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Veröffentlichung: Der König von Burgund und die Geisel

Jeder kennt die Abenteuer von Siegfried dem Drachentöter – hier ist die Vorgeschichte seiner Feinde …
Die Königreiche Europas zittern vor Etzel, dem grausamen Hunnenkönig. Damit Burgund von seinen Reiterhorden verschont wird, muss König Gibich dem Hunnenherrscher eine Geisel stellen: Hagen von Tronje, den Sohn seines wichtigsten Beraters. Hagen schafft sich viele Feinde am Hunnenhof, doch Etzel beschließt, aus ihm den besten aller Krieger zu machen.
König Gibichs Sohn Gunther wird den Thron erben. Aber ist er wirklich geeignet, ein Reich zu führen? Gibich hegt seine Zweifel daran – da bricht ein Krieg aus zwischen Sachsen und Burgund …
Ein mächtiges Historienepos, das all die Abenteuer erzählt, die uns die alten Sagen bisher verschwiegen haben!

Der erste Band einer neuen Reihe über die Burgunden aus dem Nibelungenlied.
Der Roman ist keine Nacherzählung, sondern erweitert den bestehenden Sagenkosmos um neue Figuren und Geschichten.

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KvB 27. November 2018

Band 2 ist zu drei Vierteln geschrieben. Letzte Woche war die Krönungsszene dran; davor war ich richtiggehend aufgeregt, und dabei war ich nur die Autorin, und nicht die Figur, die gekrönt wird und fortan das Schicksal eines ganzes Königreichs auf ihren Schultern tragen muss!
Die Szene ist geschrieben, ist ausführlich und würdevoll, ganz wie vorgesehen. Interessante Zusatz-Infos: Bei der Krönung legt sich der künftige König vor dem Altar auf den Boden, die Arme in Kreuzesform ausgestreckt, genau wie der zu Weihende bei der Bischofsweihe. Der König ist dabei aber nicht allein, die anwesenden Geistlichen legen sich ebenfalls hin.

Danach ging es zurück zu den Hunnen; hier gibt es wie immer Kampf und Action, doch bald sind die Hunnenszenen endlich vorbei, dann heißt es: Alles Worms!

Band 1 wird noch immer überarbeitet; und überarbeiten ist bescheuert, wie euch jeder Autor versichern kann. Es ist schrecklich; man sieht jeden Fehler wie unter dem Vergrößerungsglas, gute Stelle sind praktisch nonexistent, denn hat man einmal den kritischen Blick eines bösmeinenden Kritikers angenommen, kann man alles hinterfragen, alles!
Schließlich soll das Buch ja so perfekt wie möglich sein – und das ist es, was das Überarbeiten so schrecklich macht: Kunst (man möge mir die Verwendung dieses Wortes an dieser Stelle nachsehen, doch im weitesten Sinne sind auch die Erzeugnisse von Selfpublishern Kunst, seien sie auch noch so stümperhaft, sofern man Kunst als Gegenbegriff zu „vernünftigem Zeitvertreib“ ansieht) ist keine Gleichung, sie ist nicht richtig oder falsch, aber das wissen wir ja alle. Kunst kann nie objektiv perfekt sein, höchstens subjektiv. In den seltenen Fällen, in denen ein vollkommenes Kunstwerk erschaffen wurde, wurde es übrigens nie von allen als perfekt anerkannt. WWV 86d. (Was sonst.)
Was dem einen Leser gefällt, findet die andere Leserin absolut schrecklich usw. Was das Potenzial hat, allen zu gefallen, kommt über das Mittelmaß nicht hinaus, aber Mittelmaß gefällt niemandem, man findet es höchstens ok.
(Überspitzt gesagt; nicht wörtlich nehmen, bitte. Ich möchte nur so tun, als könnte ich Kalendersprüche fabrizieren. Mittelmaß ist super, und jeder soll lesen, was ihn erfreut.)

In meinem Kopf zetert ein Heer bösmeinender Kritiker, und auch alle Nörgler, Trolle und Rezensenten, deren mehr oder weniger freundliche Beiträge ich je gelesen habe, geben ihren Senf dazu – glaubt mir, es gibt kein einziges Wort, das nicht irgendeiner beanstandet hätte. Dabei sind es nicht allein meine Kritiker, nein, nein, es sind alle! Wer auch immer sich zu egal welchem Buch von egal wem ausgelassen hat – seine Kritikpunkte suchen mich heim, und ich zweifle an allem.

Nur einen Kritikpunkt würde ich nicht gelten lassen, da stelle ich mich quer, und wenn das jemand beanstandet, ist es sein Problem, nicht der Fehler der Autorin:
Die Abwesenheit einer Liebesgeschichte. Hier gibt es keine Liebesgeschichte, Schluss, aus, Ende. Es gibt stattdessen Schlachten, das ist viel spannender!

Überarbeiten ist schrecklich, es verhält sich mit dem Überarbeiten geradeso wie mit den Prüfungen in der Schule: Man schuftet Tag und Nacht, dass ein gutes Ergebnis dabei herauskommt, man denkt an nichts anderes mehr, doch am Schluss will man nur noch, dass es vorbei ist. Das Ergebnis ist egal, nur endlich fertig sein!
An diesem Punkt bin ich auch bald. Bei meinen bisherigen 6 Veröffentlichungen war es genauso. Sind sie dann erst einmal veröffentlicht, ist alles wieder heiter, und ich kann das Buch in die Hand nehmen, darin herumlesen und mich darüber freuen. Dann ist es kein Projekt mehr, dann ist es ein Buch; und allein die Tatsache, dass es existiert, gibt ihm seine Existenzberechtigung. Fröhlicher Zirkelschluss, ohne den ich noch ganz den Verstand verlieren müsste. Wie Nietzsche, der verlor den Verstand, als er bei der Probe zur Götterdämmerung dabei war und schreckliche Kopfschmerzen bekam. (So wispert man in Wagnerianerkreisen.)

