{"id":885,"date":"2020-08-10T22:19:35","date_gmt":"2020-08-10T20:19:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/?p=885"},"modified":"2020-11-11T18:50:03","modified_gmt":"2020-11-11T17:50:03","slug":"alternativen-zu-den-abgesagten-mittelalterfesten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/2020\/08\/10\/alternativen-zu-den-abgesagten-mittelalterfesten\/","title":{"rendered":"Alternativen zu den abgesagten Mittelalterfesten"},"content":{"rendered":"\n<p>Was kann man tun in Corona-Zeiten, wenn Mittelalterm\u00e4rkte, Ritterturniere, alle &#8222;fr\u00f6uden, h\u00f4chgez\u00eeten&#8220; abgesagt sind? Was soll man da tun, um trotzdem in der Atmosph\u00e4re alter Zeiten zu versinken, um zu schwelgen in den Tr\u00e4umen von edlen Rittern, sch\u00f6nen K\u00f6nigst\u00f6chtern, k\u00fchnen Recken, pr\u00e4chtigen Lanzenk\u00e4mpfen, bunter Mode, Kaisern und P\u00e4psten?<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind 5 Vorschl\u00e4ge, wie ihr euch das Mittelalterflair ganz ungef\u00e4hrlich nach Hause holen k\u00f6nnt, um diesen Sommer trotzdem nicht auf eure Dosis Vergangenheit verzichten zu m\u00fcssen!<\/p>\n\n\n\n<h3>Vorschlag 1: Lernt die Aussprache des Mittelhochdeutschen und lest die gro\u00dfen Epen im Original!<\/h3>\n\n\n\n<p>Denn nichts schindet mehr Eindruck, als wenn man der oder dem Liebsten verschw\u00f6rerisch zuraunen kann: &#8222;D\u00fb bist beslozzen in m\u00eenem herzen \u2013 verlorn ist das sluzzel\u00een: D\u00fb muost ouch imm\u00ear darinne s\u00een&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders flei\u00dfige Mittelalterfans kaufen sich au\u00dfer einer zweisprachigen Ausgabe ihres Lieblings-Epos auch gleich noch den Taschen-Lexer, das mittelhochdeutsche W\u00f6rterbuch!<\/p>\n\n\n\n<h3>Vorschlag 2: Mittelalterlich kochen<\/h3>\n\n\n\n<p>Heutzutage gibt es Kochb\u00fccher zu nahezu jedem Thema. Es gibt sogar ein Papst-Kochbuch. Wer lieber fasten m\u00f6chte, findet in den Weiten des Internets stattdessen ein Buch mit Rezepten f\u00fcr F\u00fcllhaltertinte. Es gibt nichts, was es nicht gibt.<br>Warum also nicht mittelalterlich kochen? Freut euch auf Braten und Fisch, auf w\u00fcrzige Salsen und k\u00f6stliche Teigschnitten!<\/p>\n\n\n\n<h3>Vorschlag 3: Folgt einem HEMA-Kanal auf YouTube<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Kampftechnik der Ritter war nur grobes Draufhauen, und selbst der allerbeste K\u00e4mpfer &#8222;der ie kom ze sturme oder ie schilt getrouc&#8220; w\u00e4re gegen einen flinken Samurai mit seinem pr\u00e4chtigen, blinkenden, ja, geradezu magischen Katana chancenlos und zur Niederlage verdammt? \u2013 Wer das glaubt, sollte sich von den Experten der Historical European Martial Arts eines Besseren belehren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Basierend auf den Fechtb\u00fcchern der deutschen und italienischen Meister des ausgehenden Mittelalters (eines der Fechtb\u00fccher wurde gar von Albrecht D\u00fcrer illustriert) haben sportlich begabte Historiker, Geschichtsfans und Kampfsportler die Fechtstile des Mittelalters rekonstruieren k\u00f6nnen \u2013 und wenden sie zur Freude und Unterhaltung der Zuschauer vor Publikum und Kameras tats\u00e4chlich an. (Keine Angst, die Sicherheit steht nat\u00fcrlich an wichtigster Stelle!) Inzwischen werden auch Wettk\u00e4mpfe in historischer Fechtkunst ausgerichtet!<\/p>\n\n\n\n<p>Also, da viele von uns ja ohnehin dauernd in unser Handy reinstarren, k\u00f6nnen wir genauso gut etwas Sinnvolles mit unserem Smartphone anfangen und ein paar Filmchen \u00e0 la &#8222;HEMA instructors fight\/sparring&#8220; oder Videos von &#8222;scholagladiatoria&#8220; &#8222;Shadiversity&#8220;, &#8222;Skallagrim&#8220; oder &#8222;Blood and Iron HEMA&#8220; (I understood that reference, thank you very much) anschauen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wer es bis dahin noch nicht geahnt hat, wird danach endlich wissen, dass Hollywood-Kampftechniken in einer echten Schlacht v\u00f6lliger Humbug w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Recherche \u00fcber Kampfesweisen ist auch f\u00fcr Autoren von nicht zu \u00fcbersch\u00e4tzender Wichtigkeit!