{"id":1661,"date":"2025-01-01T15:00:20","date_gmt":"2025-01-01T14:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/?p=1661"},"modified":"2025-02-09T18:07:15","modified_gmt":"2025-02-09T17:07:15","slug":"der-koenig-von-burgund-und-der-bastard-kapitel-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/2025\/01\/01\/der-koenig-von-burgund-und-der-bastard-kapitel-3\/","title":{"rendered":"Der K\u00f6nig von Burgund und der Bastard, Kapitel 3"},"content":{"rendered":"\n<h2>Ihr seid nur alle Schachfiguren<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieses Kapitel hat fast 5000 W\u00f6rter, also wieder ein langes. Es ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Nach dem ersten Abschnitt findet ein Perspektivwechsel von Gunther auf Hagen statt.<br>Am Ende stehen wieder Anmerkungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach vier Tagen schon brachen sie auf. Ein F\u00fcnftel der burgundischen Ritterschaft zog mit ihnen ins Schwabenland. Das Heer war klein genug, um die Furcht fremder F\u00fcrsten vor burgundischer \u00dcbermacht zu zerstreuen, und gro\u00df genug, um bei einer Schlacht zwischen den Anh\u00e4ngern der Herzogin und ihren Widersachern Burgunds bevorzugter Partei den Sieg zu gew\u00e4hren. Gernot und Onkel Godomar waren in Worms geblieben, um dort die Herrschaft auszu\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Boten hatte Gunther schon vorausgeschickt; auf diesen Eilritt konnte der Mann seine Gattin jedoch nicht mitnehmen. Sie durfte weiter am Rhein verweilen und sich des falschen Triumphs erfreuen, einen K\u00f6nig in ihre Intrigennetze eingesponnen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Meist ritt Gunther mit der Vorhut. Er trug Sorge, dass in jedem Dorf angehalten und den Bauern verk\u00fcndet wurde, wer durch ihre Gefilde kam. W\u00e4hrend der Herold mit ge\u00fcbter Stimme von Burgunds Freundschaft und Nachbartreue sprach, sa\u00df Gunther auf seinem ungeduldig scharrenden Fuchs und blickte in die Runde mit dem\u00fctiger Verlegenheit, als w\u00e4re er fast schuldbewusst ob seiner Macht und Pracht. Seine Ritter umgaben ihn, k\u00fchn und nahbar, die Sch\u00fctzer von Armen, Witwen und Waisen; milde zu den Gutherzigen, unbarmherzig nur zu den B\u00f6sen. Den Frauen fiel es nicht schwer, sich an ihnen festzuschauen; sie sahen tagein, tagaus nur die braungebrannten, fr\u00fchzeitig furchigen Gesichter ihrer b\u00e4uerlichen M\u00e4nner, b\u00fcckten sich den R\u00fccken rund, um deren grobe Kleidung zu waschen, und konnten ihre Stimmen am Ende jedes Winters nicht mehr l\u00e4nger mitanh\u00f6ren. Darum war ihnen ein wei\u00dfh\u00e4utiger Edelmann mit steinbesetztem Mantel und Bescheidenheit, die der St\u00e4rke entsprang, eine fesselnde Abwechslung. (Bis auf Hagen, dessen Stolz ihm gebot, mit dem lauernden Selbstbewusstsein eines Adlers auf die einfachen Leute herabzusp\u00e4hen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem der Herold geendet hatte, wandte Gunther sich jedes Mal seinen F\u00fcrsten zu und sagte ruhig, doch wohlbelauscht: \u201eWie bieder und flei\u00dfig diese Leute sind! F\u00fcnf D\u00f6rfer wie dieses sind ein Diadem, eine Zierde f\u00fcr ihren Herrn.\u201c Und an die D\u00f6rfler gerichtet: \u201eZum Angedenken an den seligen Herzog Burchard, der mich und mein Reich stets v\u00e4terlich im Herzen trug, will ich euch Bauern ein Geschenk geben. Ich muss euch nicht raten: \u201aNutzt es klug\u2018, denn Bedachtsamkeit ist aller Schwaben Erbtugend. Nehmt es, spendet eurem Herzog ein paar fromme Gebete, und bleibt weiter brave Untertanen seines Sohnes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er lie\u00df sich einen Beutel mit M\u00fcnzen reichen, legte ihn dem \u00e4ltesten Greis des Dorfs in die Hand, und gab das Zeichen zum Aufbruch. Damit gewann er sich stets das Wohlwollen selbst der grimmigsten Bewohner.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Abstand von ein, zwei Stunden folgte ihnen das Heer. Ein jeder musste genau auf den Wegen bleiben; keinen noch so winzigen Gerstentrieb sollten die Schwaben wegen burgundischer Hufe beklagen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach drei Tagen kehrten sie zum ersten Mal bei einem schw\u00e4bischen Adligen ein. Wie Gunther mit seinen Getreuen in den Hof ritt, stand der Graf schon bereit. Er begr\u00fc\u00dfte sie mit unverbindlicher Miene, hinter der jedoch jeder, der Menschen zu lesen wusste, den gequ\u00e4lten Unmut erkannte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWelch edle G\u00e4ste f\u00fcr mein bescheidenes Heim\u201c, sprach der Graf, \u201eh\u00e4tt\u2019 ich zuvor gewusst, dass ein K\u00f6nig mir die Ehre seiner Anwesenheit g\u00f6nnen wird, h\u00e4tt\u2019 ich Vorkehrungen getroffen, die Burg geschm\u00fcckt, die K\u00fcche best\u00fcckt mit den vorz\u00fcglichsten Fr\u00fcchten des Landes \u2013 so aber steht mein Haus im schn\u00f6den Werktagskleid vor Euch, die Sp\u00e4ne der Arbeit bel\u00e4stigen Euren Blick, und meine Speisekammer h\u00e4lt kaum Bess\u2019res als jede Bauernkate bereit. Ein geiziger Wirt muss ich sein, der doch allzu gerne der Gro\u00dfz\u00fcgigste w\u00e4r!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther nickte verst\u00e4ndnisvoll. \u201eDas wei\u00df ich zu sch\u00e4tzen. Allerdings ist es nicht meine Absicht, Eure Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen; wir wollen heute noch einige Meilen zur\u00fccklegen und hielten nur an, um Euch unsern Gru\u00df zu entbieten, wie es sich f\u00fcr die Landfremden geb\u00fchrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sonne der Erleichterung erstrahlte auf dem Gesicht des Grafen. \u201eDas ist ja schade!