Also mache ich mich nun ans Überarbeiten, damit dieses Trauerspiel „Der König von Burgund Band 1“ endlich zu seinem Ende kommt.

Ziele für 2019

Mit der noch ausstehenden Veröffentlichung von „Der König von Burgund und die Geisel“ habe ich dieses Jahr 5 Bücher veröffentlicht. Das ist eine ganze Menge – und das soll im nächsten Jahr noch übertroffen werden!

2019 soll alles noch besser, noch schneller und noch bunter werden: Mehr schreiben, krassere Geschichten schreiben, mehr Experimente, unvergessliche Charaktere, mehr bloggen, …

Für 2019 habe ich mir so viele Ziele gesetzt wie noch nie. Mal schauen, ob ich sie alle erreichen kann.

Hier sind sie:

Projekte für 2019

Die fettgedruckten Projekte haben Priorität; die nicht fettgedruckten können bei Bedarf auch nach 2020 verschoben werden.

Hier die Kurzliste:

  • Projekt „Antrocuna und Frauenpower“
  • Projekt „Niedergang eines Großreiches, während die Barbaren kommen“
  • Projekt „Eingesperrte Prinzessin“
  • Projekt „Ein Galgen für den Kaiser in Mexiko“
  • Projekt „Geh doch nach Griechenland, König!“
  • Projekt „Die Giftprinzessin“
  • Projekt „Das leidende Dorf“
  • Projekt „Die blinde Königin“
  • Projekt „Bagrat, der Aufstand und die Meise“
  • Projekt „Kaiser Innozenz und der Hochstapler“
  • Der König von Burgund 3
  • Gratis-Buch zu „Der König von Burgund“
  • Gratis-Buch zu den Huwelreich-Romanen des 19. Jahrhunderts

 