<\/p>\n\n\n\n<h3>Vorschlag 4: Lest B\u00fccher \u00fcber Kaiser, Dynastien, den Investiturstreit<\/h3>\n\n\n\n<p>Viele Menschen heutzutage interessieren sich f\u00fcr das Leben der kleinen Leute im Mittelalter, \u00fcber ihren Alltag, ihre Sorgen, ihre M\u00fchen, ihre Freuden und ihre Feste.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Kaiser und andere Adlige und P\u00e4pste sind doch viel spannender!!!!!! Die Bauern und B\u00fcrger in allen Ehren (einer muss ja schlie\u00dflich arbeiten und alle ern\u00e4hren), doch gro\u00dfe Geschichte wurde meist nicht auf dem Acker gemacht, sondern in Pfalzen und auf dem Schlachtfeld, auf Hoftagen und auf Synoden. Da gibt es die br\u00fcdermordenden Merowinger des Fr\u00fchmittelalters, den listigen Heinrich V., der seinen Vater absetzte, das prunkvolle Mainzer Hoffest; da gibt es weinende K\u00f6nige und stolze P\u00e4pste, da gibt es den Kniefall eines Kaisers vor seinem Vasallen, Mordanschl\u00e4ge und Ehrverletzungen, Romz\u00fcge und treue St\u00e4dte (Worms 1073), Privilegien, F\u00e4lschungen und ein Pravileg, Habsburger ohne Geld, aber mit Br\u00e4uten mit reicher Mitgift, und mein liebstes Thema: den Investiturstreit!<\/p>\n\n\n\n<h3>Vorschlag 5: Lest die K\u00f6nig-von-Burgund-Saga von Lili Vogel<\/h3>\n\n\n\n<p>Die vierteilige K\u00f6nig-von-Burgund-Saga von Lili Vogel entf\u00fchrt die Leserinnen und Leser ins farbenpr\u00e4chtige Mittelalter, in die Welt der deutschen Heldensagen! Mit viel Liebe zum Detail und Gesp\u00fcr f\u00fcr gro\u00dfe Dramatik widmen sich die Romane zwei der bekanntesten Figuren des Nibelungenlieds: Gunther von Burgund, dem K\u00f6nig, der reich und schwach zugleich ist, und Hagen von Tronje, seinem listigen Getreuen. Schw\u00e4chling und Schurke, Herrscher und Berater, K\u00f6nig und Gefolgsmann \u2013 die beiden wohl umstrittensten Figuren der deutschen Literatur erhalten hier eine Vorgeschichte, der es an Dramen und K\u00e4mpfen, an Prunk und Gefahr nicht mangelt. K\u00f6nig Etzels Hunnen und Burgunds stolze K\u00e4mpfer treten hier genauso auf wie die sch\u00f6ne Kriemhild; Treue und Grausamkeit, Freundschaft und Intrigen, Sanftmut und Herrschsucht schillern pr\u00e4chtig in diesem rasanten Epos voller psychologischer Raffinesse und erz\u00e4hlerischer Wucht!<br>Die Romane sind <strong>keine<\/strong> Nacherz\u00e4hlung der bekannten Sagen, sondern erg\u00e4nzen die Nibelungensagen um neue Geschichten und Figuren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hier ein Ausschnitt aus dem dritten Band, &#8222;Der K\u00f6nig von Burgund und der Herzog&#8220;:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Turnierszene, damit alle, die 2020 ihre Mittelalterfeste vermissen, sich immerhin in Gedanken in Mittelalterstimmung versetzen k\u00f6nnen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nig Gunther f\u00fchrte die Scharen zum Rhein hinab. Die Streiter eilten zu den Zelten, um sich zu r\u00fcsten, w\u00e4hrend die Damen und die Greise sich auf den Trib\u00fcnen niederlie\u00dfen. Die ausgelassenen Wormser B\u00fcrger s\u00e4umten die R\u00e4nder des Turnierplatzes. Nur die Geistlichen blieben dem Turnier fern, denn die Kirche verwarf das Tjosten und Buhurten als schlimme S\u00fcnde. Gunther h\u00e4tte deshalb gerne alle Turniere verboten, aber man riet ihm davon ab: Er g\u00e4lte dann in allen Reichen als Pfaffenk\u00f6nig und Sonderling.