\u201c, entrang sich ihm wie ein Sto\u00dfseufzer; vers\u00f6hnt f\u00fcgte er hinzu: \u201eWenn das so ist, will ich Euch doch wenigstens zu einem Becher Bier einladen, denn schlie\u00dflich kann ich einen K\u00f6nig und sein Gefolge nicht ohne Labung wieder fortschicken wie einen Bettler.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther hob die Rechte nur ganz leicht, und Hagen neben ihm lie\u00df die Emp\u00f6rung wieder verglimmen. Man braucht nicht jedes Wort eines Provinzgrafen auf die Goldwaage zu legen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Angebot nehm ich gerne an\u201c, sprach Gunther, \u201eunter der Bedingung, dass Euer Gesinde sich nicht zu viele Umst\u00e4nde mit uns mache. In einer halben Stunde wollen wir wieder aufbrechen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das h\u00f6rte der Schwabe gerne. Emsig trugen die Knechte zwei zus\u00e4tzliche Tische in den Saal der Burg, und in staunenswert kurzer Zeit war schon jedem ein Becher Bier gereicht. Auch die Hausherrin und ihre Tochter waren herbeigerufen worden und sa\u00dfen bei den G\u00e4sten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Rossknecht, der sich eilends ein neues Gewand \u00fcbergezogen hatte, musste die Gesellschaft mit Musik erfreuen, denn von den Leuten des Grafen sei er der einzige mit einer annehmbaren Stimme, und \u2013 das sagte der Graf mit \u00fcbertriebenem Bedauern \u2013 fahrendes Volk suche ihn ja allzu selten auf. Nun tr\u00e4llerte der Junge im Hintergrund die immer gleiche Strophe eines Lieds \u00fcber schw\u00e4bische Stra\u00dfen; er glich dabei einem eingesperrten Vogel, der um alles in der Welt entfliehen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile erhob sich Volker von Alzey, n\u00e4herte sich t\u00e4nzerisch der Gr\u00e4fin und ihrer Tochter und verbeugte sich vor ihnen. \u201eErlauben die Sch\u00f6ngeister der Burg, dass ich als Spielmann ihnen ein Lied widmen darf?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grafentochter beantwortete sein Blinzeln mit sch\u00fcchternem Kichern; die Gr\u00e4fin rief: \u201eIch bitte darum!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Volker trat zum tapferen Rossknecht, wartete h\u00f6flich, bis er seine Strophe beendet hatte, und raunte ihm dann den erl\u00f6senden Wunsch der Gr\u00e4fin zu. Von seinem Knappen lie\u00df er sich die Fiedel reichen, spielte die Weise einmal vor, und hub dann an zu singen von einer zarten Nachtigall und ihrem Feind, dem Raben.<\/p>\n\n\n\n<p>Atemlos lauschten die Frauen. Der Graf blickte liebevoll zu Gattin und Tochter hin\u00fcber. \u201eWie bin ich froh, dass mein M\u00e4dchen noch unter uns Lebenden weilt\u201c, raunte er Gunther zu. \u201eSie w\u00e4re letztes Jahr beinahe einer Lungenentz\u00fcndung erlegen, das arme Kind!\u201c Seine barschen Z\u00fcge wurden weicher.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch nehme an, dass die Genesung langwierig und m\u00fchselig war?\u201c, fragte Gunther.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGott sei mein Zeuge\u201c, seufzte der Schwabe, \u201esie ist bis heute noch nicht ganz wiederhergestellt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Herr \u2013 und seine Mutter, die verehrte K\u00f6nigswitwe \u2013 sind wohlbewandert auf dem Feld der Heilkunde\u201c, sagte Hagen. \u201eSie wissen bestimmt ein Mittel zur Abhilfe. Nicht wahr, mein K\u00f6nig?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa w\u00e4r ich Euch von Herzen dankbar!\u201c, sprach nun auch die Gr\u00e4fin, die wie alle Frauen zwei Dingen zugleich lauschen konnte, \u201eja, ergeben w\u00e4r ich euch mehr als unserm Herzog, dem alten wie dem Jungen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dem armen Kind musste unbedingt geholfen werden! Gunther schickte sogleich seinen Knappen, dass er von einem der Packpferde die Schatulle mit den Arzneien hole. Mit dem Schl\u00fcssel \u2013 er trug ihn, seit sie losgezogen waren, stets bei sich; hatte er doch in seinem Leben schon oft genug erfahren, dass man ihm unbemerkt b\u00f6se Substanzen untermischen wollte \u2013 \u00f6ffnete er sie behutsam. Es waren zwei Dutzend t\u00f6nerne Tiegel darin, mit Salben oder Pulver f\u00fcr alle Gebrechen, die einen auf der Reise befallen k\u00f6nnten: gegen Fieber und Kopfschmerzen, gegen Muskelschmerzen, Kraftlosigkeit, und vieles mehr. Manche hatte Mutter gemischt, manche hatte er selber in n\u00e4chtlicher Stunde bedachtsam hergestellt. Er w\u00e4hlte drei aus, die helfen sollten, so viel es die Kraft der Pflanzen vermochte, und erkl\u00e4rte der Gr\u00e4fin, wie sie einzunehmen seien und welche Gebete dabei besonders hilfreich waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie im Hof wieder Abschied nahmen, floss die Gr\u00e4fin vor Tr\u00e4nen \u00fcber; der Graf umarmte ihn dreimal und beteuerte, er sei zwar Schwabe von Abstammung und Lehnseid her, aber seine Treue geh\u00f6re nun auf ewig dem K\u00f6nig von Burgund.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2>Neuer Abschnitt ab hier:<\/h2>\n\n\n\n<p>Nichts gab gr\u00f6\u00dferen Triumph, als die Ordnung der Welt zurechtger\u00fcckt zu sehen. Hagen von Tronje war fortan der zweitm\u00e4chtigste Mann des Reiches. Die einstige Geisel hatte sich erhoben aus dem Staub der Hunnensteppen, aus weisen Lehrstunden zur F\u00fchrung eines Landes, aus dreiundzwanzig Schlachten und Jahren voller Bitterkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Tag seiner Belehnung hatte alles Leid einen Sinn erhalten, denn jede Stunde Elend war notwendig gewesen, um ihn in Form zu gie\u00dfen, alle Qualen hatten ihn gest\u00e4hlt \u2013 der Schmerz hatte ihn zu dem gemacht, der er sein sollte: der beste Diener f\u00fcr seinen K\u00f6nig.