  • Ein Roman, der in Antrocuna spielt. Es geht um Usurpation, Krieg, Freundschaft zwischen zwei Frauen, Feuer, das nicht von Wasser gelöscht werden kann, Zwangsheirat, die Weisheit alter Großmütter und den Aufstand unterdrückter Reiche.
    Dafür vorgesehene Zeit: 4 Wochen
    Bücher, die ich noch lesen muss: Diverse Bücher über afrikanische Geschichte
  • Ein Roman, der von „Untergang des Abendlandes“ inspiriert ist. Eine niedergehende Gesellschaft! Ein mächtiges Reich, das dahinwelkt, die Schaffenskraft seiner Gesellschaft ist erschöpft, Arbeit und Schönheit werden verachtet, man preist nur noch das Hässliche und den Genuss. Religion und Monarchie werden gestürzt, in einem großen Gemetzel kommt die Herrscherfamilie und die Priesterkaste um, bis auf einen, der will seinen Thron zurückerobern. Im Norden nähert sich ein Kriegerkönig mit seinen Horden … Ja, Rom lässt grüßen.
    Dafür vorgesehene Zeit: 4 Wochen
    Bücher, die ich noch lesen muss: Untergang des Abendlandes (Ich habe immer nur darin herumgeschmökert, und fand es schon sehr interessant. Den Anfang lasse ich allerdings weg, weil der Autor sich seitenlang über die alten Griechen und Zahlen auslässt. Pi oder so …)
  • Ein Roman, der von den Merowingern inspiriert ist. Das düsterste meiner Bücher. Ein Geheimnis, das niemand wissen darf. Der Preis fürs Wissen ist furchtbar. Zwei Zwillingsschwestern, die voneinander nichts wissen. Wer Narben trägt, erhält noch mehr, und wer vom Schicksal gezeichnet wurde, findet kein Mitleid. Mit diesem Buch sind die düsteren Thematiken erledigt, versprochen.
    Dafür vorgesehene Zeit: 9 Tage, mehr könnte ich nicht aushalten
    Bücher, die ich noch lesen muss: Einige Bücher über Merowinger, davon mehrere auf Französisch
  • Ein Roman, der vom Schicksal des Maximilian von Mexiko inspiriert ist. Kaiser Franz Josephs jüngerem Bruder wurde die Krone Mexikos angetragen. Er fuhr hinüber, regierte ein paar Jahre, und wurde beim Aufstand des Benito Juarez gestürzt. 1867 wurde er in Queretaro von einem Erschießungspeloton hingerichtet. – In meinem Projekt wird aber einiges anders sein, und das Buch wird auch einen zweiten Teil nach sich ziehen. Wie in der Geschichte ist aber auch bei mir die Hauptfigur ein Bruder des österreichischen/huwelreichischen Kaisers.
    Dauer: 4 Wochen
    Notwendige Bücher zur Recherche: Div. Bücher über Geschichte Mexikos, allesamt auf Englisch oder Spanisch
  • Ein Roman, der von Ludwig I. von Bayern, Otto von Griechenland und der übersteigerten Griechenlandbegeisterung des 19. Jahrhunderts inspiriert ist. Wir kehren zunächst zurück nach Blauwittern, alsbald gehen wir aber nach Sparthen, ins Land, das in der Antike einst bedeutend war. Mal schauen, ob dort alles so großartig ist, wie die Gelehrten Erobas behaupten … Das Buch wird humorvoll werden.
    Dauer: 9 Tage (so gerne mag ich Blauwittern und Sparthen nun auch wieder nicht)
    Recherche: Div. Bücher über Otto von Griechenland, eines über Ludwig I., das ich aber schon einmal gelesen habe
  • Ein Roman über eine Prinzessin, die liebend gerne Gift verwendet. Spielt in einem erfundenen Land irgendwo im Osten, das mit seinen Nachbarländern wenig Kontakt pflegt. (Die Welt von Huwelreich ist schließlich groß.) Hat auch Ähnlichkeiten zu „Die Schöne und das Biest“ und hat auch irgendwie Ähnlichkeiten zu Brünhild aus dem Nibelungenlied. (Ohne die Wormser, tut mir leid.) Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch, allerdings weiß ich über die Handlung bisher weniger als bei den anderen Projekten. Die Ausgangslage ist aber echt toll. Wenn mir nichts anderes einfällt, lasse ich irgendjemanden einen Staatsstreich durchführen.
    Dauer: 4 Wochen
    Bücher zur Recherche: Ich lasse meiner Fantasie freien Lauf.
  • Ein Buch über ein Dorf in der Grafschaft Zirs. (Das ist dort, wo lauter Verrückte herrschen.) Die Dorfbevölkerung wird aufgehetzt, sodass sich zwei Parteien bilden, die sich erst beargwöhnen, später hassen und dann bekämpfen. Ernstes Buch. Nicht trauriges, aber ernüchterndes Ende. Mal schauen, ob das Buch realisiert wird, obwohl die Hauptfiguren keine Kaiser sind. 🙁
    Dauer: 9 Tage
    Recherche: Ein Buch über Handwerker und Bauern und so.
  • Ein Buch über ein Land, das unlängst die Kolonialherrschaft Isolanias abgeschüttelt hat, in dem aber noch soziale Ungerechtigkeiten herrschen. Der Kampf der Unterdrückten für gleiche Rechte und der verbissene Widerstand der privilegierten Oberschicht, die ihre Privilegien nicht aufgeben will, bis eine blinde Königin in den Kampf einschreitet …
    Dauer: Keine Ahnung
    Recherche: Ein Buch über Englands Weltreich. Am besten noch mehr, aber die meisten Bücher zum Thema stehen dem Empire sehr positiv gegenüber. Ich hätte gerne etwas Neutrales bis Kritisches.
  • Ein Buch, das von Bagrat handelt. Ich habe schon eine vage Handlung im Kopf.
    Dauer: Keine Ahnung
    Recherche: Div. Bücher über die Spanier in der Neuen Welt (auf Spanisch)
  • Ein Buch über Kaiser Innozenz. Das Hauptproblem der Handlung und das Ende stehen bereits fest.
    Dauer: Keine Ahnung
    Recherche: Mal wieder ein paar Dutzend Bücher über die Kaiser des Hochmittelalters lesen
  • Der König von Burgund Teil 3
    Na, Teil 3 eben! Zur Handlung: Intrigen, Intrigen, Intrigen! Der alte Herzog enthüllt das Geheimnis, das die Leser schon längst wissen, Worms ist super, Gunther schmiedet Ränke, weil er zum ehrlichen Kampf zu feige ist, Hagen schürt Konflikte, Kriemhild wird auch wieder wichtig, neue Giftanschläge, Aufstände, Kämpfe, sogar ein bisschen Liebe. Ehrlich!
    Dauer: So lange mir es gefällt
    Recherche: Dies und das
  • Ein Gratis-Band fürs Worms-Buch
    Infos zu historischen Hintergründen (Die historischen Burgunder, Gundobad und Avitus von Vienne, der Kampf der Merowingerköniginnen und ihr kluger Schwager Guntram, Hunnen, die Zeit des Epos)
    Infos zu den Epen (das mittelhochdeutsche Epos, die Edda, die Thidrekssaga, die Dietrichsepik, der Waltharius)
    Rezeptionsgeschichte (alles, was dazugehört, und das ist eine Menge)
    Natürlich muss erwähnt werden, dass Götterdämmerung meine Lieblingsoper ist, damit ich, wenn ich eines Tages berühmt bin, eine Karte für die Festspiele geschenkt bekomme und zum glücklichsten Menschen der Welt werde (Hinweis: Ich mag übrigens konservative Inszenierungen, und meine Lieblingsopernsänger müssen mitsingen, bitte, bitte!)
    Eigene Erläuterungen
    Wie Wilhelm I. und Bismarck zur preußischen Version von Gunther und Hagen wurden
    Spoiler für das Ende der Serie*
    Dauer: Nicht länger als 2 Wochen, Lektorat und Veröffentlichungsprozess miteingerechnet
  • Ein Gratis-Band für die Huwelreich-Romane aus dem 19. Jahrhundert
    Mit historischen Hintergründen: Kapitel über die wichtigen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, Kaiser, Kanzler, Komponisten, Hofleben, Diplomatie und viele Anekdoten. Sollte eigentlich ganz leicht zu schreiben sein – ich schalte das Mikrofon ein, und nehme auf, was ich den lieben langen Tag so von mir gebe. Am Abend ist das Buch fertig und muss nur noch von Dialekt ins Hochdeutsche übersetzt werden.
    Dauer: Nicht länger als 2 Wochen, Lektorat und Veröffentlichungsprozess miteingerechnet
  • Ein kommerzielles Buch schreiben. Mit Liebe (oh Manno …) – ohne Monarchie (Nein! Das geht nicht!), und ohne Staatsstreiche (Wie soll das möglich sein?), ohne Giftanschläge und Politik und ohne all die Dinge, die Spaß machen.
    „Ähm – also, wenn es um Liebe gehen muss – Kann es auch die Liebe eines Untertanen zu seinem Herrscher sein? Da hab ich nämlich einen, der würde sich für seinen König –“
    „Wenn es romantisch wird, dann gerne!“
    „Also, romantisch wird es nicht. Er liebt ihn, wie ein treuer Diener seinen Herrn liebt, er würde für ihn Reiche erobern und macht für ihn Politik.“
    „Auf keinen Fall!“
    „…“

