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Veröffentlichung: Der König von Burgund und die Geisel

Jeder kennt die Abenteuer von Siegfried dem Drachentöter – hier ist die Vorgeschichte seiner Feinde …
Die Königreiche Europas zittern vor Etzel, dem grausamen Hunnenkönig. Damit Burgund von seinen Reiterhorden verschont wird, muss König Gibich dem Hunnenherrscher eine Geisel stellen: Hagen von Tronje, den Sohn seines wichtigsten Beraters. Hagen schafft sich viele Feinde am Hunnenhof, doch Etzel beschließt, aus ihm den besten aller Krieger zu machen.
König Gibichs Sohn Gunther wird den Thron erben. Aber ist er wirklich geeignet, ein Reich zu führen? Gibich hegt seine Zweifel daran – da bricht ein Krieg aus zwischen Sachsen und Burgund …
Ein mächtiges Historienepos, das all die Abenteuer erzählt, die uns die alten Sagen bisher verschwiegen haben!

Der erste Band einer neuen Reihe über die Burgunden aus dem Nibelungenlied.
Der Roman ist keine Nacherzählung, sondern erweitert den bestehenden Sagenkosmos um neue Figuren und Geschichten.

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Was sich Autoren dabei denken – Teil 1

Hier möchte ich einmal einen Einblick geben in die Arbeit als Autorin. Wie schreibt man ein Buch? Wie formuliert man Sätze? Denkt sich die Autorin etwas dabei, oder tippt sie einfach so drauflos?*
Dazu zeige ich anhand eines kleinen Ausschnitts aus „Dietrich von Bern: König ohne Reich und Krone“, welche Gedanken in die Erstellung einer Romanszene einfließen.**

Es handelt sich hierbei um den Anfang des Kapitels „Die Aaskrähen kommen“, in dem die Burgunden von Worms zum ersten Mal auftreten.

Aaskrähen kreisten über ihnen.

Alliteration! Krähen kreisten. 1.: Ich liebe Alliterationen. Ich finde, sie verleihen jedem Satz gleich mehr Kraft. 2.: Die Burgunden Gunther und Hagen treten auch auf in Richard Wagners „Götterdämmerung“. Dort singen die Figuren in Stabreimen. Jede Alliteration in Szenen der Wormser ist ein Gruß an Wagner!

Böse Zungen nannten Gunther den König der Aaskrähen. Er wünschte den Besitzern dieser Lästerzungen einen qualvollen Tod, langwierig und elend.

„Böse Zungen“: „alt“ klingende Formulierung. Man soll ja sehen, dass wir im Mittelalter sind.
Zitat aus der Götterdämmerung, 2. Aufzug 4. Szene: „Die Zunge, die sie lästert, soll ich der Lüge sie zeihen?“
„Langwierig und elend“: Eigentlich impliziert ein qualvoller Tod die Adjektive „langwierig und elend“, insofern ist diese Stelle redundant und damit überflüssig. Aber ich entschied mich dafür, weil 1.: die zwei Adjektive verstärken den Satz; die Endung auf „qualvollen Tod“ wäre für mich zu leise, denn „Tod“ ist ein eher weiches Wort, weil es auf „d“ endet, und 2.: sie verdeutlichen die Emotionen der perspektivtragenden Figur. Er empfindet den Lästerern gegenüber geradezu übertriebenen Zorn.

– Das Schlachtfeld war übersät mit Toten. Schlachtfelder waren alle gleich: Das Stöhnen der Sterbenden, die Rufe nach der fernen Mutter, der Flügelschlag der Krähen, der Geruch nach zerstampfter Erde und Blut. Die Sonne blinkte auf zerborstenen Schwertern und rotgefärbten Kettenhemden, gespaltenen Helmen und weiten Blutlachen; man könnte meinen, den Himmel erquicke dieses Schlachtfeld ohne Maß.

