{"id":557,"date":"2019-03-07T16:33:39","date_gmt":"2019-03-07T15:33:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/?p=557"},"modified":"2019-03-09T16:35:07","modified_gmt":"2019-03-09T15:35:07","slug":"etwas-muss-sich-aendern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/2019\/03\/07\/etwas-muss-sich-aendern\/","title":{"rendered":"Etwas muss sich \u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p>Noch sind meine B\u00fccher bei Kindle Unlimited angemeldet. Ab und zu wird auch mal eines ausgeliehen, wobei es einen klaren Spitzenreiter gibt, der am h\u00e4ufigsten gelesen wird, gefolgt von meiner Reihe. Andere schweben seit Monaten im Orkus rum und interessieren keinen.<\/p>\n<p>Nun habe ich beschlossen, meine n\u00e4chsten B\u00fccher nicht mehr exklusiv bei Amazon, sondern auch bei den Tolino-Shops usw. zu ver\u00f6ffentlichen. Daf\u00fcr f\u00e4llt die Verleihfunktion bei Unlimited weg.<\/p>\n<p>Der eigentliche Grund, wegen dem ich meine neuen Projekte nicht mehr in die Leihbibliothek stellen werde, ist aber ein anderer:<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr mich sehr frustrierend, wenn Leute meine B\u00fccher ausleihen und nicht zu Ende lesen. W\u00e4hrend Leseflauten kann ich dieses Ph\u00e4nomen feststellen, w\u00e4hrend Lesehochs nat\u00fcrlich nicht, denn Amazon zeigt nur die Summe der gelesenen Seiten an. Beispiel: Mein Buch hat 415 Seiten. Am Montag wurden 830 Seiten gelesen. Es k\u00f6nnte also sein, dass zwei Leute das Buch zu 100% gelesen haben. Vielleicht haben aber auch 830 Leute jeweils eine Seite gelesen. Oder irgendeine las 50 Seiten, eine andere 247, usw.<br \/>\nDoch immer wieder wird ein paar Tage lang gar nichts gelesen, dann pl\u00f6tzlich liest jemand ein paar Seiten \u2013 und danach nichts mehr: Das sieht f\u00fcr mich wie ein Abbruch aus. Nat\u00fcrlich kann es auch sein, dass derselbe Leser das Buch erst in einer Woche weiterliest, oder dass der Leser w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre, \u00fcberw\u00e4ltigt von der Gro\u00dfartigkeit meiner Prosa, vor Ehrfurcht gestorben ist und somit unfreiwillig abgebrochen hat, oder sein Kindle ging kaputt, oder was auch immer.<\/p>\n<p>Trotzdem f\u00fchlt es sich wie ein Abbruch an. F\u00fcr diesen Leser war ich also nicht gut genug. Ich war zu schlecht. Oder nicht?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann ein Leser ein Buch auch im Guten abbrechen, ohne fortan einen Groll gegen die Autorin zu hegen:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Buch ist f\u00fcr den Leser zu hart\/zu belastend. Er h\u00e4tte sich f\u00fcr diesmal etwas Leichteres erhofft. Vielleicht hat er zur Zeit eine schwere Zeit durchzumachen und will wenigstens beim Lesen entspannen. Trotzdem ist er der Meinung, dass auch ernste B\u00fccher ihre Berechtigung haben.<\/li>\n<li>Weder in der Buchbeschreibung noch irgendwo sonst wurde auf eine Liebesgeschichte hingewiesen, trotzdem hat eine Liebesromanliebhaberin zugegriffen. Irgendwann hat sie erkannt, dass es wirklich nur um Schlachtfelder und staatstragende Politik geht, und bricht das Buch ab, weil sie schon Entzugserscheinungen bekommt. Es hat ihr zwar keinen Spa\u00df gemacht, aber sie verdammt das Buch nicht, denn sie war auch nicht die Zielgruppe.<\/li>\n<li>Der Leser hat sich so viel Spannung versprochen, dass er fast verr\u00fcckt wird \u2013 die langsam wachsende Dramatik gef\u00e4llt ihm nicht, aber er kann sich vorstellen, dass es andere Leute ansprechen wird.<\/li>\n<li>Es gibt noch unendlich viele Gr\u00fcnde mehr &#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eigentlich ist es nur bedenklich, wenn das Buch der eigenen Zielgruppe nicht gef\u00e4llt. Kein Buch kann allen gefallen, das ist ja klar. Was k\u00f6nnte Uniprofessoren und M\u00e4dchen im Kindergartenalter ebenso begeistern wie Wagnerianer, Fans von Superman, Konservative und Liberale, alte Grantler und junge Idealistinnen, Pazifisten und Computerspiel-Scharfsch\u00fctzen, Leute, die nur Nobelpreisliteratur lesen und Leute, die nur seichte Liebesromane lesen?