Andere schreibrelevante Ziele für 2019

 

  • Ein Organisationssystem für meine Notizen entwickeln.
    Bis jetzt hab ich da nämlich nix im Griff: Ich schreibe meine Notizen auf kleine quadratische Zettelchen, die liegen dann entweder auf dem Schreibtisch, in Gesellschaft von einem Dutzend Stiften und einem Dutzend anderer quadratischer Zettelchen, oder ich lege meine Zettelchen in eine dafür vorgesehene Box und vergesse die Zettelchen mitsamt Inhalt, weil ich nie in die Box hineinschaue. 2019 muss ich endlich ein formidables Ordnungssystem finden.
  • Mindestens einmal wöchentlich bloggen. Themen sind egal, in der Hauptsache, sie haben etwas mit meinen Büchern, den historischen Hintergründen oder dem Schreiben allgemein zu tun.
  • Einmal 5000 Wörter am Tag schreiben
  • Einmal 10.000 Wörter am Tag schreiben (?)
  • Ein ganzes Buch direkt am Computer schreiben, nicht auf Papier. Ich möchte wissen, wie sehr sich mein Schreibstil dann von dem der handgeschriebenen Bücher unterscheidet.
  • „Wie man einen Kaiser erpresst“ neu hochladen. (eBook und Druckausgabe, und ich hasse das Hochladen! Es macht mich immer so nervös.) Das Cover bleibt dasselbe.

 

* Nein, natürlich nicht! 😉

Veröffentlichung: Der Kaiser, sein Feind und der Krieg

General Rudolf von Kückenstaal taugt nicht zum Schlachtenlenker. Seine Frau Susanna dagegen ist ein Genie im Erstellen von Operationsplänen. Rudolf ist Mitarbeiter im Generalstab, seine Pläne aber stammen von seiner Frau. Dank ihres Talents gewinnt das Kaiserreich Huwelreich seine Feldzüge – doch eines Tages stirbt Rudolf. Das ist nicht nur eine Tragödie für seine Frau, das ist eine Tragödie fürs ganze Kaiserreich: Ohne Susannas Pläne wird Huwelreich seine Kriege wieder jämmerlich verlieren. Doch eine Frau beim Heer, das ist undenkbar … Da beschließt Susanna, den Tod ihres Mannes zu vertuschen und sich als General Rudolf von Kückenstaal auszugeben. Es beginnt der größte Skandal, den Huwelreich je erlebt hat.

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Auf der Suche nach dem passenden Cover

Premade-Cover sind genial für introvertierte Autoren: Man kann im Internet heimlich, still und leise Galerien mit zehntausenden Covern durchstöbern, bis man man das passende Cover gefunden hat. Dann kann man es je nach Anbieter selber mit Titel und Autorennamen versehen und herunterladen, oder man kann es kaufen und wird kurz darauf von der Coverdesignerin kontaktiert, damit sie Titel und Autorenname ergänzen kann. Premade-Cover sind super!

Die Cover-Suche ist mit eine der schönsten Aufgaben eines Selfpublishers. Denn bei der Coversuche gibt es sie wirklich: die Liebe auf den ersten Blick! Manchmal macht es einfach Klick, und man hat das perfekte Cover gefunden, ein Cover, das man am liebsten auch noch als Bildschirmhintergrund, Tätowierung und Lackierung auf dem Auto haben möchte! Das ultimative Cover, das Cover, das nur für uns gemacht wurde! Das sind die schönsten Momente. („Der Kaiser von Huwelreich“ und „Wie man einen Kaiser erpresst“ sind solche Cover.)

Die Cover-Suche kann aber auch sehr frustrierend sein. Man klickt sich durch hunderte Cover, keines passt, die Stichwortsuche liefert einem die absurdesten Suchergebnisse (wer bitteschön hielt es für eine gute Idee, seine roten und grauen Cover für Horrorromane mit dem Schlagwort „pink“ zu versehen?), und man fragt sich, ob man nicht doch ein maßgeschneidertes Cover in Auftrag geben soll (und dann ein halbes Jahr warten muss).

Wer noch nie ein Premade-Cover gesucht hat, sollte es unbedingt machen!

Was gilt es bei der Cover-Suche zu beachten? Hier ein paar Gedanken.