Viele Alliterationen. Die geradezu lapidare Aufzählung soll zeigen, dass die Figur sich nicht näher mit dem Schlachtfeld befassen will; sie will Distanz zwischen sich und ihre Umgebung bringen. Die vielen „fs“ und „schs“ lassen den Text wie gezischt oder geflüstert wirken. Diese Figur will auf dem Schlachtfeld nicht lachen oder lustig sein. Außerdem mag ich Zischlaute, und gerade bei dieser Figur treten vermehrt welche auf (das hatte ich nicht geplant, das ergab sich so). Ich finde, es passt zu ihr. Zischlaute klingen intrigant und verlogen.
„erquicke“: gemäß Duden ein Wort des „gehobenen“ Sprachgebrauchs. Das passt, denn der Perspektivträger ist ein Höfling und verfügt über – für seine Zeit –beachtliche Bildung.

Keine Wolke in Sicht. Die Sieger müssten sich beeilen bei der Bergung ihrer Verwundeten.

Ein klarer Fall von Euphemismus. Wenn es heiß ist, setzt die Verwesung schneller ein. „Die Sieger müssten sich beeilen …“ soll ungerührt klingen.

Gunther hielt sein Pferd an. Wie so oft gehorchte er Hagens Rat nicht:

Satz 2: Mein Lieblingssatz im ganzen Buch!!!
Man könnte jetzt natürlich sagen: Das ist eine falsche Kollokation! Es heißt nicht „jemandes Rat gehorchen!“ Man kann auf Rat hören oder vielleicht einen Rat befolgen, aber doch nicht gehorchen! Man gehorcht Befehlen!
Doch das ist gewollt. Mit diesem Satz ist das Verhältnis zwischen König Gunther und seinem Vasallen Hagen so kurz wie möglich definiert.

Nun ließ er den Blick schweifen übers Schlachtfeld, damit er jeden Funken Elend in sich aufnehmen und monatelang daran leiden konnte. Ganz gleich wie viele Schlachtfelder er sähe, niemals würde es ihn abhärten; sein Herz war zu sanft dafür. Hagen neigte sich zu ihm und raunte: „Es hilft nichts. Sieh nicht hin.“
„Wenn ich nicht helfen kann, so will ich doch trauern“, sagte Gunther.

Eigentlich müsste es heißen: „übers Schlachtfeld schweifen“. Doch dann folgen zu viele Endungen auf -en. Ein Satz mit zu vielen -en als Endsilben klingt hässlich.
„sähe“: Ich liebe Konjunktiv. Im Nibelungenlied gibt es super Konjunktive: „in slüegen schachaere da er füere durch den tan“ usw. … Figuren, die Konjunktiv verwenden, besitzen bei mir mehr Bildung als Figuren, die den Konjunktiv mit „würde“ bilden.
Wenn der Konjunktiv jedoch nicht eindeutig erkenntlich ist oder wenn er doof klingt, kommt die „würde“-Form zum Einsatz. Hier sieht man es schön: „niemals härtete es ihn ab“ klänge doof wegen des -tete. (Aus eben dem Grund verwende ich auch fast nie „antwortete“. Ich kann „antwortete“ einfach nicht leiden.)
„so will ich doch trauern“: Wir sind in einem humorvollen Mittelalterroman, da darf man schwülstig reden!

Gestalten stolperten übers Schlachtfeld: Mancher Verwundete rappelte sich auf und wankte zurück in Richtung des Lagers; Knappen staksten über die Gefallenen, suchten nach ihrem Herrn und schraken zurück vor den vielen reglosen Gesichtern ihrer Bekannten. Die Thüringer waren geflohen und hatten ihre versehrten Männer zurückgelassen – die Hessen natürlich würden sich um sie erst als letzte sorgen. Am Rand drängten sich die Rösser aneinander, in Furcht ob der einsetzenden Verwesung. Totenwache schnaubte ungerührt. Wie Hagen hatte er genug Schlachtfelder gesehen und geriet über den Anblick nicht mehr in Schrecken.

„staksten“: impliziert die Furcht der Knappen; wer stakst, ist ungelenk und starr; die Knappen hier sind vor Furcht (und Ekel?) unbeholfen
„schraken“: Manchmal achte ich auch auf „Vokalharmonie“. Das „a“ in „staksten“ und „schraken“ harmoniert sehr schön.
„versehrten“: Ein Wort, das man heutzutage nur noch in Bezug auf Kriegsverletzungen liest. Es kommt in seiner mittelhochdeutschen Form mehrmals im Nibelungenlied vor, glaube ich.
„würden sich um sie erst als letzte sorgen“: Wie oben beschrieben. Hier wäre der Konjunktiv: „sorgten sich um sie erst als letzte“ irreführend. Noch liegen die Thüringer hilflos auf dem Schlachtfeld herum. Mit dem Konjunktiv wäre das evtl. nicht deutlich genug.
Dass Pferde Verwesungsgeruch nicht mögen, weiß ich nur von diversen Berichten von Soldaten des Ersten Weltkriegs.
„in Furcht ob“: Schöne, altertümliche Formulierung.

