne Susannas Pläne wird Huwelreich seine Kriege wieder jämmerlich verlieren. Doch eine Frau beim Heer, das ist undenkbar … Da beschließt Susanna, den Tod ihres Mannes zu vertuschen und sich als General Rudolf Kückenstaal auszugeben. Es beginnt der größte Skandal, den Huwelreich je erlebt hat.

Der neue verrückte Roman von Lili Vogel erscheint demnächst!

Werbung Ende

Wer kommt auf das Cover – gut jetzt!

Bejubelt mit mir den Sieger:

Es ist „Der König von Burgund“! Exakter Titel: „Der König von Burgund und die Geisel“. Die Wormser haben gewonnen! Juhu!

Und ein Trostpreis für alle, die traurig sind, weil nicht „Der Kaiser von Berlin“ gewonnen hat:
Ich habe bereits ein Buch zum Thema geschrieben. Eigentlich fünf.

Denn Kaiser Johann von Hohenmeiningen ist zu einem Drittel inspiriert von Kaiser Wilhelm I., zu zwei Dritteln aber von Kaiser Wilhelm II., so, wie ihn seine Freunde und Anhänger sahen. Kaiser Johann hat tausend Hobbys, ist immer gut drauf, immer voller Tatendrang, raubt allen anderen den letzten Nerv, Kaiser Johann will jeden Tag Geburtstag haben, immer geliebt sein, aber er würde nie etwas Böses tun wollen. Er ist im Herzen immer Kind geblieben, das spielen will, und im tiefsten Innern hat er nur gute Absichten.

Und noch eine weitere Figur ist von Kaiser Wilhelm II. inspiriert, nämlich Guntram von Friedenfels. (Zu 50 Prozent ist er caußerdem von Franz Joseph inspiriert, und zu ca. zehn Prozent vom Merowingerkönig Guntram, der zum Teil wiederum ins Nibelungenlied einging als Gunther, und meine Figuren sind praktisch alle dieselben.) Der Friedenfelser ist so, wie Wilhelm sein wollte. Folgendes Zitat von Wilhelm ist die Basis seiner beiden literarischen Alter Egos (Zit. n. Michael Balfour, Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit, 1979 Frankfurt-Berlin-Wien, S. 272)

„Ich habe mir gelobt, auf Grund meiner Erfahrungen aus der Geschichte niemals nach einer öden Weltherrschaft zu streben. Denn was ist aus den großen sogenannten Weltreichen geworden? Alexander der Große, Napoleon der Erste, alle die großen Kriegshelden, im Blute haben sie geschwommen und unterjochte Völker zurückgelassen, die beim ersten Augenblick wieder aufgestanden sind und die Reiche zum Zerfall gebracht haben.
Das Weltreich, das ich mir geträumt habe, soll darin bestehen, daß vor allem das neuerschaffene Deutsche Reich von allen Seiten das absolute Vertrauen als eines ruhigen, ehrlichen, friedlichen Nachbarn genießen soll und daß, wenn man dereinst vielleicht von einem Deutschen Weltreich oder einer Hohenzollernweltherrschaft in der Geschichte reden sollte, sie nicht auf Eroberungen begründet sein soll durch das Schwert, sondern durch gegenseitiges Vertrauen der nach gleichen Zielen strebenden Nationen, kurz ausgedrückt, wie ein großer Dichter sagt: ‚Außenhin begrenzt, im Inneren unbegrenzt‘.“

Und deshalb erkennt man Züge von Kaiser Wilhelm in allen bis jetzt erschienenen Huwelreich-Büchern: Der Kaiser von Huwelreich, Die Rose von Huwelreich, Wie man einen Kaiser erpresst, Der König von Blauwittern, und im bald erscheinenden „Der Kaiser, sein Feind und der Krieg“. Überall ist Wilhelm dabei.

Das neue Buch aber wird „Der König von Burgund“ heißen, und es bleibt noch viel zu tun! Die dramatischsten Szenen fehlen noch, Feuersbrunst, Kriege, Morde – was es eben so gibt im sagenhaften Mittelalter.

Und hiermit geht das Titel-Casting zu Ende, und ich verabschiede mich für heute, denn ich muss weitergehen ins Hunnenland und nach Worms.

Titel-Casting: Halbfinale

Wir stehen bereits im Halbfinale! Von den angetretenen acht Kandidaten sind nur noch drei übriggeblieben, und nach der heutigen Runde stehen die zwei Finalisten fest! Denn nur einer kann der nächste Buchtitel werden!

Das sind sie:

Der Kaiser von Byzanz
Intrigen, Morde, Verstümmelungen, Kriege, Exilprinzen, Bildersturm und Kreuzzüge, Osmanen und Belagerung – unter dem vorwurfsvollen Blick goldener Ikonen fließen Ströme von Blut, und niemandem kann man trauen.

Der König von Burgund
Gibt es ein Leben vor dem Untergang? Auch Schwächlinge und Schurken haben eine Vorgeschichte, und Worms war früher Metropole.

Der Kaiser von Berlin
Er war immer unterwegs, er war an allem interessiert, er mochte Meteorologie, Wagner, Pferde und Zerstörer, manche sagen, es war nicht seine Schuld, sondern sein Schicksal, wie ein Schlafwandler stolperte er in die Urkatastrophe – manche sagen, er war ein Kriegstreiber, ein Säbelrassler, Bramarbaseur und Ungeheuer – wer war er wirklich? Hat er es wirklich gewollt?