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sa\u00df zwischen Mutter und Kriemhild in der ersten Reihe. Als die K\u00e4mpfer auf den Platz ritten, atmete er inbr\u00fcnstig auf. Als K\u00f6nig durfte er sich der Teilnahme an Turnieren enthalten, so oft er wollte, und keiner konnte ihn daf\u00fcr schm\u00e4hen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch, wie sie wieder im Sattel sitzen, and\u00e4chtig, als ging\u2019s um Tod und Leben!\u201c, sagte Kriemhild. \u201eDabei ist\u2019s nur ein Turnier, keine Schlacht! Von der Hingabe, die sie als tumbe Jungen ihren Spielen g\u00f6nnten, l\u00f6sen sich die M\u00e4nner nie, und st\u00fclpen sie allem \u00fcber, was ihnen in den Kopf kommt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr Frauen braucht nicht zu spotten\u201c, gab er leise zur\u00fcck. \u201eH\u00f6r nur, wie deine Hofdamen wieder seufzen! Das Geschmachte, das sie als tumbe M\u00e4dchen alten Sagenhelden entgegenbrachten, \u00fcberwinden sie nie, und \u00fcbersch\u00fctten jeden Kerl damit, wenn er nur verwegen dreinschaut!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herold verk\u00fcndete, was der Preis des Siegers war: Er durfte der Dame seiner Wahl einen Kranz aus roten Rebenbl\u00e4ttern \u00fcberreichen und sich von ihr k\u00fcssen lassen. Wie \u00fcblich erlaubten sich die jungen Damen ein kindisches Kichern, und mancher Ritter warf einen vielsagenden Blick zur Trib\u00fcne und zu seiner Auserw\u00e4hlten hin\u00fcber. Volker von Alzey hob die Hand und beschrieb eine weite Geste, die sollte hei\u00dfen: \u201e<em>Alle<\/em> sch\u00f6n!\u201c, Dankwart nickte zu den B\u00fcrgerinnen hin\u00fcber, und Hagen sa\u00df hoch aufgerichtet und starr, als h\u00f6rte er nicht die Regeln eines Turniers, sondern die Rede eines Heerf\u00fchrers mit an.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer zwei w\u00fcrden zur Tjoste gegeneinander antreten. Wessen Lanzenstich dreimal fehlging oder wer aus dem Sattel gesto\u00dfen wurde, der schied aus dem Turnier aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00e4mpfer wendeten ihre R\u00f6sser der Trib\u00fcne zu, verneigten sich und galoppierten dann in schwungvollem Bogen hin\u00fcber zum Rand des Turnierplatzes. Alte V\u00e4ter nutzten diesen Augenblick, um ihren S\u00f6hnen wohlgemeinte, wenngleich nichtssagende Ratschl\u00e4ge zuzurufen, \u201eWerf sie alle vom Gaul\u201c, oder \u201eGib dein Bestes\u201c; die Wormserinnen riefen ihren Lieblingen \u201eGl\u00fcck auf!\u201c zu, und die eine oder andere edle Jungfrau seufzte leise vor Verliebtheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten beiden K\u00e4mpfer waren Dankwart und ein Lehnsmann des Grafen von Falk. Dankwarts Sieg nahm niemanden wunder.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Das<\/em> ist ein Ritter!\u201c, fl\u00fcsterten mehrere M\u00e4dchen hinter ihnen und seufzten vertr\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der n\u00e4chsten Tjoste gewann Ortwin, dann ein Graf aus dem S\u00fcden, und so ging es hin mit vielen St\u00fcrzen und Splittern, aber \u2013 dem Herrn sei Dank \u2013 keinen schlimmeren Vorf\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p>Giselher reckte bei jedem Kampf die Faust in die Luft, jauchzte und jubelte ungez\u00fcgelt wie die St\u00e4dter und die Bauern; Kriemhild dagegen blieb reglos wie eine Marmors\u00e4ule und g\u00f6nnte selbst den besten Siegern nur kurzen Beifall.