  • Viele Cover-Designer verwenden Stockfotos. Also nicht wundern, wenn das Model des eigenen Covers auch auf einem anderen Cover zu sehen ist, aber mit einem neuen Hintergrund.
  • Ein Cover sagt mehr als tausend Worte: Das Titelbild sollte die Stimmung und das Genre des Buches wiedergeben, damit die potentiellen Leser erahnen können, was sie in diesem Buch erwartet. Deshalb konzentrieren wir uns bei der Cover-Suche am besten auf die Stimmung unserer Geschichte und können dann gleich alle die aussortieren, die nicht dazu passen.
  • Cover-Designer versehen ihre Cover oft mit Suchbegriffen zu Stimmung, Atmosphäre und Gefühlen: „sadness“, „loyalty“, „dark“ …
  • Cover-Designer versehen ihre Cover aber auch gerne mit Schlagwörtern, die überhaupt nichts mit den Objekten auf dem Cover oder mit der Stimmung des Buches zu tun haben. Ein Cover für einen Western, auf dem eine hübsche Dame und ein Pferd zu sehen sind, findet sich unter dem Schlagwort „Löwe“; und unter dem Schlagwort „König“ findet man einen smarten Burschen im Anzug mit Notebook und Krawatte. (?)
  • Cover mit Personen und/oder Tieren sind für viele Leser weitaus ansprechender als Cover, die nur Landschaften oder Gebäude zeigen.
  • Cover, bei denen die Person dem Betrachter den Rücken zuwendet, finde ich nie ansprechend. Die Person wirkt vielmehr abweisend, als wäre es ihr Wurscht, ob der Leser ihre Geschichte liest oder nicht. Geht es euch auch so?
  • Ich höre es immer wieder: Schachfiguren auf dem Titelbild sind langweilig. Es muss schon wirklich gut gestaltet sein, mit irgendeiner Besonderheit, damit ein Schachbrett-Cover die Leser anspricht. (Der Kaiser, sein Feind und der Krieg!)
    (Ich persönlich liebe Schach-Cover, aber ich habe auch einen Kugelschreiber in Form eines Schwerts, obwohl er scheußlich aussieht.)
  • Wenn ein Cover zu aufgeregt ist, wenn man nicht weiß, wo man zuerst hinsehen soll – lieber ein anderes nehmen.
  • Egal welches Schlagwort – es ist immer mindestens ein Bild von Neuschwanstein dabei!
  •  Für amerikanische Autoren mag sich diese Frage nicht stellen, aber für deutschsprachige sehr wohl: Sollen Neuschwanstein oder Hohenzollern, die Nr. 1 und 2 unter dem Stichwort „Castle“, auf dem Titelbild eines Fantasyromans erscheinen, oder sind sie für unsere Leser zu sehr Teil der Wirklichkeit? Amerikanische Leser denken sich dabei vielleicht „schönes Fantasie-Schloss, tolle Fantasygeschichte“, aber denken sich die Leser im deutschsprachigen Raum nicht eher „Ach, Neuschwanstein – Ludwig II. – Bayern – Wagner – Schulden – Wahnsinn, usw.“?
    Mont-Saint-Michel trifft man ebenfalls oft auf Premade-Covern für Fantasy-Romane an, meist unter dem Schlagwort „Castle“, dabei ist es doch eine Abtei …
  • Wenn man zweimal hinschauen muss, um die Figuren/Gegenstände auf dem Cover zu erkennen, ist das schon einmal zu viel.
  • Das Cover muss auch in Schwarz-weiß und in Fingernagelgröße einen guten Eindruck machen.
  • Die Personen auf dem Cover müssen nicht eins zu eins den Figuren des Romans entsprechen. Identische Haarfarbe usw. sind nachrangig, wichtiger ist, dass die Gestalt auf dem Cover der Leserin einen Eindruck vermittelt, welche Gefühle im Buch vorherrschen. Die weibliche Hauptfigur von „Der König von Blauwittern“ z. B. ist fahlblond und verhärmt und muss viel leiden; das Cover-Model dagegen ist schwarzhaarig und wunderschön, sieht aber aus, als hätte sie schon Schlimmes erlebt und kämpft sich trotzdem durch. Da ihre Haltung und ihr Gesichtsausdruck sehr gut die Grundstimmung der Hauptfigur wiedergeben, passt sie sehr gut zum Buch.
  • Figuren, deren Gesicht von einer Kapuze verdeckt ist, sind nicht cool, die sind eher dämlich. Ich hab’s mal ausprobiert, hab mir die Kapuze ins Gesicht gezogen, bis mich niemand mehr erkennen konnte, und das Ergebnis: Ich hab selber auch nichts mehr gesehen.
  • Man findet schwerlich Cover für Mittelalter-Romane ohne Drachen. Man findet auch oft Ritter mit dem roten Kreuz der Templer auf dem weißen Waffenrock. Ob man Templer für ein Fantasy-Cover verwenden soll, obwohl es nicht um Templer geht? – Und ein sehr beliebtes Stockmodel ist der Ritter im blauen Waffenrock mit dem Einhorn auf dem Schild. Der hält das Schwert in dramatischer Pose, aber das Einhorn macht das ganze etwas luftiger und zarter. Wenn man drauf achtet, ist er plötzlich überall!
  • Es gibt Cover, die sind so schön, und man würde sie so gerne kaufen – nur leider hat man keinen passenden Roman.
  • Der Garten mit dem Springbrunnen auf „Die Rose von Huwelreich“ hat mir so gefallen, dass ich ihn in „Wie man einen Kaiser erpresst“ zu einem der Schauplätze der Handlung machte!
  • Manchmal findet man trotz eifrigster Suche nicht das Traumcover. Das ist nicht schlimm: Wir sind Selfpublisher, wir können unsere Bücher problemlos neu veröffentlichen, wenn uns eines Tages das Traumcover gefunden hat!

Historische Romane, Fantasy und Wörter

Die Merowingerkönigin Brunichild wurde 613 hingerichtet, indem man sie an die Hufe eines Pferdes band und das Pferd losgaloppieren ließ, sodass sie zwischen den Hufen zerrissen wurde. War dieser Tod sadistisch? Ja und Nein. Im Frühmittelalter gab es keine Sadisten. Dieses Wort geht nämlich zurück auf Marquis de Sade, einen Zeitgenossen der französischen Revolution. – Wir heutigen Menschen können diesen Tod der Merowingerkönigin (sie war übrigens schon Urgroßmutter) sehr wohl als sadistisch bezeichnen – verwendet jedoch eine Figur in einem historischen Roman dieses Wort, dann fällt das zumindest den Etymologie-Fans unter den Lesern negativ auf.