Im neuen Roman wird es dramatisch zugehen; es wird mehr Action geben als in meinen anderen Büchern, weniger Liebe, mehr Gift, mehr Kriege, mehr Schlachten, mehr Kühnheit! Den heißen Steppen des Ostens (Hunnen? Bagdadbahn? Osmanen?) werden wir ebenso begegnen wie den lieblichen Gefilden Europas. Wir treffen auf geniale Feldherren (Belisar? Moltke? Etzel?), prächtige Kirchen (Hagia Sophia? Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche? Wormser Dom?) und schöne Frauen (Kriemhild? Sisi? Theophanu?)

Wenn der Sieger „Der Kaiser von Byzanz“ heißt

  • werden nicht viele Leute das Buch lesen, denn Byzanz ist im deutschsprachigen Kulturraum ziemlich in Vergessenheit geraten. (Die erste Hälfte des Satzes trifft übrigens auf alle Lili-Vogel-Romane zu.)
  • wird das Buch einen Absatz zur Gewinnung des teuersten Farbstoffs der Welt enthalten, des Purpur. Dafür müssen arme Purpurschnecken sterben!
  • wird Griechisches Feuer mitspielen, dieser Brennstoff, der auch auf dem Wasser weiterbrennt und bei Seeschlachten zum Einsatz kam

Wenn der Sieger „Der König von Burgund“ heißt

  • wird es kein historischer Roman sein, weil es natürlich um König Gunther und Hagen von Tronje usw. geht, weil ich eine Schwäche für Monarchen und ihre Berater habe
  • werde ich Gunther und Hagen Dutzende abgewandelte Wilhelm- und Bismarck-Zitate unterjubeln („Setzen wir Burgund sozusagen in den Sattel, reiten wird es schon können“, „Es ist schwer, König unter Hagen zu sein“, „… aber sterben müssen wir früher oder später doch, und können wir ehrenvoller umkommen? Ich selbst im Kampfe für die Sache meines Königs, und Ihr, mein Herr, indem Ihr Eure königlichen Rechte mit dem eignen Blute besiegelt …“) Nur „Eisen und Blut“ wäre ja zu wenig.
  • wird es um die Vorgeschichte der Wormser gehen, lange bevor Siegfried, weil ich den nicht leiden kann

Wenn der Sieger „Der Kaiser von Berlin“ heißt

  • wird es um Kaiser Wilhelm II. gehen, und Bismarck ist auch dabei (nicht für lange, leider …)
  • werde ich Wilhelm und Bismarck natürlich Zitate der Burgunden aus dem Nibelungenlied unterjubeln, aber nicht auf Mittelhochdeutsch
  • wird die Anekdote enthalten sein, die sich einmal in Schönbrunn abspielte: Kaiser Wilhelm II. ging mit Franz Joseph durch das Billardzimmer und bemerkte dabei einen Türsteher (Büchsenspanner), den er kannte. Er „ließ unseren Kaiser (Franz Joseph) stehen, eilte auf den Büchsenspanner zu, schüttelte ihm die Hand und begrüßte ihn wie einen intimen Freund. Das hat den Kaiser (Franz Joseph) sehr verstimmt.“ (Zit. nach Eugen Ketterl, „Der alte Kaiser, wie nur Einer ihn sah“, e-book Position 2597)
    Da war der Franzl freilich pikiert, und der ganze Wiener Hof. Die Frage, die dagegen mich umtreibt: Kaiser Wilhelm kannte sogar einen Wiener Türsteher??

Es ist soweit. Heute werden die Finalisten verkündet.

Weiter sind: Der Kaiser von Berlin und der König von Burgund!

Nächste Woche: Das große Finale!

Tipps für Autoren: Religion in Romanen

Religion in der Belletristik – mit kaum einem Thema kann man Leser schneller vergrämen. Heutzutage ist Religion Privatsache; und wer beim Lesen eines spannenden historischen Romans auf zu viele Glaubensdinge stößt, fühlt sich (womöglich) schnell genervt. Gläubige Figuren können auf moderne Leser allzu schnell verstockt, intolerant oder bigott wirken, selbst dann, wenn sie in der Epoche, in der ihr historischer Roman spielt, als recht lau gelten würden.
Trotzdem kann man, gerade in historischen Romanen, nur schwerlich auf das Thema Religion verzichten, da es nun einmal für die meisten Menschen vergangener Zeiten ein bedeutender Bestandteil des Lebens war. Was nun tun? Wie integriert man Religion in die Kulisse des historischen Romans, ohne dass es dem modernen Leser zu viel wird?
(Eine Anmerkung in eigener Sache: Dieser Artikel behandelt, wie man Religion/Glauben von Menschen neutral und wertungsfrei darstellt als Bestandteil ihrer Lebenswirklichkeit. Es steht mir fern, irgendjemandes religiöse Gefühle verletzen zu wollen, und ich bin der Meinung, dass gerade die Darstellung von Religion besonderes Feingefühl von Autoren erfordert, ganz gleich, welcher Religion sie selber anhängen, ob sie Atheisten sind o. Ä. Meine persönlichen Ansichten zu Religion sind kein Bestandteil dieses Blogartikels; das ist Privatsache.)

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten (die meisten Beispiele entstammen dem Christentum):

Lasst Heilige dabeisein!