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein K\u00f6nig mit der Taubenseele brauchte einen Besch\u00fctzer. Gunthers schwankende Klugheit, die jede Entscheidung schreckte, brauchte einen Mann, der ihm die Verantwortung abnahm. So wie man das Herz nicht ohne R\u00fcstung den Feindesklingen entgegenreckte, sondern es hinter einem Schild verbarg, so brauchte Burgunds sanfter K\u00f6nig einen K\u00e4mpfer, der ihn vor den Angriffen schirmte, der Gefahren, Vorw\u00fcrfe und alle H\u00e4sslichkeiten der Herrschaft auffing wie der Schild die feindlichen Pfeile.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pferde trabten z\u00fcgig \u00fcber die Stra\u00dfen hin. Er erlaubte sich ein kurzes L\u00e4cheln, als keiner hersah. Die Macht gefiel ihm, schmeckte s\u00fc\u00df wie Rheinwein und passte ihm wie ein ma\u00dfgeschneidertes Gewand. Wenn seinen Befehlen Gehorsam folgte, eilfertig und rasch wie der Bergbach dem Hang; wenn seine Missbilligung gef\u00fcrchtet war wie das Anathema; wenn die Bewunderung der Braven, die Furcht der Feigen, der Gram der Neider und die ratsuchenden Bitten seines geliebten Herrn ihn allesamt umgaben, dann stand er stolz und genoss Ansehen wie Feindschaft gleicherma\u00dfen, waren doch beide die Insignien der F\u00e4higen. Manchmal stellte er sich vor, wie es w\u00e4re, wenn die Dinge anders verlaufen w\u00e4ren, sodass statt seiner nun Dankwart an Gunthers Seite st\u00fcnde, oder sonst jemand, jeder, nur nicht Hagen: Da f\u00fchlte er die Welt wieder aus den Fugen springen. Es war gut und richtig, dass <em>er<\/em> der Herzog war, und&nbsp; \u2013 das war ihm wohl bewusst \u2013 f\u00fcr einen K\u00f6nig Gernot oder Gibich w\u00e4r er nicht der richtige. Er h\u00e4tte ihnen auch nicht dienen wollen. Sein Herr hie\u00df Gunther, in vita et in morte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor ihnen erhob sich die Schw\u00e4bische Alb. Es ragten keine steilen Gipfel empor, nur waldige H\u00f6hen reihten sich aneinander in gr\u00fcner Kette. Sie hatten bisher f\u00fcnf Grafen getroffen, jedem von ihnen den Aufwand und die Kosten einer \u00dcbernachtung erspart und alle in freundlicher Gesinnung zur\u00fcckgelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einem Bergsporn erhob sich die n\u00e4chste Burg, besch\u00fctzt von einer Buckelquadermauer und einem Graben an der einzig zug\u00e4nglichen Seite. Der Turm jedoch war arg besch\u00e4digt, und Hagen glaubte sogar ein Ger\u00fcst zum Wiederaufbau an einer Seite auszumachen. Die Kuppe des gegen\u00fcberliegenden Bergsporns war kahlgehauen und zerfurcht. Schanzen zeigten an, wo die feindliche Blide gestanden hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der schw\u00e4bische Graf empfing sie mit soviel Herzlichkeit, wie ihm bei seinem offenbar grimmen Temperament m\u00f6glich war. Auf die Fragen seiner G\u00e4ste hin schilderte er bereitwillig, wie er den Belagerer getrotzt hatte bis zum Eintreffen von Entsatz. In der Schlacht, die daraufhin entbrannte, hatte er f\u00fcnf Feinde \u00fcberw\u00e4ltigt. \u201eWas aber n\u00fctzt mir nun der Ruhm? Er baut ja meinen Turm nicht wieder auf!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Graf war allerdings gastlicher als sein Nachbar im Norden: Er bot dem burgundischen Gefolge statt Bier immerhin Wein an. Dann bat er Gunther und Hagen auf ein kurzes Gespr\u00e4ch in seine Kammer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHerr vom Rhein\u201c, sprach er, als sie Platz nahmen, \u201eIhr wollt also entscheiden, welcher Partei der junge Herzog zur Erziehung \u00fcbergeben werden soll?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther erwiderte mit sanfter Miene, dass er keineswegs zu entscheiden kam, sondern zu raten und zu vermitteln. Hagen betrachtete derweil die harten Z\u00fcge des Grafen, die Schwerter an der Wand hinter ihm und die zerhauenen Schilde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Graf lehnte sich vor und senkte die Stimme. \u201eIch hoffe doch, dass Eure Vermittlung der richtigen Partei zum Sieg verhilft. Es geht um Schwabens Zukunft, ob sie leuchte oder dahinwelke.\u201c Er verstummte, harrte einer Antwort mit w\u00f6lfischem Lauern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDessen k\u00f6nnt Ihr gewiss sein: dass der K\u00f6nig von Burgund stets das Richtige entscheidet\u201c, sagte Hagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Graf lehnte sich zur\u00fcck, unzufrieden ob der nichtssagenden Antwort. Hagen w\u00fcrde ihn aber schon f\u00fcr Burgund gewinnen. \u201eIhr habt in vielen Schlachten gefochten?\u201c, fragte er den Grafen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn acht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen hob anerkennend seinen Becher. \u201eDer Krieg ist der gr\u00f6\u00dfte aller Lehrmeister. Ich w\u00fcrde keine einzige meiner Schlachten verpasst haben wollen. Man wird doch erst im Angesicht des Feinds zum Mann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das erf\u00fcllte den Grafen mit Lebhaftigkeit. \u201eSo ist\u2019s! Wer nicht ein Schlachtfeld getr\u00e4nkt hat mit fremdem Blut und mit dem eig\u2019nen, der kennt das Leben nicht, ist einf\u00e4ltig wie ein Lamm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kenne keinen Tr\u00e4umer und Taugenichts, den blanker Stahl nicht zurechtgeschliffen h\u00e4tte\u201c, sagte Gunther.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEben!\u201c, rief der Schwabe aufgeregt und schlug auf den Tisch, \u201eund da soll unser armes Schwabenland die n\u00e4chsten acht Jahre von einem Weib gef\u00fchrt werden?