Ein historischer Roman oder ein Fantasyroman hat ständig mit solchen Fallstricken zu kämpfen: Alle Wörter haben eine Herkunft, und so manches aparte, scheinbar alte Wort entpuppt sich als Produkt der Neuzeit, oder entstammt einer Kultur, die in die Fantasywelt so gar nicht hineinpasst, oder ist von einem Eigennamen abgeleitet.
Autorinnen historischer Romane wollen nach Authentizität streben, und Fantasyautorinnen nach in sich stimmigen Welten. Die Schwierigkeit besteht darin, die anachronistischen, unpassenden Wörter zu erkennen – eine Aufgabe, die wohl ein einzelner Autor kaum bewältigen kann, es sei denn, er ist hauptberuflich Etymologe. Und so manches Wort, das schon im Mittelalter verwendet wurde, hatte eine völlig andere Bedeutung. Das Beispiel aller Beispiele: Goethes Faust bezeichnet Gretchen als „Dirne“. Dieses Wort, das schon im Althochdeutschen gebräuchlich war, hieß jahrhundertelang nichts anderes als „Dienerin, Jungfrau, junges Mädchen“. Daher auch das Dirndl.

Es folgt eine Liste mit Wörtern, die eine interessante Herkunft haben. Die Liste basiert auf keinem ausgefeilten Prinzip; ich habe einfach die Wörter aufgeführt, die mir einfielen. (Ich wollte früher übrigens Etymologie studieren, bevor ich meine Passion für Geschichte entdeckte.)

ausmerzen – eigentlich müsste dieses Wort „ausmärzen“ heißen, aber das ging den Leuten von der Rechtschreibreform wohl durch die Lappen. Im März werden viele Lämmchen geboren; die schwachen und kränklichen Lämmchen wurden gleich geschlachtet.
Nun stellt sich gerade Fantasyautoren die Frage: Kann man etwas ausmerzen, wenn man keinen März hat? Vermutlich werden sich die wenigsten Leser daran stoßen.

zermartern – abgeleitet von Märtyrer, auch Martyrer, griech. „Blutzeuge“
Kann man sich zermartern, wenn es keine Christen gibt?

Die Wochentage – Machen wir es kurz und schmerzlos: Dienstag kommt von Tiu, dem nordischen Gott des Krieges, Donnerstag von Donar, bzw. Thor, bzw. einem super Film, Freitag von Frija bzw. Frigg, der Gattin Odins. Im Englischen verhält es sich ähnlich, hier ist zusätzlich der Wednesday der Tag Wodans.
Kann man in einer Fantasywelt von Freitag sprechen, oder zeugt das von schlechtem Weltenbau?

fechten – das bezeichnete einst jede Art von Kampf. In diesem Sinne ist das „Gefecht“ des 19. Jahrhunderts mit Schusswaffen usw. etymologisch völlig korrekt.

Kaiser – „Der Kaiser ist fürwahr ein schneidiger Mann!“ Das Wort leitet sich ab von keinem geringeren als Caesar, was „der aus dem Mutterleib Geschnittene“ bedeutet. „Zäsur“ und „Zar“ sind ebenfalls damit verwandt.

Boykott – benannt nach einem irischen Grundstücksverwalter

Litfaßsäule – benannt nach ihrem Erfinder

Lärm – aus ital. all’arme „Zu den Waffen“. Erst im Spätmittelalter/in der frühen Neuzeit als „Alarm“ und später „Lärm“ in die deutsche Sprache eingegangen.
Ich habe mich entschieden, in meinen Romanen, die im Mittelalter spielen, trotzdem das Wort „Lärm“ zu verwenden. Das aus dem Mittelhochdeutschen stammende „Getöse“ alleine reicht einfach nicht aus.

Lukullisch – im 18. Jh. gebildet; bezieht sich auf den römischen Feinschmecker Lucullus

Dolch – natürlich gab es im Mittelalter Dolche, das Wort wird jedoch erst seit dem 15. Jahrhundert verwendet und wurde wohl über das Lateinische aus dem Griechischen entlehnt.
Ich habe mich entschieden, in meinen Mittelalterromanen trotzdem das Wort „Dolch“ zu verwenden.

drakonisch – benannt nach dem alten Griechen Drakon, der für Athen Gesetze mit harten Strafen erließ

Emanzipation – aus lat. „emancipatio“ (Freilassung des Sohnes aus der väterlichen Vormundschaft)

Sklave – verwandt mit Slawe, weil zur Entstehungszeit des Wortes die meisten Sklaven Slawen waren

Muskeln – aus dem Lateinischen entlehnt am Anfang des 18. Jh. Musculus heißt eigentlich Mäuschen, weil die Bewegungen der Muskeln eines kräftigen Armes einer umherhuschenden Maus ähnlich sind.

Nerv – aus dem Lat. entlehnt am Anfang des 16. Jahrhunderts. Im Mittelalter wurden die Nerven für Sehnen gehalten und als solche bezeichnet. Auch Seil und Saite sind etymologisch mit Sehne verwandt.