Religionen, die über Heiligenfiguren verfügen, besitzen zugleich einen Schatz von interessanten Geschichten. Während viele Leser sich geistig gleich distanzieren oder abschalten, wenn die Autorin ihre Figuren über Gott nachdenken lässt, finden die Leser Geschichten von Heiligen weniger „aufdringlich“. Heilige waren schließlich auch nur Menschen, ihre Viten enthalten starke Bilder, und ihre Schicksale sind auch für Leser anderer Glaubensrichtungen/Atheisten interessant.
In diesem Sinne könnte man die Hauptfigur einmal bei ihrem Lieblingsheiligen um Hilfe flehen lassen oder beim Patron ihres Berufes. Warum nicht den Hausaltar der Schwiegermutter des Helden beschreiben, mit ihren vielen Votivtafeln, wobei sie eigenartigerweise eine besondere Vorliebe für Märtyrer hegt?
(Zusatztipp für Schlaumeier: Katholiken beten Heilige nicht an, sie beten zu ihnen. Nur Gott beten sie an.)

Der Glaube als Bestandteil der Politik

Bei Krönungen, Schwertleiten, Staatshochzeiten usw. spielt Religion eine große Rolle und kann auch ausführlicher dargestellt werden; die meisten Leser wissen, dass zu solchen Ereignissen auch Messen usw. dazugehörten und werden sich, sollten sie eine Abneigung gegen Religion haben, nicht ganz so genervt fühlen. Wer subtiler die Bedeutung des Glaubens für die Politik darstellen möchte, kann dies z. B. beim Text von königlichen Erlassen im Mittelalter tun, so z.B. in der Schussformel wie hier Heinrich IV. 1074: „Gegeben am 18. Januar im Jahre des Heils 1074, im 19. Jahre des Königtums, im 17. der Regierung des Herrn Heinrich IV. Gegeben zu Worms im Namen Gottes. Amen.“ (Zitat aus „Worms. Eine Spurensuche“ von Ralph Häussler, Monheim 2003, S. 55)

Die Floskel „anno domini“ ist auch immer schön.

Scharfzüngige Fürbitten

Humor gefällt allen Lesern (ok, fast allen), und gerade die Vermischung von Humor und Frömmigkeit zeigt die Ubiquität des Glaubens, ohne dem Leser zu nahe zu treten.
Ein Beispiel dafür ist der Spruch, der an manche Häuserwand geschrieben war: „St. Florian, St. Florian, verschon mein Haus, zünd andere an.“ Denkbar wäre auch ein Bischof, der Wein und gutem Essen nicht abgeneigt ist und jedes Mahl beginnt mit dem Stoßseufzer: „Herr, mach mich zum Asketen – aber noch nicht gleich.“ (In starker Abwandlung des Augustinus-Zitates …)

Gerade die Volksfrömmigkeit mit ihren manchmal hanebüchenen Versuchen, den allwissenden Herrgott eben doch zu überlisten, bietet viel Material für kurze Einblicke in die Lebenswirklichkeit (und Bauernschläue) der Gläubigen.

Jede Kirche hat einen Namen

Wer in einer Stadt wohnt, dem sind die Namen der Kirchen geläufig. Da läuten nicht die „Kirche mit den zwei eckigen Türmen und die Kirche drüben am Marktplatz“, sondern St. Paulus, St. Eulalia, usw. In meinem aktuellen Projekt gibt es u.a. St. Peter (und Paul), St. Johannis, St. Cäcilie, St. Martin und noch viele mehr.

Kirchen als Orte der Andacht

Ja gut, im Mittelalter waren Kirchen auch Orte des rein weltlichen Zusammenseins, und manchmal ging es eher zu wie auf einem Marktplatz. Trotzdem können wir davon ausgehen, dass für fromme Menschen der Besuch eines Gotteshauses etwas sehr Erhebendes war. (Man beachte, dass früher die Kirchen die höchsten Gebäude der Stadt waren. Welche sind es heutzutage? Bankhäuser.) Nun könnte man einerseits langwierig die Architektur der Kirche beschreiben (och nö …), oder man könnte die Atmosphäre kurz einfangen in Verbindung mit dem Staunen der Kirchgänger. Z. B. hier:

Als er am Tag seiner Schwertleite, umgeben von den vornehmsten Fürsten des Reiches, in den Dom einzog, ging ein Regenguss auf sie hernieder, als wolle der Himmel eine neue Sintflut schicken. Die Frauen im Gefolge quietschten und kicherten, das Gefluche der Grafen schallte über den ganzen Platz, und das Volk verschluckte seine Jubelschreie und murrte nur noch. Die wenigen Schritte vom Palas zum Nordportal reichten aus, dass sie triefend nass waren, als sie über die Schwelle traten. Der Erzbischof von Mainz empfing sie im Innern, schmunzelte ob dieses tropfenden Zuges und ging ihnen voran zum Altar im Westchor. Zu den Fenstern fiel nur noch graues Regenlicht herein, und die Säulen hallten wider von den Flüchen der Grafen, als wolle der Dom sie ermahnen mit tiefer Steinstimme, dass sie seine heilige Andacht entweihten.

Oder sowas in der Art.

Bibelbilder

Die Sintflut, das geteilte Meer, die Schlange – das sind Bilder, die allgemein bekannt sind. Für gläubige Menschen sind Vergleiche zur Bibel natürlich naheliegend: der „sintflutartige Regen“, ein grantiger Alter denkt vielleicht: „Meine Frau ist das siebenköpfige Biest der Apokalypse, ihr fehlen nur sechs Köpfe, sonst passt alles“, „der Hirtenstab, mit dem er gewiss die Wassermassen des Rheins und die Heere der Sachsen teilen könnte“.
Man kann auch Bilder verwenden, die nicht so bekannt sind.