Gunther hielt sich nur mit Mühe noch aufrecht. Manchmal schloss er die Augen. Hagen verfluchte sich tausendmal, dass er ihn überhaupt mitgenommen hatte; schal und unbedeutend schien nun der Preis, der ihnen winkte. Er hasste es, wenn sein König litt.
Hinter ihnen harrte schweigend das Heer. Da! Endlich! Markgraf Gere von Trier ritt vom Schlachtfeld zu ihnen zurück.
„Sie willigen ein, Euch zu empfangen, Herr.“
„Wohlan“, sagte Gunther. Er blinzelte gegen die Tränen an und wappnete sich für den Ritt übers Schlachtfeld. „Folgt mir.“

Eine Premiere! Der erste Relativsatz in diesem Kapitel!
Relativsätze und ich: Stoff für einen separaten Blogartikel … Relativsätze, die in der Fachliteratur ihre Berechtigung haben, sollen sich in Romanen gefälligst zurückhalten. Die Autorin, die sich vorher über Relativsätze ausgelassen hatte, schreibt jetzt wieder weiter. – Ihr habt es bestimmt gemerkt! Am schlimmsten sind die Relativsätze, die den zeitlichen Ablauf unterbrechen. Der Hauptsatz spielt in der Gegenwart, dann springt der Relativsatz in die Vergangenheit, und danach geht der Hauptsatz in der Gegenwart weiter. Na toll, Autor! Jetzt hast du einen Knoten in die Zeit gemacht!
Ebenfalls dümmlich sind die Relativsätze, die unwichtige oder sehr wichtige Infos enthalten. „Sie ging durch die Türe, die sie vorher geöffnet hatte.“ „Sie zeigte auf den Mann, der mit einem Speer im Bauch im Sterben lag, und sagte: „Wissen Sie, wo es zum Outlet geht?““

Hagen ergriff die Zügel von Gunthers Pferd. „Gewisslich nicht“, sagte er scharf. „Ich reite voran, du folgst.“ Wenn ein einzelner Hesse in Verzweiflung oder Zorn einen Pfeil auf sie abschösse und Gunther träfe! Überall dräute Gefahr für Gunther. Für Hagen auch, aber was kümmerte ihn sein Leben; es gewänne erst an Wert, wenn er es geopfert hätte für seinen König.
„Sie werden meinen, ich sei nicht nur willenloses Werkzeug meines Herzogs“, sagte Gunther, „sondern auch noch feige.“
Hagen ließ die Zügel los. Zur Antwort stieß er Totenwache die Fersen in die Flanken und ritt aufs Schlachtfeld. Totenwache scheute sich nicht davor, auf Gefallene zu treten, und wäre eisigen Gemüts geradewegs über alle hinweggeschritten, hätte Hagen ihn nicht zwischen den Toten und Verwundeten hindurchgelenkt. Gunther könnte es ihm gleichtun, und bräuchte kein einziges Mal hinabzusehen.

So viel habe ich mir bei dieser Stelle nicht gedacht. Es ist aber ziemlich dreist, als Vasall dem König in die Zügel zu greifen.
„Gewisslich“: Herrlich veraltet. Es klingt aggressiver als „gewiss“.
„Für Hagen auch, aber was kümmerte ihn sein Leben“: Wenn statt des „aber“ hier ein „doch“ stünde, wäre der Satz holpriger. Das Gleiche bei „ich sei nicht nur willenloses Werkzeug meines Herzogs“: Wenn es „ein Werkzeug“ hieße, würde es längst nicht so von der Zunge fließen. Ich versuche praktisch immer, eine je nach Lage passende Rhythmik der Sätze zu beachten. Das soll nicht heißen, dass ich Silben zähle, aber ich finde, eine Silbe mehr oder weniger kann ganz viel verändern. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mein Lieblingsbuch in Strophen verfasst ist, und ich als Jugendliche so gerne Versdramen las.
„gewänne“: Es gibt auch noch die schöne Form „gewönne“. Hier nahm ich „gewänne“, weil ich es einfacher zum Aussprechen finde.