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZeig doch wenigstens einen <em>Hauch<\/em> Begeisterung\u201c, murmelte Gunther ihr zu, w\u00e4hrend Volker von Alzey sein Ross t\u00e4nzeln lie\u00df und sich Ritter Heinrich von Gr\u00fcnstein aus dem Sand hievte und hin\u00fcber zu dem Tisch hinkte, an dem man reichlich Wein f\u00fcr die Ausgeschiedenen bereithielt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum sollte ich sie f\u00fcr das bejubeln, das man von jedem von ihnen erwarten darf? Sie m\u00fcssen annehmbare K\u00e4mpfer sein, dazu sind sie geboren. Wer nur seine Pflicht erf\u00fcllt, braucht keinen Lorbeer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTu, was du willst\u201c, sagte er barsch und wollte sie nicht weiter beachten; Kriemhild aber wurde \u00fcberm\u00fctig und fragte keck: \u201eBist du froh, dass dir die St\u00fcrze erspart bleiben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLass das Geschw\u00e4tz! Schau lieber dem Turnier zu.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOh ja, schau, da kommt Gernot! Oh, Gernot wird gewiss gewinnen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther verschr\u00e4nkte die Arme vor der Brust. Ein kleiner Sturz t\u00e4te Gernots Stolz nur gut. Atemlos verfolgten sie, wie Gernot gegen den wackeren Eckewart anritt \u2013 und den Sieg davontrug. Gunther seufzte ver\u00e4rgert, Kriemhild und Mutter jubelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann k\u00fcndigte der Herold die n\u00e4chsten Streiter an: Der eine war Konrad von Sturmfels, ein unverheirateter Hei\u00dfsporn aus der Markgrafschaft Metz, der dank seiner schwarzen Locken und seines gro\u00dfz\u00fcgigen Geldbeutels in der ganzen Stadt beliebt war. Der Jubel der Bev\u00f6lkerung wogte drum hoch und heftig. Der andere: Hagen von Tronje. Der L\u00e4rm, den die Wormser veranstalteten, \u00fcbertraf alles bisherige Get\u00f6se. Recht so. Das war der Mann, der Burgund die Freiheit erk\u00e4mpft hatte. Gunther g\u00f6nnte es ihm. Bei den Hunnen waren ihm nur immer Hass und Argwohn entgegengeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter ihm hob ein Tuscheln und Schw\u00e4rmen an, die Edeldamen waren wie von Sinnen. Kriemhild beugte sich ein wenig vor.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd dazu so gutaussehend!\u201c, quietsche eine hohe Stimme, \u201eund diese Augen, diese blauen Augen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer verdreht ja allen den Kopf\u201c, sagte Gunther leichthin und sah aus dem Augenwinkel zu Kriemhild hin\u00fcber. \u201eDas h\u00e4tt\u2019 ich nicht gedacht, dass er solch eine Wirkung auf die Frauen hat, er ist ja immer nur kalt und grimmig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eVor allem ist er <em>k\u00fchn<\/em>\u201c, sagte Kriemhild leise. \u201eDas gef\u00e4llt jeder Frau.\u201c \u00dcberlistet! Sie schien aufgeregt, geradezu, als h\u00e4tte sie eine Heldentat begangen, indem sie ihn verteidigt hatte. Sie l\u00f6ste ihren Blick keinen Herzschlag lang von Hagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Hornsto\u00df gab das Zeichen zum Angriff. Sturmfels\u2019 Ross galoppierte mit m\u00e4chtigen Spr\u00fcngen. Hagens Schimmel schoss vorw\u00e4rts, dass der Sand aufstob.<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther und Kriemhild lehnten sich vor, hielten beide die Luft an und verfolgten jede Bewegung von Hagen und seinem Ross. Als ihn die Lanze traf, meinten sie schon alles sei verloren, er m\u00fcsse fallen \u2013 dann aber richtete er sich wieder auf, w\u00e4hrend sein Gegner zu Boden st\u00fcrzte. Ihrer beider St\u00f6hnen der Entt\u00e4uschung wurde zu einem wilden Triumphschrei, der freilich im Gebr\u00fcll der Wormser und Gekreisch der Edeldamen unterging. Hagen z\u00fcgelte sein Ross, hob dankend die Hand und galoppierte zur\u00fcck zum Ende des Turnierplatzes. Dem Gest\u00fcrzten blieb zum Trost nur der Wein; war er auch sonst beliebt gewesen, so k\u00fcmmerte sich nun kaum jemand um sein Los.