Martialisch – abgeleitet von Mars, dem Kriegsgott

Steppe – Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem Russischen entlehnt

Dollar – abgeleitet vom Taler

Figur – war schon im Mittelhochdeutschen im Gebrauch im Sinne von „plastische Darstellung“, wie auch „Gestalt, Erscheinung“

Schal – aus dem Persischen; wurde bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts „Shawl“ geschrieben

schal – das Adjektiv im Sinne von „fade“ ist erst ab dem 14. Jahrhundert im Mitteldeutschen im Gebrauch
(Trotzdem verwende ich es für einen Roman, der um 1180 spielt. Man sieht: Fast jedes Wort könnte man hinterfragen.)

faseln – erst ab dem 17. Jh. bezeugt. Früher hat man wohl nur Vernünftiges geredet.

fesch – entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts aus engl. „fashionable“

Gruppe – Anfang des 18. Jahrhunderts im Deutschen verwendet (Übernahme aus dem Französischen). Eventuell geht das Wort jedoch auf ein germanisches Wort zurück.
Für Pedanten: Keine Gruppen im Mittelalter!

hold – Die holde Maid hat im Mittelalter eigentlich nichts zu suchen. „Hold“ wird erst seit dem 18. Jh. als Synonym für „lieblich, anmutig“ verwendet. Davor war es ein richtig schönes Feudalismus-Wort und bezeichnete das Verhältnis zwischen Lehnsherr und Lehnsmann. Einerseits hieß es „gnädig, geneigt“, andererseits „treu ergeben“. Vgl. „jemandem hold sein“
Auf die Formulierung „Mein holder Lehnsmann“ wird man in meinen Büchern jedoch vergeblich warten. Die meisten Leser würden an dieser Stelle stutzen und viel zu viel hineininterpretieren …

ach herrje – Verkürzung von „Herr Jesu“. In Welten, die Jesus nicht kennen, müsste man sich andere Ausrufe ausdenken.

Wallach – kam im 15. Jh. in den deutschen Sprachraum mit der Bedeutung „verschnittener Hengst aus der Walachei“. Der Name der Walachei wiederum basiert auf dem slaw. Wort für romanische Länder.
Auch schon die Hunnen hatten wahrscheinlich Wallache. Wenn man einen Hunnen auf einem Wallach reiten lässt, ist das dann ein Fehler?

hübsch – abgeleitet von Hof, höfisch usw. und hieß ursprünglich „gesittet, edel, wie bei Hofe“
Eine hübsche Bauernmagd würde im Hochmittelalter niemand hübsch nennen, aber einen alten Ritter, der mit tadellosen Umgangsformen mit den Damen tändelt.

Kavalier – Eine Gesellschaft, die keine edle Reiterkriegerschicht kennt, kennt auch keine Kavaliere.

Waffenmeister – Nicht etwa der Typ, der die Schwerter poliert, sondern der Geschützgießer. Wurde auch verwendet, um den Mann zu bezeichnen, der die Geschütze in Stand hält und das Pulver mischt. – In so vielen Nacherzählungen des Nibelungenlieds ist entweder der alte Hildebrand oder Hagen oder es sind gleich beide Waffenmeister … Genau. Und Luther stellte seine 95 Thesen ins Internet. (In „Dietrich von Bern“ ist der alte Hildebrand nie Waffenmeister; den Titel „Meister“ habe ich ihm aber belassen, im Sinne von „Meister des Schwertkampfes, oder des Meckerns“)

Hexe – abgeleitet von Hag (Dorngebüsch, Zaun). Nach germanischer Vorstellung reitet eine Hexe auf einem Zaun. Verwandt mit Hecke, Gehege, hegen und engl. hedge.

Kapelle – abgeleitet von lat. Cappa, Capella (Kapuzenmantel). Und wenn es um Kirchen und Mäntel geht, wissen alle Bescheid: Am Anfang dieses Begriffes steht St. Martin, der Bischof von Tours, der vor Amiens so gütig den Mantel teilte. Über seinem Mantel wurde ein Gebäude errichtet zur Verehrung der Capella, und so kam dieser Begriff in die Welt.

Frau und Weib – „Weib“ war die wertungsfreie Bezeichnung für den weiblichen Menschen, hatte also die Bedeutung inne, die heutzutage „Frau“ hat; „Frouwe“ war die adlige Frau.
Wenn man als Autor jede Bäuerin als Weib bezeichnet, wirkt die perspektivtragende Figur auf die heutigen Leser unsympathischer, als sie in Wirklichkeit ist. Darf man guten Gewissens das Wort „Frau“ mit der Bedeutung, die es für uns heute hat, ins Hochmittelalter versetzen?

bezirzen – von Kirke, der Zauberin und Femme fatale aus der Odyssee

Milde – Im Mittelhochdeutschen bezeichnete „Milte“ die Freigebigkeit. Darum baten Bettler um eine „milde Gabe“ – es durfte also schon ein bisserl mehr sein.
Lange habe ich darüber nachgegrübelt, ob ich in meinen Büchern, die im Mittelalter spielen, das Wort „mild“ im mittelhochdeutschen oder im neuhochdeutschen Sinne verwenden soll. Ganz entschieden habe ich mich noch immer nicht.

feige – althochdeutsch „zum Tode bestimmt, dem Tode nahe“, mhd. „zum Tode bestimmt, verwünscht, eingeschüchtert“
Man vergleich die zweimalige Verwendung dieses Wortes im Nibelungenlied.

blöd – mhd. „gebrechlich, zart, zaghaft“; der Bedeutungswandel zu „dumm, doof“ erfolgte erst im 16. Jahrhundert. Das sagt viel darüber aus, wie schüchterne Menschen von ihrer Umgebung wahrgenommen werden.

Was sagt uns das nun? Wie soll ein Autor verfahren, wenn er in seinem Manuskript auf ein Wort stößt, das für die Epoche seines Romans noch nicht belegt ist? Wie viel Authentizität fordern die Leser?