Drei Männer standen in der Mitte des Schlachtfelds. Keiner hatte einen Bogen. Eine Sorge weniger. – Sie standen leicht gebeugt; die Haltung des Siegers, dessen Sieg zu teuer erkauft war. Kläglich flatterte das Banner über ihnen, und die Sonne blitzte auf ihren rotgeäderten Helmen. Die Männer schienen nicht angriffslustig.
Er zügelte sein Pferd. Gunther und Dankwart schlossen auf. Hagen sprang aus dem Sattel und hielt Gunther den Steigbügel.
Langsam gingen sie die letzten Schritte zu den Hessen. Nun ließ er Gunther den Vortritt; das verlangte die Würde seines Amtes. Seine Muskeln spannten sich. Er behielt die Hände der Männer genau im Auge. Wenn auch nur einer die Hand ans Heft legte, würde er sich vor Gunther werfen und den Hieb abwehren.

Die Sätze werden kürzer. Hagen erhöht jetzt seine Wachsamkeit und hat darum keine Zeit für längere Gedankengänge.
„würde er sich vor Gunther werfen und den Hieb abwehren.“ –> „würfe“ klingt zu übertrieben. Würde man sich das Buch vorlesen (lassen), dächte ein moderner Zuhörer vielleicht erst an das Substantiv „Würfe“ und wäre kurz verwirrt. Und warum nicht „wehrte den Hieb ab?“ Weil das letzte Wort eines Satzes wegen seiner exponierten Position mehr auffällt als die vorhergehenden. Ein Satz, der auf einem lahmen letzten Wort endet, wirkt seicht/lächerlich/lahm, je nach Eigenschaft des letzten Wortes. „Ab“ ist ein lahmes letztes Wort. „Abwehren“ ist stark.

Gunther blieb stehen. „Ich grüße Euch, Heinrich von Hessen“, sagte er.
Heinrichs Blick streifte ihn nur kurz. Das burgundische Heer hinter ihnen bannte seine Aufmerksamkeit.
„Ihr seid gekommen“, sagte Heinrich drauf mit schwacher Stimme. Er streckte die Hand aus. – Ruhig Blut! Sie war leer.
Gunther ergriff sie. Heinrichs Linke hing neben seinem Dolch. Er könnte ihn ziehen und Gunther erstechen! Sie standen so nah beieinander! Noch war seine Hand reglos, noch hatte sie den Dolch nicht gefasst – Sie ließen wieder los. Gunther stand trotzdem noch in Reichweite der hessischen Schwerter. Hagen packte ihn an der Schulter und zog ihn zurück. Die ersten Worte oblagen ohnehin ihm.

Dass Gunther Heinrich mit Namen und Land anspricht, wirkt so herrlich lächerlich mittelalterlich! Wäre dieses Buch ein ernstes Buch, hätte ich „Heinrich von Hessen“ weggelassen.
„bannte seine Aufmerksamkeit“: Schön veraltet. Außerdem: Daland zu Senta im „Holländer“: „Du bleibst gebannt auf deiner Stelle …!“
„sagte Heinrich drauf“: „Darauf“ klingt moderner als „drauf“. „Drauf“ klingt entweder veraltend oder umgangssprachlich. Die zusätzliche Silbe von „darauf“ hätte nicht dazu gepasst.
„Ruhig Blut!“ – Sollte Hagens Lebensmotto sein. Ein Spruch, der in diesem Buch noch öfter fällt.
Die Sätze werden noch kürzer, parallel zur steigenden Anspannung des Perspektivträgers. Es treten sogar Ausrufezeichen auf, sogar bei zwei Sätzen hintereinander.
„oblagen ohnehin ihm“: Das gehobene „oblagen“ wird durch das gewöhnliche „ohnehin“ etwas gebrochen.