<\/p>\n\n\n\n<p>Kriemhild verstummte rasch und meinte wohl, dann verg\u00e4\u00dfe Gunther ihre vorherige Begeisterung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die H\u00e4lfte der Streiter ausgeschieden war, traten die verbliebenen erneut zur Tjost an. Wieder entschied das Los, wer gegen wen ritte. Es gab mehrere spannende K\u00e4mpfe, deren aufregendster der zwischen Dankwart und Konrad von Falk war. Falk siegte, zum gro\u00dfen Missfallen des Herzogs. Gunther mahnte ihn, sich nicht allzu sehr zu gr\u00e4men, schlie\u00dflich habe er noch einen zweiten Streiter, der seinem Namen und Wappen Ehre einbringen k\u00f6nne, doch der Herzog winkte ab und knurrte, ein Sieg von Hagen sei nicht dem Stamm der Tronjer, sondern dem Hunnenland anzurechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Herold die n\u00e4chsten beiden K\u00e4mpfer ank\u00fcndigte, h\u00e4tte Gunther vor Freude fast laut aufgelacht. Stattdessen ballte er schwungvoll die F\u00e4uste. Gernot gegen Hagen! Endlich w\u00fcrde sein gro\u00dfartiger Bruder erfahren, wie eine Niederlage schmeckte. Dem Jubel nach zu schlie\u00dfen, war Gernots Sieg auch nicht der Wunsch der Wormser.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen entt\u00e4uschte ihn nicht: Er warf Gernot aus dem Sattel, m\u00fchelos, m\u00fchelos gar!<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHa!\u201c, rief Gunther und sprang auf. \u201eDas ist ihm gelungen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herzog erhob die Stimme, damit Gunther ihn \u00fcber das Get\u00f6se hin halbwegs vernehme: \u201eHerr, m\u00e4\u00dfigt Eure Freude! Ihr dem\u00fctigt Euren Bruder vor aller Augen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHa!\u201c, rief Gunther da noch einmal. Dann setzte er sich wieder hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen galoppierte zu Gernot hin\u00fcber und fragte ihn offenbar, ob er den Sturz unbeschadet \u00fcberstanden habe. Wie Gernot unwirsch nickte und losstampfte zum Tisch mit dem Verliererwein, wandte er sein Ross herum und jagte davon. Er legte wohl keinen Wert darauf, sich von der Masse mit Hochrufen \u00fcbersch\u00fctten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Edeldamen tschilpten wie ein Spatzenschwarm. Kriemhild hatte ein vertr\u00e4umtes L\u00e4cheln auf den Lippen. Wie sie merkte, dass Gunther zu ihr hersah, gab sie sich rasch den Anschein \u00fcberlegener Unger\u00fchrtheit und sprach leichthin: \u201eIch sage dir, er wird gewinnen! Hoffentlich sucht er sich f\u00fcr den Siegeskuss eine aus, die nicht sofort in Ohnmacht f\u00e4llt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu sprichst sehr h\u00e4misch \u00fcber deine Freundinnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch spreche \u00fcber sie auf die Weise, die sie verdienen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgten noch einige weitere Tjosten; die Zahl der Streiter d\u00fcnnte sich aus, bis schlie\u00dflich nur noch vier \u00fcbrig waren. Volker ritt gegen Konrad von Falk, mehrmals, denn keinem gelang es, den andern aus dem Sattel zu sto\u00dfen. Schlie\u00dflich ging Konrads Lanze zum dritten Mal fehl, und Alzey fiel der Sieg zu. \u2013 Ortwin unterlag Hagen schon bei der ersten Tjost.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herold befahl das letzte K\u00e4mpferpaar zu sich, rief ihre Namen aus und z\u00e4hlte ihre Siege auf. Volker hatte den Helm abgenommen und sah mit glei\u00dfendem L\u00e4cheln in die Runde; Hagen dagegen sa\u00df aufrecht im Sattel, die H\u00e4nde in die H\u00fcften gest\u00fctzt, und zeigte keine Regung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Herold geendet hatte, verneigten sich beide in Gunthers Richtung, galoppierten einmal die L\u00e4nge des Kampfplatzes hinauf und hinunter und lie\u00dfen sich dann die Lanzen reichen. Obwohl Volker kein Hunnenbezwinger war, schwebte mancher entz\u00fcckte Seufzer zu ihm herab. Er sah durchaus pr\u00e4chtig aus in seinem waldgr\u00fcnen Waffenrock mit dem goldnen Wappen drauf; einzelne Ringe seines Kettenhemds