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen hob den Zeigefinger mit Schwung und rief, sich derselben Emphase wie der Graf bedienend: \u201eMag ihre Hingabe an Sohn und Land auch untadelig sein \u2013 sie bleibt doch unerfahren, unwissend und waffenlos. Weiber k\u00f6nnen, das gesteh ich ihnen zu, Listen ersinnen, sich mit T\u00fccke Vorteile und Verteidiger gewinnen, Verb\u00fcndete heranlocken und Kriege entfesseln, aber die H\u00e4rte und K\u00fchnheit eines Mannes geht ihnen ab, deshalb m\u00fcssen sie zwangsl\u00e4ufig straucheln im Falle gr\u00f6\u00dfter Gefahr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGenau!\u201c, fiel der Schwabe ein, \u201eIhr seht es ganz richtig, Herzog! Bei aller Verehrung f\u00fcr die Weiberschaft \u2013 sie haben an der Spitze eines Reiches nichts verloren! Was w\u00e4r mit uns, wenn ein Krieg ausbr\u00e4che? Sollen wir auf Befehl einer Frau zu den Waffen st\u00fcrmen, auf ihren Wink hin Frieden schlie\u00dfen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Vater aller Dinge hat nur S\u00f6hne, keine T\u00f6chter\u201c, sprach Gunther bedachtsam.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schwabe kannte seinen Heraklit nicht und nickte umso eifriger, um es zu verbergen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen sagte: \u201eUnd wie soll aus dem jungen Herzog ein rechter Mann werden, wenn er allzeit weiblichem Einfluss ausgeliefert ist? Ein Knabe braucht die F\u00fchrung ehrlicher M\u00e4nner, sonst wird er verweichlicht und schwach, kaum st\u00e4rker als seine Schwestern! Ich selber hab\u2019s erfahren, im Hunnenland: Mich hemmte eine unselige Neigung zu Geistesdingen, ich war mehr der Feder als der Klinge zugetan, aber der Hunnenk\u00f6nig hat mich in die Schlacht gef\u00fchrt \u2013 da begriff ich, was allein die gro\u00dfen Fragen der Welt entscheidet: K\u00fchnheit und Selbstzucht, Mut und Eisen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schwabe hielt nicht mehr an sich, h\u00e4mmerte nun mit beiden F\u00e4usten zugleich auf die Tischplatte. \u201eDas sag ich auch, das sag ich immerzu! Der Junge geh\u00f6rt in die H\u00e4nde von M\u00e4nnern, nicht in die weichlichen Mutterarme! Er soll uns einst als K\u00e4mpfer und Sieger vorangehen \u2013\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSo wie mein Herzog dem Heer und dem Reich\u201c, sagte Gunther nebenbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Graf sch\u00fcttelte bekr\u00e4ftigend den Zeigefinger und rief: \u201eGanz recht! Er soll ein Mann sein, zu dem M\u00e4nner aufblicken!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Verabschiedung war weitaus w\u00e4rmer als das Willkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie der Graf Hagen die Hand gab, raunte er ihm zu: \u201eGute Reise! Mein Herz ist voll Vertrauen, dass Ihr die richtige Partei st\u00fctzen werdet, und Schwaben wird\u2019s Euch immer danken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2>Neuer Abschnitt ab hier:<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach vier Tagen erreichten sie den S\u00fcdrand der Alb. Auf einem Bergsporn schlugen sie das Lager auf. Unter ihnen schl\u00e4ngelte sich die Donau dahin, und gegen S\u00fcden erstreckte sich flaches Land, nur von kleinen D\u00f6rfern gesprenkelt, bis es mit dem Horizont verschmolz. W\u00e4hrend die anderen noch die Aussicht lobten, lie\u00df Hagen den Blick \u00fcber den Bergvorsprung schweifen: Er war flach und bot gen\u00fcgend Platz f\u00fcr eine Siedlung. Kein Feind, und w\u00e4re er noch so k\u00fchn, w\u00fcrde es wagen, die steilen H\u00e4nge erst\u00fcrmen zu wollen; nur von Norden aus war das Areal erreichbar. Sonderbar, dass hier niemand, nicht einmal die Altvorderen, eine Stadt gegr\u00fcndet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Abendstunden traf auch das Heer ein. Feuer wurden entfacht, Ochsen drehten sich am Spie\u00df, Lieder wurden angestimmt. Volker beklagte bei jedem neuen S\u00e4nger dessen mangelndes Kunstverst\u00e4ndnis, und wie Hagen schlie\u00dflich schulterzuckend murmelte, f\u00fcr ihn kl\u00e4nge ohnehin alles gleich, nannte Volker ihn einen Barbaren der Musik. Ja gut \u2013 was nicht falsch war, wollte er nicht leugnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Gunther sann er eine Weile dar\u00fcber nach, warum dieser Ort nie besiedelt worden war; Gunther sagte bed\u00e4chtig, es m\u00fcsse hier irgendwo das reiche Pyrene gelegen haben, ein m\u00e4chtiges Handelszentrum, von dem selbst die Griechen berichtet hatten. Inzwischen waren aber alle Spuren l\u00e4ngst verschwunden, und das R\u00e4tsel um seine Lage w\u00fcrde wohl nie gel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Morgen brachte dem Lager Unruhe und Aufruhr. Laute Stimmen rissen Hagen aus dem Schlaf: \u201eSeht nur, seht!\u201c, rief es von \u00fcberall, und er verabscheute b\u00f6se \u00dcberraschungen am fr\u00fchen Morgen. Nicht einmal seine t\u00f6richten Knappen waren da, nutzlose Dummk\u00f6pfe. Er warf hastig das Gewand \u00fcber, schnallte sich Schwert und Dolch um und eilte hinaus. Die ersten drei M\u00e4nner, die er barsch fragte, was los sei, wussten von nichts, aber gingen unverdrossen den andern nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Er fluchte leise. Wie er das hasste, wenn er nicht Herr der Lage war! Dann folgte er z\u00fcgigen Schrittes.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Rande des Abhangs dr\u00e4ngten sich die Leute, deuteten aufs Land hinaus und schienen mehr ergriffen denn argw\u00f6hnisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Er trat neben Gunther. Der sagte mit seiner \u00fcblichen Sanftmut: \u201eEinen guten Morgen, Herzog.