Eine korrekte Antwort lässt sich darauf wohl nicht finden. Während die Mehrheit der Leser sich wohl daran stoßen, wenn die Ritter im Mittelalter „trainieren“, werden die wenigsten sich darüber ärgern, wenn jemand eine Anekdote erzählt. Dabei gelangte dieses Wort erst im 18. Jahrhundert über den Umweg über Französisch in den deutschen Sprachgebrauch. Zu viel Authentizität kann wiederum wie ein Fehler wirken: Im 19. Jahrhundert forderte man sich zum Duell „auf“ Pistolen. Moderne Leser mutet das wiederum merkwürdig an. „Bube“ war früher ein Synonym für „Schurke“ – diese Bedeutung ist inzwischen verlorengegangen, und unsere heutigen Leser würden diesen Begriff nicht als Schimpfwort erkennen. Einen herausragenden Kämpfer nannte man im Mittelhochdeutschen gerne „Degen“ – mancher Leser würde sich vielleicht ärgern über die Unkenntnis der Autorin, die meint, die dünne Waffe namens Degen hätte man schon im Hochmittelalter gekannt.

Streber könnten ihrem Roman eine Liste anachronistischer Wörter anfügen. Das würde aber vermutlich niemanden interessieren und hülfe nur gegen das schlechte Gewissen. Schlussendlich muss jede Autorin selbst bestimmen, wie sehr sie sich dem Wortschatz ihrer jeweiligen Epoche annähert.

Falls jemand wie ich einmal auf den Gedanken kommt, das Wort „Hindin“ zu verwenden (die poetische Bezeichnung für eine Hirschkuh): Lieber nicht. Die Leser halten es bestimmt für einen Schreibfehler. In meinem konkreten Fall sollte der Held seine Schwester mit einer Hindin vergleichen, und meint das positiv. Die Leser hätten vermutlich alle gedacht, er vergleicht sie mit einer Hündin …

 

 

KvB 19. Oktober 2018

Gestern habe ich 10.000 Wörter diktiert und festgestellt: Das neue Buch wird ca. 350 Seiten haben. Nun muss ich noch zwei Szenen schreiben: Beide spielen auf einer Jagd (das bin ich ja gewohnt, die Typen in meinen Büchern gehen ständig zum Jagen), und es wird auch geflirtet. Eine rustikale sächsische Königstochter flirtet mit dem Protagonisten, und danach flirtet gleich eine zweite mit ihm! Ich bin gar nicht sonderlich motiviert, ich mag keine Flirtszenen, vor allem nicht, wenn meine Wormser betroffen sind. (Die Flirtszenen in „Wie man einen Kaiser erpresst“ und „Der Kaiser von Huwelreich“ waren dagegen sehr schön zu schreiben, da gefiel es mir.) Außerdem muss ich noch zwei weitere Figuren näher einführen, die in den anderen Bänden noch eine wichtige Rolle spielen werden.

In „Der König von Burgund“ treten ja viele prominente Figuren des Nibelungenlieds auf. (An die Fans von Siegfried und Brünhild: Ihr werdet enttäuscht; und an die Fans von Alberich: Gibt es euch wirklich?) Außerdem treten viele Figuren auf, die von mir stammen: Bischof Gerd, Siegberth von Thüringen, Otto von Sachsen und sein Sohn Otto, Onkel Godomar, Aribo von Eiserntal, die Grafen von Heuchelheim und von Kriegsheim, der alte Herzog und wer nicht noch alles.
ABER (und das verrate ich nur hier auf meinem Blog, es ist also ein Geheimnis zwischen uns): Puristen, die sich über diese neuen Figuren ärgern, können sich freuen. Ich brauche nämlich viele Figuren als „Kanonenfutter“. Sie werden euch nicht ewig stören. 😉

Wenn ich so rekapituliere, was bisher meine Lieblingsszenen im Burgund-Buch waren, dann sind das einerseits natürlich die Szenen, in denen Worms eine wichtige Rolle spielt (Worms ist immer die mächtige Metropole. Aber manchmal fühlt sich Worms auch an wie Huwelreichs Gutensaat, niedlich und heimelig. Bloß, dass Worms zusätzlich die Hauptstadt der Intrigen ist.) Außerdem hatte ich schon ein paar Szenen, in denen Hagen Leute manipuliert oder mit wohlbedachtem Charme zu Dingen überredet, die sie gar nicht wollen, und ich liebe Manipulationsszenen! Und ich liebe die Szenen, in denen Hagen eiskalt oder aggressiv oder unnahbar oder zornig oder alles zugleich ist (also alle Szenen mit ihm). Das Lustige daran ist, dass er sich selber für einen Mann mit Stahlnerven hält.

Was ich nicht mag, sind Flirtszenen. Würden sie sich dabei über Vielvölkerstaaten unterhalten, dann könnte das was werden, aber wir sind hier nicht in Huwelreich, sondern in Sachsen. Über Wagner können sie sich auch nicht unterhalten, denn wir sind hier im Mittelalter … Allerdings erwähne ich, dass Gunther sich für Hildegard von Bingen interessiert. Die ist zur Zeit meines Buches das Flaggschiff der Medizin! Zur Recherche für mein Buch las ich sogar „Über Ursache und Entstehung der Krankheiten“. Das war interessant … Es wird auch einen Auftritt im Burgund-Buch haben, aber nicht im ersten Teil.

Ich sollte allmählich aufhören, denn, um es mit dem Friedenfelser zu sagen: „Verzeihen Sie, ich fasle.“ – Drückt mir die Daumen, dass meine Flirtszenen gelingen!