Worms 1,5 braucht einen neuen Titel

Worms 1,5 wollte ich ursprünglich „Staub und Kampf“ nennen, war schon ganz begeistert davon und fand, das riefe allein beim Lesen schon eine Stimmung von Wüstenhitze, Mühsal und Schwertgeklirr hervor. Meine beste Testleserin, die in Personalunion auch meine Mutter ist, gab dann allerdings zu bedenken, dass dieser Titel eher an den (wohlgemerkt ebenfalls mühseligen!) Alltag einer Hausfrau denken lasse.
Das sah ich ein. Dann kam uns eine neue Idee: „Burgunderblut“! Das ist doch toll, zumal es insgeheim ganz meinem Humor entspricht, da Burgunderblut eine rot-violette Blaualgenart ist. Wie meine Leser ja wissen, neige ich zu Selbstironie, weil man sich als Normalmensch wie ich nicht so wichtignehmen soll, und da passt es wunderbar, wenn sich mein ach so ernst daherkommendes Begleitgeschichtchen zu den Worms-Büchern wenigstens im Titel ein Augenzwinkern erlaubt.

Und jetzt die Erkenntnis: Der Titel ist schon vergeben. Das hat mich gerade richtig desillusioniert, insbesondere, da es mit den „Der König von Burgund und X“-Titeln genauso war! Ursprünglich hätte Band 1 nur „Der K v B“ heißen sollen, ohne Zusatz, doch leider war der Titel schon vergeben. (An einen Kunstkrimi, in dem es um den Wittelsbacher Karl Theodor und den Bayerischen Erbfolgekrieg geht. Die Verbindung zu Burgund ist schon da, doch notabene nicht so stark wie bei einem Nibelungenroman.)

Jetzt muss ich das Buch schon wieder umnennen. Das ist schon demotivierend. Soll ich meine anderen Titel mit Titelschutzanzeigen versehen, damit es da nicht auch passiert? Andererseits werden manche meiner Huwelreich-Bücher gewiss nicht die für eine Titelschutzanzeige nötigen Kosten wieder wettmachen. (Für diejenigen, die kurz recherchiert haben, von wie viel Geld ich rede: Ja. Es ist wirklich so.)

Es wäre fast der erste Ein-Wort-Titel gewesen, den ich hätte verwenden können. (Außer „Die Giftprinzessin“) Ein-Wort-Titel sind toll.

Das besagte Buch mit meinem Wunschtitel gibt es schon seit 2014. Jetzt könnte ich natürlich den Autor bzw. seinen Verlag anschreiben und fragen, ob ich den Titel auch verwenden darf. Vielleicht sind das ganz freundliche Leute, die sagen: „Kein Problem!“ Aber erstens müsste ich dazu Menschen anschreiben, und ich habe davor immer solche Aaaangst, dass ich alles falsch mache und die Leute mich dann hassen! Und sie haben selbstredend das größte Recht, Nein zu sagen, schließlich besteht Titelschutz; und wer bin schon ich, dass ich mich erfreche, um so etwas zu bitten? Eine luschige Selfpublisherin. Die Antwort kann ja nur Nein sein.

Also, wie soll ich das Buch jetzt nennen? Burgunderblut und Wüstenstaub? Blöd. Burgunderblut und irgendwas? Ja, was denn? Ich hatte vorher wirklich wieder einen Wutanfall. Nicht wegen des anderen Autors und seines Verlags, denn die haben alles richtig gemacht (und konnten natürlich nicht wissen, dass sechs Jahre später eine Dilettantin sich denselben Titel wünschen würde); sondern wegen des Schicksals. Ich habe praktisch nie Glück; alles muss ich mir erkämpfen, und meistens bringt mir das Kämpfen nicht einmal das erstrebte Ergebnis ein.

Zum Glück gibt es nur ein Huwelreich! Es gibt nur ein Huwelre-eich! Mit meinen Nerven werde ich auf jeden Fall nicht alt. Und das will ich auch gar nicht.