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSofern ein Morgen gut sein kann. \u2013 Was ist gescheh\u2019n? Kommen die Schwaben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther l\u00f6ste den Blick erst jetzt vom Horizont und schaute stattdessen Hagen an mit treuem Mitgef\u00fchl. \u201eGottes Sch\u00f6pfung bewundern wir. Man sieht die Alpen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ach so. Er kniff die Augen zusammen, konnte jedoch trotzdem nichts erkennen. Es musste an seiner verdammten blassen Haut liegen, dass er in der Ferne schlecht sah. Tausendmal hatte er das schon vermutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gunther neigte sich leicht zu ihm. \u201eSie sind schneebedeckt, k\u00fchn zerkl\u00fcftet und ziehen sich\u201c, er vollf\u00fchrte eine Geste, die fast den ganzen Horizont vor ihnen umfasste, \u201evon da bis dort.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Heer einer der schw\u00e4bischen Parteien w\u00e4re Hagen lieber gewesen \u2013 dann h\u00e4tte er mit seinen Intrigen fortfahren k\u00f6nnen. Gunther dagegen war von Ehrfurcht erf\u00fcllt. \u201eAuf einmal ist die Welt klein geworden, hat mir das weite Land gezeigt, das sonst nur mutige Pilger kennen, ja, ich f\u00fchl mich wie ein wahrhaft willkommener Gast, f\u00fcr den man die sch\u00f6nsten Kostbarkeiten hervorgeholt hat! Und alle da unten scheinen wie meine Br\u00fcder und Schwestern, vereint unter Gottes Juwelenhimmel. Da, da gl\u00e4nzt ein See! Nicht einmal der? Oh. Wei\u00dft du, was ich noch denke? Es ist, als ob der Horizont uns einl\u00e4dt, ihn zu besuchen. Die Fremde soll uns bekannt werden, die Ferne will uns begr\u00fc\u00dfen. Und hinter den Bergen, ach, mir ist\u2019s, als w\u00e4r ich fast schon dort: liegt das ewige Rom und der Papst!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Stunde sp\u00e4ter kehrten zwei vorausgeschickte Boten ins Lager zur\u00fcck. Sie meldeten, dass die Herzogin und ihre Gegner nunmehr die Heerscharen versammelt hatten. Die Gro\u00dfen des Herzogtums waren bereit, ihren jungen Herrn mit Waffengewalt aus der Obhut der Mutter zu befreien; die Herzogin schien den Kampf jedoch zu scheuen und entwich den Bewegungen ihrer Feinde in weiten Z\u00fcgen. Vor einigen Tagen hatte sie vor Ulm gelegen, hatte sich dann nach S\u00fcden aufgemacht und n\u00e4herte sich nun schon Konstanz. Die F\u00fcrsten r\u00fcckten von Altdorf heran.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSollen wir ihnen entgegenziehen?\u201c, fragte Gunther besorgt. \u201eIch will nicht, dass sie doch noch eine Schlacht wagen. Ein schlechter Schlichter w\u00e4r ich, wenn ich das zulie\u00dfe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar der F\u00fcrsten nickten dazu. Hagen aber riet dagegen: \u201eDas ist allzu unwahrscheinlich; da die Parteien gleich stark sind, wissen sie sehr wohl, dass Niederlage und Sieg beinahe dasselbe kosten m\u00fcssten. Bleibt hier an diesem Ort, hoch \u00fcber dem Streit in der Ebene, und wartet, dass sie zu Euch kommen. Denn mehr noch als Schlichter seid Ihr K\u00f6nig und habt das noble Recht, ihre Ehrerbietung zu empfangen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sein kluger Herr stimmte ihm daraufhin zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Woche lang verweilten sie auf dem Bergsporn am Rande der Alb. Bald schon freuten sich nur noch die empfindsamen Gem\u00fcter, wenn bei klarer Luft die Alpen aus dem Horizont traten; den schn\u00f6rkellosen Naturen war es rasch einerlei geworden. Die Sonnenunterg\u00e4nge prangten jeden Abend verschwenderisch in allen Farben des Feuers, wie ein gefahrloses Abbild von Untergang und Vernichtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach sieben Tagen sah man das Heer der Herzogswitwe heranziehen. Zwei Boten hatte sie losgeschickt, um den Ablauf des Zusammentreffens abzusprechen. Die Boten verlangten schamlos, Gunther solle dem Weib f\u00fcnf Schritte entgegengehen, und sie ihm genauso viele!<\/p>\n\n\n\n<p>Volker von Alzey, dem die Planung des Begegnungszeremoniells oblag, wollte tats\u00e4chlich einwilligen!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gl\u00fcck, dass Hagen hinzugekommen war; nun konnte er diesen Unfug verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hoffe, mich verh\u00f6rt zu haben\u201c, sagte er zu den Schwaben mit einem Tonfall, dessen \u00fcbersanfte Freundlichkeit ihnen Falten der Verwirrung auf die Stirn trieb, \u201edenn es geht nicht an, von einem K\u00f6nig zu verlangen, dass er einer Herzogsgattin \u2013 einer verwitweten \u2013 dieselbe Ehre g\u00f6nnt, wie sie ihm zu zollen geneigt ist. \u2013 Nein, das k\u00f6nnt Ihr nicht verlangt haben. Es muss <em>mein<\/em> Irrtum sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwaben schwiegen, warfen einander unwillige Blicke zu und flehten wohl jeder insgeheim, dass der <em>andere<\/em> etwas zu erwidern wage.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSieben Schritte darf die Herzogin meinem Herrn entgegengehen, und er kommt ihr mit drei entgegen\u201c, sagte Hagen gro\u00dfz\u00fcgig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alzeyer stand neben ihm, blickte offenbar unbeteiligt zu Boden und konnte doch das verschmitzte L\u00e4cheln nicht verbergen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der Schwaben fasste Mut. \u201eMit Verlaub, und mit aller geb\u00fchrenden Hochachtung f\u00fcr Euren K\u00f6nig \u2013 aber sieben und drei sind nicht annehmbar f\u00fcr uns. Bedenkt, dass er als Vermittler zu uns kommt, nicht als ein Lehnsherr!