waren vergoldet und blitzten hell im Sonnenlicht. Auf dem Helm trug er als Zimierde einen h\u00f6lzernen Fasan, buntbemalt und mit echten Schwanzfedern versehen. Das war eine neuartige Mode, dass man im Turnier solche Aufs\u00e4tze trug, Tiere, Burgen, eiserne Fl\u00fcgel oder B\u00e4ume, und mancher alte Ritter murrte insgeheim, die jungen Kerle s\u00e4hen mit diesen Dingern ein jeder aus wie ein Geck. Die Frauen aber meinten, das verleihe dem Tr\u00e4ger noch mehr K\u00fchnheit und Verwegenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen nahm sich gegen Volker ganz unauff\u00e4llig aus: Er trug keinen Schmuck auf dem Helm, keine Goldf\u00e4dchen gl\u00e4nzten in seinem Waffenrock, und sein Schild war mit keinem einzigen Edelstein besetzt. Jetzt aber fing sein Ross an zu t\u00e4nzeln, zweimal wollte es halb steigen, und die Knappen in der N\u00e4he wichen rasch zur\u00fcck, um nicht von einem der gef\u00e4hrlichen Hufe getroffen zu werden. Eine ganze Weile lang trotzte der Schimmel und geb\u00e4rdete sich wie wild; die Herzogin rief schon verzweifelt den Herrgott um Hilfe an, damit ihr Sohn nicht zermalmt werde von diesem Teufelstier, und die Wormserinnen schlugen die H\u00e4nde vor den Mund und keuchten und wimmerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther lie\u00df sich nicht t\u00e4uschen: Er sah genau, dass Hagen sein Ross mit Absicht zum T\u00e4nzeln trieb. \u201eWie der den Gaul im Griff hat\u201c, sagte er leise.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHm\u201c, gab Kriemhild fast and\u00e4chtig zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Hagen beschloss, dass er genug angegeben hatte, brachte er den Schimmel zum Stehen und wartete nun bescheiden auf das Zeichen zum Beginn. Der Herold und der Hornrufer blickten zu Gunther; er hob die Hand, und der Hornsto\u00df erklang. Hei, wie der Sand spritzte! Wie die Zuschauerscharen rauschten! Wie die Schweife flatterten!<\/p>\n\n\n\n<p>Es geh\u00f6rte sich nicht, dass der K\u00f6nig einen Streiter bevorzugte, aber Gunther konnte sich nicht zur\u00fcckhalten, er schrie voll Eifer: \u201eVorw\u00e4rts, Hagen, vorw\u00e4rts!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kriemhild neben ihm gab keinen Laut von sich und rang die H\u00e4nde vor Anspannung. \u00dcber alles Gezirpe und Gebr\u00fcll hinweg erhob sich der Schrei der Herzogin: \u201ePass auf, mein Liebling, pass auf!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hagens Sieg war \u00fcberdeutlich: Volkers Stich ging fehl, stattdessen traf ihn Hagens Lanze am Kopf und warf ihn in den Sand. Er rollte dem Schimmel genau vor die Hufe; nur weil Ross und Reiter im letzten Augenblick \u00fcber ihn hinwegsetzten, behielt er sein Leben. Hagen z\u00fcgelte den Schimmel, sprang ab, noch bevor er zum Stehen kam, und eilte zu Volker zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Stille breitete sich aus, jeder wartete bang, ob Volker sich regte. \u2013 Ja doch! Hagen reichte ihm die Hand und zog ihn hoch. Der Alzeyer nahm den Helm ab, gr\u00fc\u00dfte in die Runde und wischte sich mit gro\u00dfer Geste die Stirn.<\/p>\n\n\n\n<p>Jubel ohne Ende, es m\u00fcsste selbst der Wein in den Kellern der Pfalz davon zittern, und die M\u00fcnzen und Edelsteine in der Schatzkammer m\u00fcssten klirren. Welch ein Sieg! Auch Hagen nahm den Helm ab, bestieg wieder sein Ross und jagte zwei Runden \u00fcber den Turnierplatz in wohlverdientem Triumph. Gunther erhob sich, und mit ihm alle anderen. Jetzt geizte Kriemhild nicht mehr mit ihrem Beifall.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herold trat vor die Trib\u00fcne. Hagen trieb sein Pferd neben ihn. Seine Z\u00fcge versteinerten; von der Anstrengung war sein Gesicht vorher ger\u00f6tet gewesen, jetzt kehrte die Bl\u00e4sse zur\u00fcck. Gunther setzte sich wieder, und der Herold rief um Ruhe. Die Weiberstimmen verklangen schneller als die der M\u00e4nner; die Schw\u00e4rmerinnen hofften eine jede atemlos, dass er gerade <em>ihr<\/em> den Bl\u00e4tterkranz \u00fcberreiche.