Titel-Ideen:

  • Die Geisel und die Hunnin.
  • Wie vor tausend Jahren König Etzel (nein, natürlich nicht)
  • Wie ein burgundischer Vasall, der seinen König in Gefahr sieht (hehehe. Gute Kapitelüberschrift für Worms 4)
  • Attila war ein Lamm gegen mich
  • Können wir jetzt endlich mit den Wilhelm-II.- und Bismarck-Zitaten aufhören?
  • Schwert und Panzer. (Das fiel mir vor gar nicht langer Zeit ein, und ich fand es total lustig. Gefühlt jeder zweite Historienroman heißt heutzutage ja „Schwert und x“ (Schwert und Krone, Schwert und Taube, Schwert und Feuer, Schwert und Festmahl, Schwert und Schönheit, Schwert und Morgenstern), also praktisch Schwert und Blabla. Modern gesprochen: „Generic History/Fantasy Title“. Alle klingen gleich, sind schwer zu merken, aber man weiß, dass es irgendwas mit Fantasie und Früher zu tun hat. Aber „Schwert und Panzer“? Ist es nicht so, dass man bei diesem Titel erst stutzt, weil man zuerst ein Schwert und ein FAHRZEUG vor Augen hat? (Im I. WK nannten die Deutschen diese Fahrzeuge zuerst Tanks, wie die Engländer. Es gibt auch den Begriff „Think Tank“ für Denkertypen, den ich sehr toll finde. Ich würde auch gerne als Think Tank bezeichnet werden.) Dabei ist Panzer natürlich auch ein Wort für die Rüstung, die der Mensch trägt, für Kettenhemden, Schuppenpanzer, Kürass.
    Also, irgendwann würde ich diesen Titel schon verwenden wollen, und wenn es auch nur für eine Kapitelüberschrift wäre.
    Aber für Worms 1,5? Ich weiß immer noch nicht.
  • Worms 1,5 (Umwerfend. Berauschend. Wenigstens kann ich damit sicherstellen, dass nur echte Fans dieses Buch kaufen würden.)
  • Durchs wilde Hunnenland. (Ich weiß schon, auf wen ich anspiele X-D)
  • Der Vierzehnjährige, der auf einem schwarzen Hengst durchs wilde Hunnenland ritt und König Etzel eine Braut heimbrachte
  • Ruhm und Eisen (Oder klingt das schon zu aggressiv?)
  • Diener eines fremden Herrn
  • Offenbar gibt es kein Buch, das „Schwächling und Schurke“ heißt. Schön.
  • Ich glaube, man kann das Wort „Treue“ nicht im Titel eines Buches verwenden, ohne dass gleich eine Schar Menschen auf den Gedanken komme, hier schreibe ein Ewiggestriger böse Dinge.
  • König Etzels Azubi
  • Der Hunnenkönig und der ????
  • The Burgundians: Infinity Worms
  • Fern von Worms

Ich bin so traurig. Ich hätte so gerne diesen blöden Titel verwendet. Es ist ja nicht so, dass ich mit dem Buch viel Geld hätte verdienen wollen/können, denn ich hätte es allein schon zu einem viel geringeren Preis als die anderen angeboten: Schließlich sind die Leserinnen und Leser, die sich auch noch für einen Begleitroman, also ein Spin-Off, interessieren, ja die aller-allernettesten (die anderen sind natürlich alle auch super!), und von denen will ich nicht noch viel Geld verlangen, wenn sie mir schon so viel Freundlichkeit und Interesse schenken! Tatsächlich stehe nämlich ICH in DEREN Schuld.
Wie soll ich das doofe Ding jetzt nennen? Ich weiß es nicht. Eigentlich hätte mein nächster Blogartikel von einer Schriftart handeln sollen, die ich dieses Jahr gelernt habe, und wäre etwas positiver gewesen, aber nein, es gibt bei mir wieder nur Drama, Drama! Entschuldigung fürs Faseln, ich kann nicht anders.

Nachtrag: Ich habe einen Titel gefunden. Gleich morgen lasse ich eine Titelschutzanzeige veranlassen.