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBedenkt, dass mein Herr gesalbt und gekr\u00f6nt ist, dazu schon in Schlacht und Zweikampf Sieger war. Es ist keine Herabsetzung Eurer Herrin, wenn ich verlange, dass Ihr dem K\u00f6nig gebt, was ihm geb\u00fchrt; es ist die W\u00fcrdigung des H\u00f6herrangigen, die Euch obliegt und die Ihr verweigern wollt.\u201c Er zog einen Stuhl her und setzte sich, wobei er Wert darauf legte, dass sein kostbar besetztes Schwertheft nicht vom Faltenwurf des Umhangs verdeckt war. Er wies den Boten ebenfalls einen Platz an, auch Volker, und hie\u00df Volkers Knappen, ihnen einzuschenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Boten murmelten ihren Dank; derjenige, der vorher geschwiegen hatte, schien jetzt nicht mehr zur\u00fcckstehen zu wollen. Feigling sein war keine Zier. \u201eEdler Herzog, doch drei und sieben \u2013 wisst Ihr, obwohl unsere Herrscher keine K\u00f6nige waren, steht unser Land hinter dem Eures Herrn nicht weit zur\u00fcck, ist nicht viel kleiner, und unsere Krieger sind ebenso k\u00fchn wie die von Burgund!\u201c W\u00e4hrend der Stunden im Kronrat hatte Hagen erkannt, dass schon seine Reglosigkeit allein die Leute einsch\u00fcchterte; wenn er dann noch mit dem Blinzeln aufh\u00f6rte, seinen kalten Blick keinen Moment lang unterbrach, brachte das die Leute v\u00f6llig in Verunsicherung. Er hatte schon die beredtesten Boten damit zum Stottern und Stammeln gebracht. Auch jetzt zeigte diese Angewohnheit Wirkung: Der Schwabe geriet in Aufregung, sah mit raschem, kleinem Kopfnicken zweimal zu seinem Gef\u00e4hrten hin\u00fcber, ob der ihm Hilfe geben k\u00f6nnte, und murmelte dann gepresst: \u201eDoch Ihr seid selbstverst\u00e4ndlich der allerk\u00fchnste, Herzog.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen verzog keine Miene, sondern nahm die Aussage mit der knappsten Verneigung zur Kenntnis. \u201eDrei und sieben also, besten Dank\u201c, sagte er. Er streckte die Hand aus. Der eine Bote lehnte sich vor, als schien es ihm geboten, einzuschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Volker sagte pl\u00f6tzlich: \u201eMan darf nat\u00fcrlich nicht vergessen, dass die Herzogin unl\u00e4ngst den schlimmsten Schicksalsschlag im Leben einer Frau erlitten hat, den Verlust des Gatten.\u201c Was tat er da? Er sprach zu Gunsten der Schwaben? \u201eUm sie in ihrem Leid zu ehren, ist unser guter K\u00f6nig gern bereit, ihr einen weiteren Schritt entgegenzugehen.\u201c Warum zum Teufel glaubte Volker von Alzey entscheiden zu k\u00f6nnen, was Gunther bereit war zu tun? F\u00fcr wen hielt er sich?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnser guter K\u00f6nig hat aus Mitgef\u00fchl zehn Messen f\u00fcr den hingegangenen Herzog lesen lassen \u2013 im Dom St. Peter!\u201c, fuhr Hagen auf. \u201eEr braucht sein Beileid nicht zu beweisen, er tat schon genug \u2013 was Ihr, verehrte Boten, sicherlich zu sch\u00e4tzen wisst.\u201c Zu heftig, zu heftig! Milder f\u00fcgte er hinzu: \u201eUnd selbstredend wird er bei der Begr\u00fc\u00dfung noch einmal in g\u00fctigen Worten seinem Bedauern Ausdruck verleihen. \u2013 Drei Schritte, dabei bleibt es.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gequ\u00e4lter Blick wechselte zwischen den Boten hin und her, gefolgt von einem kaum merklichen Nicken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAu\u00dferdem\u201c, rief Volker und breitete die Arme \u00fcber der R\u00fcckenlehne des Stuhls aus, \u201eist es in der heutigen Zeit die Freude eines jeden Ritters, den Damen seine Hochachtung zu zeigen. Unser K\u00f6nig Gunther, ein Muster an H\u00f6fischheit, w\u00fcrde Eurer Herrin, w\u00e4r er nicht selber Herrscher, gar liebensw\u00fcrdig aus dem Sattel helfen; so aber offenbart sich seine Ritterlichkeit in den vier Schritten, die er der edlen Witwe entgegenkommt. Vier Schritte sind es, nehmt mein Wort.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>War er denn von Sinnen? Was sollten die Boten denken, he? Ja, Hagen sp\u00fcrte genau, dass sie die geb\u00fchrende Ehrfurcht vor ihm ablegten; <em>Oh, der Tronjer droht nur, doch er wagt nicht zu bei\u00dfen<\/em>, dachten sie gewiss! T\u00f6richter Volker! Was ritt ihn, dass er die Stimme des m\u00e4chtigsten F\u00fcrsten untergraben wollte! \u2013 Hagen konnte nicht erneut widersprechen, sonst machte er sich zum Gesp\u00f6tt. Retten, was zu retten war.<\/p>\n\n\n\n<p>Er nahm sich zusammen, passte auf, dass seine Gesichtsz\u00fcge nichts von seinem wahren Seelenzustand verrieten, und sagte streng: \u201eDas ist eine der au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Eigenschaften meines K\u00f6nigs: Er r\u00e4umt stets der Bescheidenheit den Vorrang vor der Tradition ein; so dem\u00fctig tr\u00e4gt er die Krone, dass er die Ehren, die ihm zustehen gem\u00e4\u00df Sitte und Ordnung, stets mild und huldvoll mit jenen teilt, deren Ehrung er entgegennehmen sollte. Vier Schritte von ihm, und sechs von der Herzogin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Boten nahmen draufhin eilends ihren Abschied. Sie bef\u00fcrchteten wohl, Hagen \u00e4ndere seine Ansicht wieder? Das t\u00e4te er allzu gern, allein der Alzeyer w\u00fcrde ihm erneut dazwischenfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Volker geleitete die Boten hinaus. Kaum war er wieder eingetreten, warf Hagen die eisige Starre ab wie den schwergewordenen Schild nach der Schlacht. \u201eWarum zum Teufel fallt Ihr mir in den R\u00fccken, Graf? So wie Ihr mich vor den Fremden blo\u00dfgestellt habt, sollte ich Euch zum Gefecht herausfordern! Ihr k\u00f6nnt mit mir nicht derart verfahren \u2013 ich bin der Herzog!