„Wir sagten Herbert von Thüringen unsere Waffenhilfe zu. Doch ein Unstern oder Gottes Wille führte uns zu spät aufs Schlachtfeld. Ihr habt ihn besiegt, bezahltet den Zoll für Euren Triumph. Wie viele denn habt Ihr verloren?“

Auf einmal ganz andere Rhythmik, geradezu pathetisch. Es klingt nicht wie normale Sprache, unterscheidet sich auch deutlich von den kurzen Stellen wörtlicher Rede vorher, und ist auch eindeutig rhythmischer als die anderen Sätze. Das hat zwei Gründe: 1.: Soll hiermit angedeutet werden, dass die Wormser einen Plan ausführen. Hagens einleitende Worte klingen wie auswendig gelernt. Sie klingen auch sehr formelhaft, und, so empfinde ich es, arrogant. 2.: Hagen als der große Intrigant der deutschen Sage hat gewiss ein Talent dafür, den Leuten seinen Willen aufzuschwatzen. Ich nehme an, der Schlüssel zu erfolgreichem Intrigantentum ist Charisma. Charisma kann man auf dem Papier schwerlich darstellen (vor allem, wenn man selber charismatisch wie Knäckebrot ist 😉 ), also versuchte ich mir mit spezieller Rhythmik zu behelfen. Immer wenn Hagen in seinen „Intriganten-Modus“ verfällt, klingt er wie eine Dramenfigur. Ich hoffe, dem Leser geht es wie den anderen Figuren, er nickt dazu und sagt: „Ich weiß zwar nicht, was gemeint ist, aber die Hebungen und Senkungen der Silben sind cool. Ich stimme zu.“
„ein Unstern oder Gottes Wille“: Euphemismus für „Wir kamen absichtlich zu spät!“
„bezahltet den Zoll“: Anspielung an Wagners „Walküre“. Hunding singt zu Siegmund: „Für Tote zahlst du mir Zoll!“
„Wie viele denn habt Ihr verloren?“: Da sieht man, was ein einzelnes Wörtchen ausmachen kann, nämlich das kleine „denn.“
„Wie viele habt Ihr verloren?“ klingt locker und lässig, geradezu positiv.
„Wie viele habt ihr denn verloren?“ klingt schadenfroh, ungerührt und spöttisch. Ich sehe dann einen preußischen Offizier vor mir, der im Türrahmen lehnt, eine Zigarre raucht und Gablenz nach der Schlacht bei Königgrätz ganz spöttisch nach den österreichischen Verlusten fragt. (Nicht, dass ich alle preußischen Offiziere für spöttisch halte. Preußen waren auch nur Menschen. Viele meiner Bücher sind schließlich von Preußen inspiriert.)
„Wie viele denn habt Ihr verloren?“ Das ist die Mittelalter-Variante.

Das war ein Einblick in die Gedanken meines Kopfes, wenn ich einen Text schreibe. Außerdem denke ich nach über Kommas, Gedankenstriche und Strichpunkte und ob ich mal wieder einen neuen Stift kaufen soll.

 

*Lili Vogel tippt nicht, Lili Vogel stammt geistig aus dem 11./12./19. Jahrhundert und schreibt von Hand.

**Warum diese Stelle? Die Wormser, die Wormser, die Wormser!

Veröffentlichung: Dietrich von Bern

Das neue Buch ist da!

Dietrich von Bern, professioneller Held, bestreitet seinen Lebensunterhalt mit dem Retten von Jungfrauen und dem Bezwingen von Schurken. Eines Tages bittet ihn kein Geringerer als Hagen von Tronje um Hilfe: Sein König Gunther wurde entführt und muss befreit werden. Plötzlich sieht sich Dietrich in ein Wirrwarr aus Rache und Intrigen hineingezogen.
Blutrünstige Prinzessinnen, kriegerische Zwerge, ein Galgen, ein Sänger und dramatische Kämpfe: Lili Vogels Roman entführt den Leser mit viel Humor in die Zeit der Sagen und Helden.

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Dieses Buch spielt nicht in der Welt von Huwelreich, stattdessen führt es uns in die Welt der Sagen. Und ich muss zugeben: Selten haben mir die Antagonisten einer Geschichte so viel Spaß gemacht wie hier. Die Protagonisten sind aber auch nicht ohne …

DvBMA ist Dietrich von Bern!