Nun hatte das Königreich auch noch das übermäßige Glück, dass in seinen Gefilden die schönsten Mädchen heranwuchsen, Lilien unter Disteln, von ihren Lippen tropfte Honig, die Hüften rund wie Geschmeide, und diejenigen, die nicht ganz so schön waren, verzierten sich mit so viel Gold und Silber, dass ihr bescheidenes Aussehen gar nicht mehr auffiel.

Die Lilien-Stelle, der Honig und die runden Hüften sind aus dem Hohelied der Liebe.

Psalmen und Sprüche

Die Bibel enthält Zitate, die scheinen für den Unwissenden gar nicht wie Bibelzitate (vielleicht bis auf den mächtigen Duktus). „Die Tür dreht sich in ihrer Angel, und der Faule in seinem Bett“.

Angeberwissen

Hier kann man als Autorin damit angeben, wie toll man recherchiert hat. Dabei darf man nicht in Versuchung kommen, alles zu erklären, weil sich der Leser sonst belehrt fühlt. Wenn man nur lapidar religiöse Begriffe fallen lässt, erkennt der Leser, dass dies keine für die Handlung wichtigen Informationen sind, sondern nur Bestandteile der historischen Kulisse.

Aus einem Sack rollten gar ein Naviculum und ein Aspergill. Liturgische Geräte! Sie hatten eine Kirche geplündert! Auch wenn sie trotzig im Schisma verharrte, hatte die Ostkirche das nicht verdient.

Man kann es mit der Angeberei aber auch übertreiben. In einem alten Projekt von mir sagt einmal der Ex-Bischof zum Augustinus-Fan, als er ihm einen Brief gibt: „Tolle, lege!“ – Vielleicht hätte ich die deutsche Übersetzung nehmen sollen: „Nimm und lies.“

Titel-Casting Runde 5

Wie wird mein neuer Roman heißen? Wir machen ein Casting, um den Titel zu ermitteln!

Kaum zu glauben, dass am Ende der heutigen Runde nur noch die Top 3 übrigbleiben werden!

Byzanz, Böhmen, Burgund und Berlin: Nur einer kann Lili Vogels next Booktitle werden. Nur einer kommt auf das Cover meines neuen Buches.

Im neuen Roman gibt es Schlachten und Kriege, stolze Pferde und unglückselige Herrscher, Eroberer und Bischöfe, Brandschatzung und Intrigen. Womit wird gekämpft werden? Mit Kanonen, mit Schwertern oder mit griechischem Feuer? Wie wird der Schauplatz heißen? Konstantinopel, Berlin, Worms oder Wien?

Wird der Titelheld am Ende sterben? Auf der Flucht erschlagen von seinen Feinden, einsam im Exil, in den Straßen seiner brennenden Stadt, im Kerker seines Schwagers? Oder gar in der Schlangengrube à la Edda? (Wobei das nur der zweitbrutalste Tod der Wölsungasaga ist, es geht noch viel böser. Fans der nordischen Mythologie wissen, was ich meine …) Oder wird der neue Roman enden, bevor alle tot sind? Und wer sind die Feinde von KvB? Habsburger, Engländer, Hunnen, Bulgaren? Franzosen, König Rudolf, Sachsen, Osmanen?

Lieber König von Böhmen,
ich habe heute leider kein Cover für dich.

Die verbliebenen Kandidaten:

Der Kaiser von Brasilien
Freiheit vom Mutterland, ein Kaiser, der die Bayreuther Festspiele besucht, und eine Prinzessin, die endlich die Sklaverei abschafft.

Der Kaiser von Byzanz
Intrigen, Morde, Verstümmelungen, Kriege, Exilprinzen, Bildersturm und Kreuzzüge, Osmanen und Belagerung – unter dem vorwurfsvollen Blick goldener Ikonen fließen Ströme von Blut, und niemandem kann man trauen.

Der König von Bayern
Ein König, ein Schloss, ein Genie! Wagner, und Psychiater, und Wagner, und Tändeleien mit Rossknechten, und Wagner!

Der König von Belgien
Ehestifter für Queen Victoria und erster König des unabhängigen Belgien – das ist doch einmal eine Karriere, die sich sehen lassen kann!

Der König von Böhmen
Der Kampf des 13. Jahrhunderts: Der Kampf um Österreich. Der König von Böhmen gegen Rudolf I. von Habsburg. Man kann sich denken, wer gewann.

Der König von Burgund
Gibt es ein Leben vor dem Untergang? Auch Schwächlinge und Schurken haben eine Vorgeschichte, und Worms war früher Metropole.

Der Kurfürst von Brandenburg
Er besiegte die Schweden. Er führte die Umsatzsteuer ein. Er begründete Preußens Aufstieg.

Der Kaiser von Berlin
Er war immer unterwegs, er war an allem interessiert, er mochte Meteorologie, Wagner, Pferde und Zerstörer, manche sagen, es war nicht seine Schuld, sondern sein Schicksal, wie ein Schlafwandler stolperte er in die Urkatastrophe – manche sagen, er war ein Kriegstreiber, ein Säbelrassler, Bramarbaseur und Ungeheuer – wer war er wirklich? Hat er es wirklich gewollt?

Wie es weitergeht, erfahrt ihr nächste Woche!