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Volker zog es vor, erst zu schweigen. Er hob seine Hand mit dem gr\u00e4flichen Siegelring und betrachtete sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Unerh\u00f6rt, unerh\u00f6rt! \u201eSprecht!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOh weh, ich bin entt\u00e4uscht von Euch. \u2013 Kommt Ihr wahrlich nicht selber drauf, warum ich nicht emsig nickend Eure Forderung mit dem Lorbeer meines Beifalls bekr\u00e4nzte?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein, das kann ich mir nicht erkl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Volker nahm sich gar heraus, zu lachen. F\u00fcr wen hielt er sich? Hagen ballte die F\u00e4uste.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWisst Ihr, Herzog \u2013 schon seit zehn Jahren \u2013 da wart Ihr sechs, nicht wahr? Nein, f\u00fcnf, f\u00fcnf! Schon seit zehn Jahren obliegt mir die Pflicht, die Zusammentreffen des K\u00f6nigs mit anderen Herrschern im Verein mit deren Leuten zu planen, und meine Pflicht, die erf\u00fcllte ich allzeit zur Zufriedenheit meiner Herren. Doch auf einmal soll ich ahnungslos und tumb durch die Jahre gestapft sein, von keinem Gedanken je beschwert, ein St\u00fcmper reinster Sorte, und w\u00e4r ohne die ungest\u00fcme Anleitung durch einen landfremden J\u00fcngling hilflos verloren wie der K\u00e4fer auf dem R\u00fccken? Nein, mein lieber Herzog, dem ist nicht so.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd weil Ihr Euch von meiner Anwesenheit gekr\u00e4nkt saht, hieltet Ihr es f\u00fcr angemessen, Euren Trotz an unserem K\u00f6nig auszulassen? <em>Er<\/em> ist&#8217;s, der nun einem Weib mehr Ehre angedeihen lassen muss, als ihr zukommt! Ein solches unw\u00fcrdiges Verhalten h\u00e4tt\u2019 ich von Euch nicht \u2013\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSeine Ehre wird es verkraften\u201c, sagte Volker. \u201eVier Schritte sind keine Zumutung; im \u00dcbrigen lie\u00df er mir f\u00fcr alle Aufgaben des Zeremoniells v\u00f6llig freie Hand. Noch vor seiner Kr\u00f6nung war das \u2013 also vor Eurer Zeit bei Hofe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hagen hielt nicht l\u00e4nger an sich, die Wut musste heraus. \u201eAber vor den Boten habt Ihr mich gedem\u00fctigt! Als h\u00e4tt\u2019 ich\u2019s nicht schon schwer genug mit meinem Alter und meiner Vergangenheit bei den Hunnen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Volker kam heran, klopfte gar seine Schulter, als w\u00e4re Hagen ein sch\u00e4umender Gaul \u2013 verdammter Kerl \u2013 und sagte vers\u00f6hnlich: \u201eAber ich trag\u2019s Euch nicht nach, denn ich hege die Hoffnung, dass Ihr einsichtig seid. Ein and\u2019rer freilich h\u00e4tte Euch eine solche Einmischung nicht vergessen. Denn der Groll \u00fcber den, der unsere angestammten Pflichten besser zu erf\u00fcllen meint als wir, w\u00e4r unsterblich, wenn nicht die Menschen sterblich w\u00e4ren. Drum sag ich\u2019s Euch im Guten: Ihr seid zwar Herzog und Etzels Bezwinger, klug und stur, m\u00f6gt vieles besser machen als die meisten \u2013 doch wo die menschliche Eitelkeit Grenzen zieht, da k\u00f6nnt nicht einmal Ihr hindurchst\u00fcrmen, ohne dass Ihr Euch zum ungerechten Angreifer macht. Denkt dr\u00fcber nach, Ihr werdet sehn, ich habe Recht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er wandte sich um und ging hinaus. Hagen stand eine Weile lang im Zelt und \u00e4rgerte sich. Als sich die erste Wut allm\u00e4hlich verzog wie Rauch, schienen ihm Volkers Mahnungen vielleicht halbwegs vern\u00fcnftig.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Anmerkungen<\/strong>:<\/h2>\n\n\n\n<p>Das <em>Lied \u00fcber schw\u00e4bische Stra\u00dfen<\/em>, das der ungl\u00fcckliche Rossknecht immerzu singt, ist eine Anspielung an ein Lied, das auch Menschen aus dem Rest Deutschlands kennen: \u201eUff dr schw\u00e4b\u2019sche Eisebahna\u201c. Da es im Mittelalter selbstredend keine Eisenbahnen gab, habe ich das Wegenetz genommen. Im Eisenbahn-Lied kommt allerdings ein Tier zu Tode, und das ist sehr gemein!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Buckelquader<\/em>: ganz typisch f\u00fcr hochmittelalterliche Burgen im deutschsprachigen S\u00fcdwesten<\/p>\n\n\n\n<p><em>Feindliche Blide<\/em>: \u201edie gr\u00f6\u00dfte und pr\u00e4ziseste unter den mittelalterlichen Belagerungsger\u00e4ten und eine Unterform des Katapults\u201c (Zitat Wikipedia, eingesehen am 24.12.2024)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gespr\u00e4ch der Wormser mit dem martialischen Schwaben<\/em>: Dass Gunthers Einw\u00fcrfe praktisch substanzlos sind, nichts zum Gespr\u00e4ch beitragen und nur Zustimmung signalisieren, ist so beabsichtigt. Er \u00fcberl\u00e4sst Hagen die Gespr\u00e4chsf\u00fchrung, da diesem das Aufwiegeln und Hetzen viel besser liegt. Der Schwabe ist konzipiert als ein typischer Choleriker, und die wollen ohnehin nur Gespr\u00e4chspartner, die ihre Meinung teilen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201ef\u00fcr einen K\u00f6nig Gernot oder Gibich w\u00e4r er nicht der richtige. Er h\u00e4tte ihnen auch nicht dienen wollen\u201c<\/em>: Ich bin mir noch unschl\u00fcssig, ob ich diesen Satz so lassen soll. Im Epos ist Hagen seinen drei K\u00f6nigen Gunther, Gernot und Giselher treu \u2013 dass er hier Gernot nicht dienen wollte, ist vielleicht ein zu gro\u00dfer Widerspruch; andererseits ist es f\u00fcr die Figur auch m\u00fc\u00dfig, dar\u00fcber nachzudenken. Es ist gut m\u00f6glich, dass ich diesen Satz sp\u00e4ter noch \u00e4ndere.