Lange habe ich nichts mehr von mir hören/lesen lassen, dann habe ich kommentarlos zwei Buchtrailer veröffentlicht, und jetzt komme ich gleich mit großen Neuigkeiten:

Projekt DvBMA ist fertig! Es wird nur noch ein letztes Mal korrekturgelesen, und dann wird er veröffentlicht!
Und hinter diesem Kürzel verbirgt sich kein anderer als Dietrich von Bern, der große Held der deutschen Sagenwelt. Er kämpfte gegen Riesen und Zwerge, gegen Drachen, gegen Siegfried von Xanten und gegen viele andere prominente Persönlichkeiten des sagenhaften Mittelalters. Doch in diesem Roman erlebt er ein Abenteuer, das noch niemand kennt! Aber keine Sorge, Dietrich erhält Unterstützung von seinem treuen Begleiter Hildebrand, von einem Sänger, und von einem Bären.
Demnächst erfahrt ihr den Klappentext! Außerdem kann ich es kaum erwarten, bis ich das Cover enthüllen darf, aber eins nach dem anderen, es soll spannend bleiben …

DvBMA und Kampfszenen

Findest du es auch inspirierend und motivierend, auf Blogs herumzustöbern, in denen Autorinnen über den Fortschritt ihrer Projekte berichten? Davon bekommt man gleich wieder Elan für das eigene Werk. Ja, ich finde, das friedliche Wachstum von anderen Büchern wirkt ansteckend. Es ist schön zu sehen, wenn Kreativität gedeiht und blüht. – Am meisten mag ich die Blogs, in denen die Autorinnen auch einmal mehr von ihren aktuellen Projekten verraten.
Und damit die Autorinnen unter meinen Leserinnen ebenso inspiriert werden, gebe ich euch heute schon wieder ein Update zu Projekt DvBMA.
Demnächst habe ich die 75%-Marke geschafft. Dieses Buch hat wirklich viele Kampfszenen, und es sieht so aus, als ob sie von Szene zu Szene besser werden. Da sieht man: Übung macht den Meister. Außerdem steht von Szene zu Szene mehr auf dem Spiel.
Der Protagonist sitzt nun im Kerker! Meine Lieblinge dagegen befinden sich ganz cool in ehrenvoller Haft; die sind irgendwie immer obenauf. Einer von beiden sieht übrigens sehr gut aus, laut Autorin.
Gestern schrieb ich sogar einen Kampf auf Pferden. Da kam es mir zugute, dass ich in meiner Kindheit die Bücher der Blitz-Reihe nur so verschlungen habe.
Das soll meinen Leserinnen als Inspiration für heute reichen. Allen, die hier vorbeischauen, und ein Buch zu schreiben haben, wünsche ich frohes Schaffen, und allen anderen auch! – Und denen, die nun gedenken, ein Buch von Lili Vogel zu lesen, schicke ich liebste Grüße, in der Hoffnung, dass es euch gefällt!

DvBMA Halbzeit

Ich bin schon bei der Hälfte angelangt! Woher ich das weiß? Immer bei der Hälfte wankt meine Motivation, und tausend Dinge würden mir mehr Spaß machen als schreiben. Deshalb habe ich zum Beispiel gerade dieses Bild mit einem Zitat aus meinem aktuellen Projekt erstellt und schreibe diesen Beitrag …

Außerdem habe ich mir Scrivener und Dragon gekauft, das Schreib- und das Diktierprogramm. Mit beiden bin ich sehr zufrieden. Endlich nicht mehr aufwändig ein Inhaltsverzeichnis erstellen! Nur noch „Kompilieren“ drücken, und man hat eine Datei im gewünschten Format, und schont die Nerven! Und auch Dragon funktioniert sehr gut; natürlich stößt das Programm bei fiktiven Texten manchmal an seine Grenzen, vor allem, wenn man eine Schwäche hat für Konjunktivformen und veraltende Wörter, aber das ist nicht schlimm. Kein Drache kann alles wissen, es sei denn, er singt Bass und spielt bei Wagners „Siegfried“ mit. Und Dragon hat schon ein paar charmante Verhörfehler gemacht, das ist immer sehr lustig.
Ein paar der Verhörfehler möchte ich an dieser Stelle aufführen als kleine Kostprobe, was die Leserin im neuen Buch erwartet (oder auch nicht. Es gibt keine Restaurants in dieser Epoche …)

Er war kein armseliger Scheinkönig, wie die Restaurants aller Länder schändlich behaupteten!