KvB – 12. September 2018

Die letzten Tage schrieb ich an einer Verfolgungsjagd. Morgen werde ich damit fertigwerden, dann kommt endlich der Teil, auf den ich mich am meisten gefreut habe. Es wird dramatisch, ein Fluss ist auch noch beteiligt, und es ist praktisch eine Umkehrung des Staatsstreichs von Kaiserswerth. Damals gaben die Entführer des kleinen Heinrich IV. Acht, dass ihr Monarch nicht ins Wasser fällt. Bei KvB dagegen verhält sich alles ein wenig anders … Zuvor gab es ein paar Reiseszenen, und vorher schrieb ich an einer Kampfszene. Und wenn ich dann morgen die Verfolgungsjagd beendet habe, lasse ich KvB (die Figur) wieder eine Weile in Ruhe und schreibe über Protagonist Nr. 2. Den mag ich noch einen Tick mehr als KvB, weil er so zäh, launisch und jähzornig ist. Für eine literarische Figur sind das großartige Eigenschaften, für einen echten Menschen dagegen nicht unbedingt.
KvB ist ja ein Zauderer. Das blitzt in jeder Szene auf. Zauderhaftigkeit ist eine schlechte Eigenschaft für fiktive Figuren, die Zögerlichen scheinen dumm, langweilig und sie verlocken den Leser, das Buch anzuschreien, auf dass diese Gurke aus Buchstaben sich endlich, endlich entscheiden möge. Zauderer können den spannendsten Spannungsbogen mit ihrer gutgemeinten Untätigkeit ersticken. Wie verhindert man, dass die Geschichte in der Passivität ihrer Protagonisten versumpft? Indem man dem Zauderer Dilemmas inklusive Deadline aufzwingt, oder indem man ihm einen Macher an die Seite stellt, am besten einen Draufgänger und Trotzkopf. Der kann mit seiner Entschlossenheit den Zauderer entweder zu völliger Entscheidungslosigkeit verführen, sodass der Zauderer einfach alles abnickt (literarisch langweilig), oder aber sein Draufgängertum weckt den Widerstandswillen des Zauderers, dem alles zu schnell geht, und der lieber einen Gang zurückschalten würde – ein guter Nährboden für Konflikte!
Und irgendwann muss ich das fertige Buch über den General korrekturlesen, aber mich graust es vor dem Humbug, den das Diktierprogramm da hineingeschrieben hat.

Und weil es gerade um die Diktierfehler vom lieben Diktierprogramm geht, hier ein paar aktuelle Blödsinnssätze aus KvB:

Alle, alle kriechen sicher weil Millionen!

Sie ritten heran auf ihren herrlichen Pferden, stolze Rentner mit feinen Köpfen; der Adler auf dem Banner trug Kühn eine Krone und bald den Schlüssel von St. Peter in den klauen,

in chronischer Dummheit

Letzte Woche war er jeden Tag hier hinausgeritten und hatte gewartet auf die Gesandtenbaukunst

Er kam auf sie zu! Hatte er schlimme Kumpel zu übermitteln?

Eine Lärche schoss Folien in die Höhe.

Titel-Casting Runde 4

Wie wird mein neuer Roman heißen? Wir machen ein Casting, um den Titel zu ermitteln!

Letztes Mal beim Titel-Casting zu KvB:
Der König von Belgien hat uns verlassen. Kein Roman über Sachsen-Coburg-Gotha. Zum Abschied hat er noch an alle Pralinen verteilt, das war sehr freundlich.

Diese Woche ging es sehr dramatisch zu. Der Kaiser von Byzanz beschuldigte den Kaiser von Brasilien, er habe schlecht über ihn geredet! Der Kaiser von Brasilien stritt alle Vorwürfe ab und erklärte, er habe nur die byzantinische Tradition, unliebsame Thronanwärter durch Verstümmelung von der Thronfolge auszuschließen, getadelt. Der König von Böhmen sagte, andere Länder hätten andere Sitten, und der Kaiser von Berlin hat den Streit geschlichtet, indem er die Monarchen zum Papierschiffefalten einlud. Er wollte nämlich eine Armada im Springbrunnen fahren lassen.
Die letzten Tage wurde es wieder kälter, da trifft es sich gut, dass der Kaiser von Berlin auch gerne Holz sägt, da hatten wir immer Brennmaterial.

Während zwischen den einen Monarchen Feindschaften entstehen, entwickeln sich zwischen den anderen Freundschaften. Nachdem der Kaiser von Berlin den König von Burgund zunächst für einen Schwächling hielt, weil der behauptet hat: „Ein König ist immer nur so weise wie sein Berater“, haben sie sich jetzt besser kennengelernt und erkannt, wie ähnlich sich ihre Schicksale sind. Der König von Burgund beklagte sich nämlich letzthin, dass sein Halbbruder so gerne mobilisiere; da sagte der Kaiser von Berlin: „Mein Vetter auch!“ Allerdings versucht der Kaiser von Berlin den König von Burgund noch immer davon zu überzeugen, dass er doch sein eigener König sein solle und seinen trotzigen Berater endlich entlassen solle – der König von Burgund verschließt sich aber allen derartigen Vorschlägen und sagt nur: „Das kann man seinem treuesten Berater doch nicht antun!“ – „Macht ihn doch zum Herzog, das wird ihm den Abschied versüßen!“ – „Er ist bereits Herzog. Und ohne ihn, wie sollte ich da mein Reich regieren? Wir gingen ja alle unter!“