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bergsporn am S\u00fcdrand der Schw\u00e4bischen Alb:<\/em> Manche haben gewiss erkannt, dass ich hier deutlich auf die Heuneburg anspiele. F\u00fcr diejenigen, die sie nicht kennen: Die Heuneburg war ein keltisches Machtzentrum. Die dortige Goldschmiedekunst lag auf h\u00f6chstem Niveau; die wei\u00df get\u00fcnchte Lehmziegelmauer nach ph\u00f6nizischem Vorbild ist einmalig in Nordeuropa. Die Heuneburg gilt sogar als die \u00e4lteste Stadt Mitteleuropas. Nach ihrer Zerst\u00f6rung im Jahre 450 v. Chr. wurde sie nicht wiederaufgebaut. Sie wird heutzutage h\u00e4ufig als die vom griechischen Geschichtsschreiber Herodot erw\u00e4hnte Stadt Pyrene identifiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Herodot im Hochmittelalter bekannt war, m\u00fcsste ich nachschauen, ist aber f\u00fcr diese Szene egal, da ich der Anspielung halber Gunthers Kenntnisse \u00fcber den antiken Chronisten voraussetze. Ob das Areal im Hochmittelalter bewaldet war und somit die Wormser daran gehindert h\u00e4tte, hier ihr Lager aufzuschlagen, wei\u00df ich auch nicht \u2013 aber dar\u00fcber h\u00e4tte ich mich ebenfalls hinweggesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum es mir so wichtig war, die Figuren gerade auf dem Areal der einstigen Keltensiedlung wirken zu lassen: Der Bergsporn mit der Ausgrabungsst\u00e4tte, einem Freilichtmuseum und seiner gro\u00dfen \u00e4rchaologischen Bedeutung geh\u00f6rt zur Gemeinde Herbertingen-Hundersingen. Und wer lebt auch in Herbertingen?! Eure Lili Vogel!<br>Darum wollte ich die Wormser einfach mal \u201ebei mir zuhause\u201c auftreten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Link zum Artikel \u00fcber das Buch \u00fcber die Keltenf\u00fcrstin sp\u00e4ter hier einf\u00fcgen<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der See, den Gunther als Teil der Sicht erw\u00e4hnt<\/em>, ist der Federsee.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hinter den Bergen liegt das ewige Rom und der Papst:<\/em> Der Burgunderk\u00f6nig Sigismund reiste zweimal nach Rom und sprach mit dem Papst. Dies war noch zu Lebzeiten seines Vaters Gundobad, Sigismund hatte wie vor ihm sein Onkel Godegisel den Rang des nachgeordneten K\u00f6nigs inne. Er konvertierte noch zu Lebzeiten seines Vaters vom Arianismus zum Katholizismus, wahrscheinlich nach der ersten R\u00fcckkehr aus Rom daheim in Burgund.<\/p>\n\n\n\n<p>(S. Avitus-Buch)<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Heere versuchen einander auszuweichen, dabei werden <em>Konstanz, Ulm und Altdorf<\/em> erw\u00e4hnt: Dies ist vielleicht ein eigenwilliges Itinerar f\u00fcr die Bewegungen des herzoglichen und des f\u00fcrstlichen Heers. Ich wollte jedoch die St\u00e4dte erw\u00e4hnen, die schon im Mittelalter von gro\u00dfer Bedeutung waren (und an denen ich selber auch gewesen bin. Ich kam n\u00e4mlich sonst nicht viel herum in der Welt). Konstanz als Bischofsstadt (und im Sp\u00e4tmittelalter, wie jeder wei\u00df, Konzilsort) und Ulm als Schauplatz zahlreicher Hoftage sind sch\u00f6ne Beispiele f\u00fcr schw\u00e4bische Zentralorte. Altdorf, das eng mit der Welfendynastie verbunden ist, nannte sich im 19. Jahrhundert in Weingarten um.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Abstimmung zwischen den beiden Herrschern \u00fcber den Ablauf des Begegnungszeremoniells<\/em>: Das habe ich mir nicht ausgedacht, das war wirklich so, die Zahl der Schritte inbegriffen. Im Mittelalter hatten Rituale den Zweck, Rechtsakte und wie hier Herrschertreffen nicht nur zu begleiten, sondern waren unverzichtbarer Bestandteil, um einem Rechtsakt, einer K\u00f6nigswahl usw. Legitimit\u00e4t zu verleihen. In der weitgehend schriftlosen Gesellschaft hatten die Rituale zur rechts<em>be<\/em>zeugenden auch rechts<em>er<\/em>zeugende Wirkung. Dies ging so weit, dass ein falsch durchgef\u00fchrtes Ritual (z. B. eine Kr\u00f6nung mit den richtigen Insignien, aber nicht am angestammten Kr\u00f6nungsort oder andersherum) dazu f\u00fchren konnte, dass der gesamte Rechtsakt von bestimmten Parteien als nichtig angesehen wurde. Vgl. hierzu das gro\u00dfartige Buch \u201eRituale der Macht\u201c von Gerd Althoff, und f\u00fcr die Neuzeit das ebenso gro\u00dfartige Buch \u201eDes Kaisers alte Kleider\u201c von Barbara Stollberg-Rilinger.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dass Hagen behauptet, er habe sich verh\u00f6rt, da die Boten nicht in echt solch eine dreiste Forderung stellen k\u00f6nnten,<\/em> ist inspiriert von einer Bismarck-Anekdote mit den Franzosen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Den schlimmsten Schicksalsschlag im Leben einer Frau, den Tod des Gatten<\/em>: Ich lasse hier nur das Patriarchat sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>H\u00f6fischheit<\/em>: Das mittelhochdeutsche <em>h\u00f6vescheit<\/em> bezeichnet noch weit mehr als unser heutiges Wort H\u00f6flichkeit umfasst. Mit <em>H\u00f6vescheit <\/em>ist ein ganzes Geflecht von Tugenden und Verhaltensweisen abgedeckt, die zusammen den h\u00f6fischen Lebensstil bilden sollen. Darin sind Heiterkeit enthalten und edle Sitten, usw.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr seid nur alle Schachfiguren Dieses Kapitel hat fast 5000 W\u00f6rter, also wieder ein langes. Es ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Nach dem ersten Abschnitt findet ein Perspektivwechsel von Gunther auf Hagen statt.Am Ende stehen wieder Anmerkungen. Nach vier Tagen schon brachen sie auf. Ein F\u00fcnftel der burgundischen Ritterschaft zog mit ihnen ins Schwabenland. 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