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich herrschte Schweigen. \u201eGeliebter K\u00f6nig, edle Herren und Damen, getreue B\u00fcrger und Bauersleut: Das Turnier ist aus, der Sieger steht vor uns! Seht ihn hier, in vier K\u00e4mpfen ungeschlagen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle erhob sich Gunther. \u201eNimm meinen Gl\u00fcckwunsch, lieber Hagen\u201c, rief er laut, \u201edu hast mir und dir gro\u00dfe Ehre gemacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen neigte sich w\u00fcrdevoll. Der Herold fuhr fort: \u201eMit Kraft und Geschick hat er sich gegen alle Gegner behauptet, da ist es recht und billig, dass er nun den Siegespreis erh\u00e4lt! Den Kranz aus rotem Weinlaub geb ich ihm, den soll er einem Weib seiner Wahl \u00fcberreichen und ihren Kuss entgegennehmen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er hielt Hagen den Kranz hin. Der verharrte zwei Herzschl\u00e4ge lang und schaute nur den Kranz an, ohne sich zu bewegen. Dann streckte er den Arm aus und nahm ihn entgegen wie etwas, das sich nicht vermeiden lie\u00df. Die Luft flimmerte von der Aufregung der Edelfrauen, und unten bei den B\u00fcrgerinnen pl\u00e4tscherte sogar Gekicher. Kriemhild hielt sich gerade, hatte sich ihren Zopf \u00fcber die Schulter gelegt und erlaubte sich den Anflug eines L\u00e4chelns, als geh\u00f6rte <em>sie<\/em> keineswegs zur aufgeregten Schar der Jungm\u00e4dchen, die sich nach Kranz und Kuss sehnten, sondern f\u00e4nde dieses Ereignis nur unterhaltsam, nichts weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Volker von Alzey stand neben Hagens Ross und nickte betr\u00fcbt, da ihm der Preis so knapp entgangen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen lie\u00df seinen Schimmel langsam im Kreis gehen. Sein Blick streifte \u00fcber die zahllosen M\u00e4dchengesichter hin. Dann trieb er das Ross vier Schritte n\u00e4her an die Trib\u00fcne heran. Er sah nur zu Gunther, als er rief:&nbsp; \u201eSo viele Frauen und M\u00e4dchen hab ich noch nie geseh\u2019n, eine jede anmutig und sch\u00f6n. Vor einer solchen Auswahl bin ich ratlos, ich kann mich nicht entscheiden, und darum bitte ich, Herr, dass ich den Kranz und den Kuss an den Zweiten abtreten darf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hundert Edeljungfrauen keuchten entsetzt auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther fing halb an zu lachen. \u201eWenn das dein Wunsch ist, sei er dir erf\u00fcllt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen warf den Kranz Volker zu. Der fing ihn auf und dr\u00fcckte ihn sachte an die Brust. \u201eHab Dank, hab Dank! \u2013 Doch, ihr Leute, es ergeht mir ja genauso wie dem jungen Tronjer: \u201eIch kann mich nicht entscheiden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tiefes Gel\u00e4chter antwortete ihm, auch einige M\u00e4dchenstimmen darunter; die hatten sich schon damit abgefunden, dass der Sieger seinen Preis verschm\u00e4hte. Dass er <em>\u00fcberhaupt<\/em> keine gewollt hatte, trug wohl einen gro\u00dfen Teil dazu bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Kriemhild dagegen sch\u00e4umte. Die w\u00fcrde es Hagen nicht so rasch verzeihen! Ihr Kiefer war angespannt, und ihr Blick gl\u00fchte schmiedehei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther fl\u00fcsterte ihr ins Ohr: \u201eListig hat er das angestellt! Nun wird\u2019s keine Eifers\u00fcchteleien unter den M\u00e4dchen geben, weil er keiner den Vorzug gab. Ein eintr\u00e4chtiges Fest wird\u2019s heute werden, ganz ohne Weiberneid.