„So schnell stirbt man nicht. Du hast noch Zeit, deine letzten Worte zu räuchern.“

Er grüßte höflich nach allen Seiten, denn mit Goethe gewann man Herzen, nicht mit Kälte.

… landete vor ihm ein Krug auf dem Tisch, aus dem schwappte grausames Bier.

Er saß aufrecht, wie ein Wasserfall im Rat des Königs.

Die Ketten Händel von König hol seien leicht ein Leinengewand, hieß es, und sie schützten gegen Sie und dich, keine Waffe, die ein Bull-Kettenhemd je durchdrungen hätte. Mit einem von denen wäre Friedrich unverwundbar.

Alles klar?

Mittelalter-Projekt

Das Mittelalter-Projekt DvBMA schreitet voran. Das wird mein bisher lustigstes Buch! Es gibt viele Kampf- und Action-Szenen. Das Cover habe ich auch schon, und kann es eigentlich selber kaum erwarten, das Buch in Händen zu halten.

Die Hauptfigur macht Spaß, aber die Nebenfiguren noch viel mehr! Ich liebe Intriganten (in der Literatur), und hier wird intrigiert, dass sich die Balken biegen.
Eines kann ich noch verraten: Es treffen so grundverschiedene Charaktere aufeinander, dass die Funken sprühen. Da ist der grobschlächtige König ohne Land, der leichtlebige Poet (der, als stolzer Künstler, hingebungsvoll am Hungertuche nagt), der grantige Alte, der kontrollsüchtige Hochnervöse, die eiserne Heldin und der zartfühlende Ränkeschmied.
Außerdem wird das Buch nicht so lange wie „Der Kaiser von Huwelreich“ oder „Der König von Blauwittern“. Das bedeutet, man kann die Papierausgabe mühelos in Händen halten, ohne dass die Lesestunde zum Arm-Workout wird!
Voraussichtlich wird das Buch Ende Mai erscheinen, als unterhaltsame Sommerlektüre.

Neues Projekt DvBMA

Nach mehreren Romanen, die im 19. Jahrhundert spielen, geht es jetzt in meine andere Lieblingsepoche: Ins (Posaunenstöße bitte) Hochmittelalter!
Hochmittelalter mit Fantasy-Elementen. Es spielt nicht in der Welt von Huwelreich.

Das neue Projekt schwirrte mir schon lange im Kopf herum, und wenn ein Projekt zu lange ungeschrieben bleibt, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Und dieses hier, mit dem Arbeitstitel DvBMA, ist zudem das Lieblingsprojekt meiner besten Testleserin. Da ist es höchste Zeit, dass ich mich an die Arbeit mache!
Außerdem werde ich bei diesem Projekt öfter über den Schreibfortschritt berichten.

Die Anfangsszenen sind bereits geschrieben. Wie immer gibt es auch hier mehrere Perspektivträger. Einer davon ist eine besondere Herausforderung: Er ist kein Kaiser! Das wird schwierig. – Spaß beiseite, die Hauptfigur ist ein starker Ritter und Held. Er ist kein arbeitsamer Landesvater wie Guntram und kein versponnener Träumer wie Gottfried von Blauwittern. Er ist vernünftig, selbstsicher, steht fest auf dem Boden der Tatsachen, hat Humor und findet sich großartig. Frauen finden ihn auch toll. Und seine Schwächen? Er ist bisweilen zu selbstsicher, und er hat eine dunkle Vergangenheit. Er ist nämlich ein gestürzter König!

Und es spielen meine beiden literarischen Lieblingsfiguren mit! Die zwei, die ich noch mehr mag als Guntram und Eisenbiss! Der eine von beiden ist humorlos, sagt, wo’s langgeht, und ist ein ziemlicher Intrigant. Der andere ist humorlos, lässt sich gerne sagen, wo’s langgeht, und alle halten ihn für so ungefährlich, dass sie gar nicht merken, dass auch er ein Intrigant ist.

Außerdem gibt es noch diverse Nebenfiguren, zänkische Prinzessinnen, grantige Alte, einen Poeten und einen Zwerg.