Als „Challenge“ (wie man das heutzutage nennt) führten wir diese Woche ein Pferderennen durch, denn in meinem neuen Buch wird heftig galoppiert! Der Kaiser von Berlin durfte wegen seines Handicaps zehn Sekunden früher starten, doch schon bald zogen der König von Böhmen und der König von Burgund an ihm vorbei. Trotzdem waren wir alle beeindruckt von den preußischen Reitkünsten. Auch der Kaiser von Brasilien und sein Pferd schlugen sich wacker. Der Kaiser von Byzanz jedoch war nicht sonderlich mit seinem Pferd verwachsen. Er sollte vielleicht öfter das Galoppieren üben als das Spinnen von Intrigen. Es gewann schließlich der König von Burgund und konnte es selber kaum glauben. Er sagte bescheiden, wir hätten seinen Berater sehen sollen, der könne reiten wie ein Hunne! Der Kaiser von Berlin fragte: „Richtige Hunnen oder meine Leute?“

Viel ist also passiert bei meinen Monarchen, doch nur einer kann Lili Vogels next Booktitle werden.

Der Moment der Entscheidung ist gekommen. Wieder wird uns ein Kandidat verlassen!

Er war vielfältig interessiert an Wissenschaft und Kultur. Er war in Bayreuth bei Wagners Ring. Er wurde gestürzt, die Monarchie wurde abgeschafft, und er ging ins Exil, wo er als alter Mann starb.

Zwischenruf Kaiser von Berlin: „Das bin ja ich! Aber ich will doch Lili Vogels Next Booktitle werden! Ich will nicht herausfallen!“

Jury: „Halt! Euer Majestät waren nicht beim Ring!“

Kaiser von Berlin: „Ach so, da hast du Recht. Ich bin es nicht, ich war beim Parsifal!“

So, weiter geht’s:

Lieber Kaiser von Brasilien,
ich habe heute leider kein Cover für dich.

Die verbliebenen Kandidaten:

Der Kaiser von Brasilien
Freiheit vom Mutterland, ein Kaiser, der die Bayreuther Festspiele besucht, und eine Prinzessin, die endlich die Sklaverei abschafft.

Der Kaiser von Byzanz
Intrigen, Morde, Verstümmelungen, Kriege, Exilprinzen, Bildersturm und Kreuzzüge, Osmanen und Belagerung – unter dem vorwurfsvollen Blick goldener Ikonen fließen Ströme von Blut, und niemandem kann man trauen.

Der König von Bayern
Ein König, ein Schloss, ein Genie! Wagner, und Psychiater, und Wagner, und Tändeleien mit Rossknechten, und Wagner!

Der König von Belgien
Ehestifter für Queen Victoria und erster König des unabhängigen Belgien – das ist doch einmal eine Karriere, die sich sehen lassen kann!

Der König von Böhmen
Der Kampf des 13. Jahrhunderts: Der Kampf um Österreich. Der König von Böhmen gegen Rudolf I. von Habsburg. Man kann sich denken, wer gewann.

Der König von Burgund
Gibt es ein Leben vor dem Untergang? Auch Schwächlinge und Schurken haben eine Vorgeschichte, und Worms war früher Metropole.

Der Kurfürst von Brandenburg
Er besiegte die Schweden. Er führte die Umsatzsteuer ein. Er begründete Preußens Aufstieg.

Der Kaiser von Berlin
Er war immer unterwegs, er war an allem interessiert, er mochte Meteorologie, Wagner, Pferde und Zerstörer, manche sagen, es war nicht seine Schuld, sondern sein Schicksal, wie ein Schlafwandler stolperte er in die Urkatastrophe – manche sagen, er war ein Kriegstreiber, ein Säbelrassler, Bramarbaseur und Ungeheuer – wer war er wirklich? Hat er es wirklich gewollt?

Wie es weitergeht, erfahrt ihr nächste Woche!

KvB 09. September 2018 oder Gejammer

Ganz ehrlich? Bücher schreiben kann schön sein, berauschend, wundervoll und großartig. Bücher schreiben kann schrecklich sein, deprimierend, nervig, deprimierend und frustrierend. Man kann sich monatelang mit einem Projekt wohlfühlen, oder man kann monatelang an einem Projekt herumknabbern, und einfach keine Freude am Schreiben finden. Oder man kann zwischen diesen beiden Extremen oszillieren, mehrmals die Woche, mehrmals am Tag, mehrmals in der Stunde.

KvB ist mein Lieblingsprojekt, es soll großartig werden, und ich hasse KvB, wie ich sonst nur „Die Rose von Huwelreich“ gehasst habe. Manchmal liebe ich KvB, ich bin zufrieden, ich baue Zitate ein und habe einen Heidenspaß dabei – und dann ist wieder alles miserabel, jeder Satz ist ein Klischee, alles war schon mal da, das Buch hat keine Tiefe, es ist zu weit entfernt von seinem Original, die Zielgruppe wird toben, es ist zu doof, es gibt zu viele Kampfszenen, es gibt zu wenig Frauen, und so weiter. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht schreibe – und wenn ich schreibe, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil es nicht gut ist, was ich schreibe. Zu KvBs Ausgangsstoff gibt es schon unzählige Bearbeitungen – ständig vergleiche ich mein Projekt mit diesen, und ständig verliert meines im Vergleich. Bis auf die Begrüßungszeremonien, die Politik und das Hofwesen. (Na, kein Wunder, zu irgendwas müssen wir altmodischen Geister ja auch nutze sein.)
In der „Rose von Huwelreich“ habe ich die Hauptfigur gehasst; in KvB finde ich die Hauptfiguren toll, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie so darstelle, wie es „richtig“ ist. Die Figuren der Huwelreich-Bücher sind erfunden, sind Eigenschöpfungen von mir, da muss ich nicht grübeln, was richtig ist und was nicht. Glaubwürdig müssen sie sein und in sich stimmig – aber über „richtig“ und „falsch“ bestimme ich als die Urheberin dieser fiktiven Figuren.