<br \/>\nNichts. Es ist schlichtweg unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt mich zu meinem n\u00e4chsten Thema:<\/p>\n<p>WARUM UM HIMMELS WILLEN BRECHEN ST\u00c4NDIG LESER DEN K\u00d6NIG VON BURGUND UND DIE GEISEL NACH 2!!!! SEITEN AB?<\/p>\n<p>Denn das kam schon \u00f6fter vor, und ehrlich, das m\u00fcssen Abbrecher sein.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df den Grund, aber ich wei\u00df nicht, ob er gut oder schlecht ist:<\/p>\n<p>Die Hauptfiguren sind im ersten Kapitel noch jung, und zwar sehr jung, also 7 bzw. 4. Nur im ersten Kapitel! Sp\u00e4ter sind sie dann erwachsen bzw. nahe dran (nach mittelalterlichem Ma\u00dfstab). Und wann erf\u00e4hrt der Leser, dass die so jung sind? Auf Seite 2. AHA!!!!!!<\/p>\n<p>Und was macht man als Leser, wenn man sich ein Buch ausgeliehen hat und merkt, dass die Figuren, von denen eine ja laut Buchbeschreibung zum &#8222;besten aller Krieger&#8220; ausgebildet werden soll, auf Seite 2 noch verteufelt jung sind?<\/p>\n<p>A) Man ist emp\u00f6rt, dass die Autorin eine Geschichte \u00fcber solche Milchbubis geschrieben hat, man hat Lust, den Kindle an die Wand zu werfen und die Autorin, ihres Zeichens gro\u00dfe Kuh, zu sch\u00fctteln, und man bricht sofort ab, weil man ist ja schlie\u00dflich ein vern\u00fcnftiger erwachsener Leser, und als vern\u00fcnftiger, erwachsener Leser will man nicht \u00fcber Kinder lesen, und \u00fcberhaupt, und so ein bl\u00f6des BUCH! U\u00c4\u00c4\u00c4HHH!!!<\/p>\n<p>B) Man denkt sich: &#8222;Na, die f\u00e4ngt aber fr\u00fch an, OK, das Kapitel hei\u00dft ja &#8218;Als die Hunnen kamen&#8216;, dann werden die jetzt bald kommen und den einen da mitnehmen, es kommt ja \u00f6fters vor, dass B\u00fccher ein Kapitel \u00fcber die Kindheit der Protagonisten voranstellen, wenn in der Kindheit ein wichtiges Ereignis vorkam. Ich les mal weiter.&#8220;<\/p>\n<p>Klar, Antwort A ist die L\u00f6sung!<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an meinen Lieblingsfilm, in dem der Gute und der B\u00f6se zu anfangs f\u00fcr ca. 2 Minuten noch Kinder sind. Sicherlich schalten alle Zuschauer bei dieser Stelle aus, ich meine, man will doch keinen Film \u00fcber Thor und Loki als Kinder sehen?!?! Das ist ja eine Zumutung!!!!<\/p>\n<p>Ich habe mal ein Buch gelesen, das war von Isabel Allende (auch keine ganz Unbekannte &#8230;), und dieses Buch begann damit, wie sich die Eltern der Hauptfigur kennengelernt haben. Die Hauptfigur wurde erst nach 5 Seiten oder so geboren! Was habe ich gemacht: Geheult, gebr\u00fcllt und mein Geld zur\u00fcckverlangt? \u2013 N\u00f6. Ich dachte mir: &#8222;Ok, dann eben so&#8220; und habe weitergelesen. Nach ca. 10 Seiten war alles gut, der Herr Protagonist war ein Jugendlicher, die Handlung begann, alles wunderbar.<\/p>\n<p>Was tun?, sprach Lili.<\/p>\n<p>Ist das mein Fehler? Und wie k\u00f6nnte ich ihn beheben?<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte:<\/p>\n<ul>\n<li>Das 1. Kapitel in &#8222;Prolog&#8220; umbenennen. ABER: Prologe werden gerne \u00fcbersprungen, weil die meisten Prologe heutzutage nichts Vern\u00fcnftiges zur Handlung beitragen; es ist eher mystisches Wischiwaschi-Zeug oder die Erlebnisse irgendeiner Figur, die in der Hauptgeschichte l\u00e4ngst tot ist, oder, besonders doof, eine Traumsequenz. Mein erstes Kapitel ist super wichtig f\u00fcr die nachfolgende Geschichte, da kann ich nicht riskieren, dass es \u00fcbersprungen wird.<\/li>\n<li>Das 1. Kapitel in &#8222;10 Jahre fr\u00fcher&#8220; umbenennen. Vielleicht wird es trotzdem \u00fcbersprungen. Aber diese L\u00f6sung gef\u00e4llt mir mehr als die von oben.<\/li>\n<li>In der Buchbeschreibung oder am Anfang des Kapitels erw\u00e4hnen, dass die sp\u00e4ter dann \u00e4lter sind?