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGro\u00dfartig\u201c, sagte Kriemhild zwischen zusammengebissenen Z\u00e4hnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Volker verk\u00fcndete gerade, er wolle ungern diesen zahllosen Sch\u00f6nheiten Kummer bereiten, indem er nur eine einzige zur Allersch\u00f6nsten erkl\u00e4rte. \u201eDrum bitte ich, Herr, dass ich <em>alle<\/em> k\u00fcssen darf!<\/p>\n\n\n\n<p>Lauthals lachte man, und der Herold sah doch tats\u00e4chlich mit fragendem Ausdruck zu Gunther hin\u00fcber, als sei Alzeys Vorschlag einer, den man ernsthaft erw\u00e4gen k\u00f6nne! Gunther sch\u00fcttelte unauff\u00e4llig den Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herold hob den Arm und rief, das sei zwar ein l\u00f6bliches Vorhaben, doch die Regeln erlaubten es nicht. Es bleibe dabei: <em>ein<\/em> Kranz, <em>ein<\/em> Kuss.<\/p>\n\n\n\n<p>Volker nickte betr\u00fcbt und verneigte sich erst vor den Edeldamen, dann vor den B\u00fcrgerinnen. Daraufhin eilte er zur Trib\u00fcne, stieg die paar Stufen zur ersten Sitzreihe hoch und streckte die Hand aus. \u201eEdle Kriemhild\u201c, sprach er laut vernehmlich, \u201egestattet, dass ich Euch den Kranz darbringe, da Ihr selbst Engel das Neiden lehrt! Er wird auf Eurem goldenen Haar thronen wie ein Ring aus Feuer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kriemhild warf ihm einen langen Blick zu, der deutlich zeigte, dass sie sich einen anderen erhofft hatte, um ihr den Preis zu \u00fcberreichen. Trotzdem neigte sie sich. Volker trat heran und gab ihr den Kranz. Sie setzte ihn auf, erhob sich unter dem Jubel der Zuschauer und gab Volker einen raschen Kuss.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch, edle K\u00f6nigsschwester, vergebt mir, dass ich nur der zweite Sieger bin\u201c, murmelte er.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch brauche Euch nichts zu vergeben\u201c, entgegnete sie. \u201eIhr seid liebensw\u00fcrdig, k\u00fchn und h\u00f6flich. Ihr seid ein Ritter, wie Ihr ihn in Euren Liedern besingt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Volker blinzelte keck, dr\u00fcckte noch einmal ihre Hand und stieg hinunter zum Wein. Gunther stand auf und erkl\u00e4rte das Turnier f\u00fcr beendet. Auf dem Hof der Pfalz und auf allen gro\u00dfen Pl\u00e4tzen der Stadt seien inzwischen Tische mit Speisen und Getr\u00e4nken aufgebaut worden, auch Ochsen am Spie\u00df und was die K\u00f6che sonst noch ersonnen hatten; alle Wormser seien eingeladen, sich daran g\u00fctlich zu tun, und wenn sie dabei Frieden hielten und keine H\u00e4ndel begannen, sei er von Herzen froh.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die ersten B\u00fcrger begeistert losrannten, schritt Gunther mit Mutter und Kriemhild die Stufen hinab. Er beugte sich zu seiner Schwester und raunte ihr zu: \u201eEin Jammer, dass die jungen Leute nicht mehr wissen, was sich geh\u00f6rt. Du schienst mir sehr entt\u00e4uscht, Schwester.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm Gegenteil! Ich bin erleichtert, dass ich nicht Hagen k\u00fcssen musste. Der tut ja immer gradeso, als w\u00e4r\u2019s ihm zuwider! <em>Ich<\/em> bin auch nicht auf seinen Kuss erpicht, er ist ja leichenfahl und ein Eisklotz, aber ich tu wenigstens so, als machte es mir nichts aus! Doch er \u2013 er ist furchtbar unfreundlich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAh so. Aber ist es denn gewiss, dass er gerade dich gew\u00e4hlt h\u00e4tte? Vielleicht gibt\u2019s eine andere, die ihm mehr zusagen w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da war sie sprachlos.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was kann man tun in Corona-Zeiten, wenn Mittelalterm\u00e4rkte, Ritterturniere, alle &#8222;fr\u00f6uden, h\u00f4chgez\u00eeten&#8220; abgesagt sind? 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