Bei KvB jedoch habe ich bereits bestehende Vorbilder für das halbe Personal, es gibt unzählige Interpretationen dieses Stoffes, die sich widersprechen, ergänzen oder zueinanderpassen. Auch ich werde nur eine weitere Interpretation liefern, nichts weiter, für viele wird sie falsch sein, für andere vielleicht ganz ansprechend – aber trotzdem grüble ich und grüble und habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich zukünftige Leser enttäuschen werde.

Deshalb schreibe ich alternative historische Romane und keine „herkömmlichen“ historischen Romane. Ich hätte ständig Angst, die historischen Persönlichkeiten falsch darzustellen; und da ich daran glaube, dass die alle von da oben zu uns herabsehen, würde ich dauernd befürchten, dass nun Kaiser und Päpste und Kanzler sich da oben ärgern wie noch nie, weil ich total an ihrem Charakter vorbeischreibe. (Und wer ärgerte sich noch? Die Leute, die sich mit Geschichte auskennen! Geht mir selber ja oft auch so.)
Nach KvB werde ich zurückgehen in die Huwelreich-Welt. Dort fühle ich mich wohler und nicht so unter Druck.

Vielleicht ist das schon eine halbe Schreibblockade, ich weiß nicht. Früher war ich ständig im Flow beim Schreiben, heutzutage bin ich vielleicht ein Viertel der Zeit wirklich glücklich während des Schreibens. Die anderen drei Viertel kämpfe ich mich voran, ärgere mich über meinen geringen Wortschatz und meine lahmen Metaphern und überhaupt und sowieso. (Während des Mini-9-Tage-Projekts war übrigens alles super und spaßig und wunderbar. Ich glaube, es liegt eigentlich an den Büchern.)
Vor drei Tagen habe ich die bisher geschriebenen Szenen von KvB durchgelesen. Schön, Begeisterung, ich war zufrieden, die Hauptfigur ist niedlicher, als ich es geplant habe, ich habe mich gefreut und konnte es kaum erwarten, es als Buch in der Hand zu halten. – Jetzt? Deprimiert, alles doof, Blabla.

Und wenn jemand meine Bücher kauft, freue ich mich dann, wie man das von Autoren erwarten dürfte? Nein, ich nicht! Ich mache mir Sorgen, dass es der Leserin nicht gefallen wird, dass sie es blöd findet, und außerdem habe ich ein schlechtes Gewissen, dass sie wegen mir Geld ausgegeben und Zeit vergeudet hat für etwas, das ihr nicht gefällt. Aber nicht dass ihr meint, ich werfe Bücher auf den Markt, von denen ich denke, dass sie von schlechter Qualität sind. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, und veröffentliche meine Bücher nur, wenn ich der Meinung bin, jetzt sind sie gut. Nur dass sich diese Ansicht fünftausendmal im Monat ändert. Heute habe ich ein wenig in „Dietrich von Bern“ gelesen und habe mich amüsiert. Gestern fand ich alle meine Bücher schrecklich. Vorher habe ich die Anfangsszene von KvB gelesen und fand sie toll. Oder auch nicht, es ändert sich alle zwei Minuten. Mal sind meine Bücher Solala, dann sind sie doch ganz schön, dann schrecklich peinlich, dann komme ich in eine versöhnliche Stimmung und denke: „Nichts ist perfekt außer meinen Schwarzköpfchen und Götterdämmerung, Fehler machen wir alle“, und es geht wieder von vorne los.
Eigentlich sollte ich im Lotto gewinnen, und dann könnte ich alle meine Bücher kostenlos anbieten, damit die Leser im Falle der Enttäuschung wenigstens nicht noch Geld ausgegeben haben. – Könnte man ein ähnliches Modell bei Opernhäusern einführen? Wenn einem die Inszenierung nicht gefallen hat, Geld zurück? Ich wüsste da jemanden, der das einführen könnte.

Vor ein paar Tagen schrieb ich ein paar Szenen aus der Sicht eines Tyrannen: Alles super, cool, schnell, juhu! Hat total Spaß gemacht, ich war so produktiv wie schon lange nicht mehr, wie schade, dass dieser Tyrann uns demnächst verlassen wird! – Jetzt schreibe ich wieder aus der Sicht von KvB, Jammerlappen vom Dienst: Alles grauenvoll. Ich wünschte, irgendwann machte es „Knall“ und ich wäre wieder zurück in der Phase, in der das Schreiben nur Freude bereitet, wie damals bei „Der Kaiser von Huwelreich“ und noch früher. Oh, und jetzt komme ich wieder in gute Stimmung am Ende dieses Blogartikels. Wahnsinn.

Titel-Casting Runde 3

Wie wird mein neuer Roman heißen? Wir machen ein Casting, um den Titel zu ermitteln!