<br \/>\nD\u00e4mlich. Nicht empfehlenswert.<\/li>\n<li>Falls ich bei Tolino mehr Erfolg habe, das Buch aus der Leihbibliothek rausnehmen. So, ihr Abbrecher, ihr k\u00f6nnt nicht mehr abbrechen! K\u00e4ufer sind schlauer, die lesen erstmal die Leseprobe.<\/li>\n<\/ul>\n<p>ABER:<br \/>\nSind Leser, die nicht kapieren, dass die Buch-Burschen nat\u00fcrlich nicht das ganze Buch \u00fcber 4 Jahre alt sein werden, \u00fcberhaupt meine Zielgruppe?<br \/>\nWer ein Buch nach 2 Seiten abbricht, weil die Figuren zu jung sind, ist vermutlich ungeduldig und wohl auch nicht allzu \u2013 allzu \u2013 ihr wisst schon. Es kommt ja schlie\u00dflich des \u00f6fteren vor, dass irgendeine Figur zu anfangs noch jung ist, sich die Geschichte aber mit ihrem Leben als Erwachsener besch\u00e4ftigt. Ich habe noch niemals gesehen, dass da ein Autor einen &#8222;Disclaimer&#8220; anbringen musste, um die Leser zu warnen.<\/p>\n<p>Ist also der Verlust dieser Leser gar kein Verlust, denn sie w\u00e4ren \u00fcberhaupt nicht meine Zielgruppe gewesen? Sie f\u00fchlten sich f\u00e4lschlicherweise angesprochen? Ich meine, wer eine Di\u00e4tmethode entwickelt hat, mit der man garantiert die H\u00e4lfte seines Gewichts verliert, m\u00f6chte eigentlich keine Laufstegmodels ansprechen. Wenn ein Laufstegmodel wider Erwarten sein Buch ausleiht, aber dann mit der Lekt\u00fcre wieder aufh\u00f6rt, ist das eigentlich kein Verlust einer Leserin, sondern geh\u00f6rt vielmehr noch zum Prozess der Produktwahl durch den Kunden \u2013 die Auslese, die vor Verkauf\/Leihe stattfinden sollte, erfolgte hier etwas sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Es besteht nat\u00fcrlich die Gefahr, dass die Abbruch-Leser mir eine schlechte Rezension dalassen. &#8222;Voll sch&#8230;, die sind da ja Kinder!!! Abgebrochen auf Seite 2.&#8220; Schlechte Rezensionen sind immer doof. Unkluge Leser auch.<\/p>\n<p>Was also tun?<\/p>\n<p>Wenn ich mal wieder das Worms-Buch hochlade, werde ich also das 1. Kapitel umbenennen. Ungern, aber dann soll es eben so sein. Falls trotzdem irgendwelche Leser noch immer nach 2 Seiten abspringen, dann \u2013 dann \u2013 werd ich verr\u00fcckt!<\/p>\n<p>(Es k\u00f6nnte nat\u00fcrlich Leser meines Blogs geben, die sagen: &#8222;Vielleicht haben sie nach 2 Seiten gemerkt, dass dein Buch so schlecht ist!&#8220; Diese Leser meines Blogs m\u00f6chte ich an dieser Stelle herzlich gr\u00fc\u00dfen und sie dessen versichern, dass sie nicht zu meiner Zielgruppe geh\u00f6ren. Sie m\u00fcssen aber noch weiterlesen, es kommt noch was Tolles aus der deutschen Geschichte!)<\/p>\n<p>Vielleicht \u00e4rgern sich manche Leser auch dar\u00fcber, dass von den beiden Figuren aus dem Worms-Buch Hagen der j\u00fcngere ist, obwohl er in vielen modernen Nacherz\u00e4hlungen als der \u00c4ltere\/der Onkel der Burgunderk\u00f6nige dargestellt wird. Da schreien die Leser gleich: &#8222;Fehler!&#8220; und rauchen vor Zorn.<br \/>\nA: Keine Ahnung, wer auf die Idee kam, der sei der Onkel der K\u00f6nige \u2013 im Epos wird er nur vielsagend als &#8222;Verwandter&#8220; (mhd. &#8222;mac&#8220;) bezeichnet. In Edda, Thidrekssaga usw. ist er Bruder\/Halbbruder, blabla. \u2013 Kaiser Wilhelm II. Onkel Leopold war \u00fcbrigens nur 6 Jahre \u00e4lter als Kaiser Wilhelm.<\/p>\n<p>B: Bismarck war 18 Jahre j\u00fcnger als Wilhelm I. !!! Man kann auch mal auf J\u00fcngere h\u00f6ren, ist nichts Ehrenr\u00fchriges dabei.<\/p>\n<p>C: Heute ist der Todestag von Wilhelm I. \ud83d\ude41<br \/>\nIch habe den Artikel aber um zwei Tage zur\u00fcckdatiert. Eigentlich ist heute der 9. M\u00e4rz, nicht der 7.<\/p>\n<p>D: Manchmal ist B\u00fccherschreiben echt doof.<\/p>\n<p>E: Ich h\u00f6re jetzt auf.<\/p>\n<p>F: Mit dem Blogartikel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch sind meine B\u00fccher bei Kindle Unlimited angemeldet. 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