Letztes Mal beim Titel-Casting zu KvB:
Der Kurfürst von Brandenburg musste uns verlassen. Zum Abschied gab es ein großes Festmahl, bei dem der Hauptgang aus Königsberger Klopsen bestand; danach schwang sich der Kurfürst auf sein Ross, beugte sich zum Kaiser von Berlin herab und sagte: „Sei tapfer, mein Urururururenkel, ich glaube fest daran, dass du es schaffst!“

Diese Woche haben die Monarchen sich in verschiedenen Wettkämpfen miteinander messen müssen, und zwar im Jagen, im Führen militärischer Einheiten und im Erkennen von Giften. (Alle drei Fähigkeiten wird der Sieger in meinem Roman nämlich brauchen …) Beim Jagen gewann eindeutig der Kaiser von Berlin. Die Mittelalter-Partei beschwerte sich, dass solche feigen Waffen wie Büchsen zugelassen wurden, wo der wahre wackere Waidmann doch nur scharfe Speere verwendet! Und der König von Burgund kehrte nach Beginn der Jagd sogar noch einmal um und fragte nach, ob man nur Tiere oder doch auch Tenöre jagen müsse. (Es wurden übrigens keine Wirbeltiere gejagt, nein, nur Ungeziefer war zum Abschuss freigegeben: Für diese Jagd wurden eigens wildschweingroße Spinnen gezüchtet.)

Im Führen militärischer Einheiten beim Manöver gewann der Kaiser von Byzanz, mit dem König von Böhmen kurz dahinter. Der Kaiser von Berlin hat sich trotz des zweitletzten Platzes seine gute Laune bewahrt und erzählte jedem die Geschichte vom Alten Fritz und der Schlacht bei Kolin.

Beim Erkennen von Giften siegte souverän der Kaiser von Byzanz. Nur bei der Entscheidung, ob Kopfschmerztabletten und Brausepulver giftig sind, tat er sich schwer.

Die Monarchen sind schon ganz begeistert von diesen Wettkämpfen und haben schon selber Vorschläge für neue Wettkämpfe gemacht: Der Kaiser von Byzanz möchte, dass man testet, wer die schnellsten Sänftenträger hat; der Kaiser von Brasilien hat vorgeschlagen, dass der beste Klavierspieler gewinnen soll; der König von Böhmen ist für einen Schwertkampf; der König von Belgien verlangt, man solle feststellen, wer binnen zwei Monaten die besten Ehen stiften kann; der Kaiser von Berlin ist für eine Schiffsregatta, und der König von Burgund ist prinzipiell gegen solche Wettkämpfe, vor allem, wenn sie von Frauen ausgerichtet werden, weil er nicht gewinnen kann ohne zu schummeln.

Viel ist also passiert bei meinen Monarchen, doch nur einer kann Lili Vogels next Booktitle werden.

Der Moment der Entscheidung ist gekommen. Wieder wird uns ein Kandidat verlassen!

Der Weg zur Freiheit dieses Landes war lang und steinig. Er führte von den Anfängen als Teil des Heiligen Römischen Reiches über die Glanzzeit im Herbst des Mittelalters unter den Herzögen der Bourgogne bis zu den Habsburgern! Während sich die Lande in seinem Norden von Spanien lossagten, blieb der südliche Teil bei Spanien, und erst im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs gelangte es an die österreichischen Habsburger. Vom revolutionären Frankreich überrannt, wurde es 1815 mit den Niederlanden vereinigt. Eine Oper war der Auslöser zur Revolution, und es sagte sich los von den Niederlanden und suchte sich einen eigenen König.

Lieber König von Belgien,
ich habe heute leider kein Cover für dich.

Die verbliebenen Kandidaten:

Der Kaiser von Brasilien
Freiheit vom Mutterland, ein Kaiser, der die Bayreuther Festspiele besucht, und eine Prinzessin, die endlich die Sklaverei abschafft.

Der Kaiser von Byzanz
Intrigen, Morde, Verstümmelungen, Kriege, Exilprinzen, Bildersturm und Kreuzzüge, Osmanen und Belagerung – unter dem vorwurfsvollen Blick goldener Ikonen fließen Ströme von Blut, und niemandem kann man trauen.

Der König von Bayern
Ein König, ein Schloss, ein Genie! Wagner, und Psychiater, und Wagner, und Tändeleien mit Rossknechten, und Wagner!

Der König von Belgien
Ehestifter für Queen Victoria und erster König des unabhängigen Belgien – das ist doch einmal eine Karriere, die sich sehen lassen kann!

Der König von Böhmen
Der Kampf des 13. Jahrhunderts: Der Kampf um Österreich. Der König von Böhmen gegen Rudolf I. von Habsburg. Man kann sich denken, wer gewann.

Der König von Burgund
Gibt es ein Leben vor dem Untergang? Auch Schwächlinge und Schurken haben eine Vorgeschichte, und Worms war früher Metropole.

Der Kurfürst von Brandenburg
Er besiegte die Schweden. Er führte die Umsatzsteuer ein. Er begründete Preußens Aufstieg.

Der Kaiser von Berlin
Er war immer unterwegs, er war an allem interessiert, er mochte Meteorologie, Wagner, Pferde und Zerstörer, manche sagen, es war nicht seine Schuld, sondern sein Schicksal, wie ein Schlafwandler stolperte er in die Urkatastrophe – manche sagen, er war ein Kriegstreiber, ein Säbelrassler, Bramarbaseur und Ungeheuer – wer war er wirklich? Hat er es wirklich gewollt?

Wie es weitergeht, erfahrt ihr nächste Woche!