{"id":157,"date":"2017-12-12T15:57:05","date_gmt":"2017-12-12T14:57:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/?p=157"},"modified":"2017-12-12T15:57:05","modified_gmt":"2017-12-12T14:57:05","slug":"ich-war-papagei-des-kaisers","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lili-vogel.de\/wordpress\/2017\/12\/12\/ich-war-papagei-des-kaisers\/","title":{"rendered":"Ich war Papagei des Kaisers"},"content":{"rendered":"<h2>Die Lebenserinnerungen des Schwarzk\u00f6pfchens von Kaiser Johann<\/h2>\n<p><strong>Ein aarenl\u00e4ndischer Bestseller<\/strong><\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich euch ein Buch vorstellen, das seinerzeit sogar den aarenl\u00e4ndischen Bestseller &#8222;Gedanken und Erinnerungen und R\u00fccktrittsgesuche&#8220; von Kanzler Fidelius von Eisenbiss vom ersten Platz der Bestsellerlisten gesto\u00dfen hat.<\/p>\n<p>In &#8222;Ich war Papagei des Kaisers&#8220; schildert Schwarzk\u00f6pfchen Friedrich der Sch\u00f6ne seine Erlebnisse am aarenl\u00e4ndischen Kaiserhof. Als Obersthofpapagei residierte er in einem pr\u00e4chtigen Vogelbauer im kaiserlichen Wohnzimmer. Immer wieder durfte er auch anderen R\u00e4umen einen Besuch abstatten. Er war Teilnehmer an der gro\u00dfen Antrocuna-Konferenz und Augenzeuge so manchen Streitgespr\u00e4chs zwischen Kaiser und Kanzler. Es hei\u00dft, seine enthusiastischen Zwischenrufe h\u00e4tten ma\u00dfgeblich zur raschen Einigung beim Donnerhaller Kongress beigetragen (angeblich habe der isolanische Premier sogar ausgerufen: &#8222;Ich sage Ja zu allem, wenn ich nur endlich diesem schreienden Vogel entkomme!&#8220;).<\/p>\n<p>Weniger bekannt ist Friedrichs Beitrag zur Einf\u00fchrung der ikonischen Adlerhelme des Garderegiments: Tats\u00e4chlich hat f\u00fcr den auf dem Helm thronenden Adler eben kein m\u00e4chtiger Raubvogel Modell gestanden, sondern Friedrich! Nur er war im Stande, in seiner Pose Grazie, Anmut und Glorie zu vereinen, wie man es von einem Wappentier erwartet. Erst im Nachhinein versah der Bildhauer die Skulptur mit den typischen Merkmalen eines Adlers. Als man zur Enth\u00fcllung des ersten neuen Adlerhelms auch Friedrich und seine Gattin Elisabeth einlud, erschreckten sich beide so sehr an der Skulptur, dass sie sich in eine K\u00e4figecke fl\u00fcchteten und sich erst wieder beruhigten, als man sie in ein anderes Zimmer trug.<\/p>\n<p>Auch Friedrichs technischen und ballistischen Forschungen ist ein ganzes Kapitel seiner Autobiographie gewidmet. Er berechnete mit Vorliebe Flugkurven von K\u00f6rnern und stellte Studien zur Schwerkraft an. Wie alle flugf\u00e4higen V\u00f6gel war das Konzept des Fallens und anschlie\u00dfenden Liegenbleibens von Gegenst\u00e4nden f\u00fcr ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Um es mit seinen Worten zu sagen: &#8222;Warum fliegt die Wassersch\u00fcssel nicht einfach wieder hoch, nachdem ich sie heruntergeworfen habe?&#8220; Nach zehnj\u00e4hriger Forschung kam er zum Schluss, dass manche Dinge, wie z. B. Beeren, K\u00f6rnerschalen und Zweigst\u00fccke, zu faul zum Fliegen sind, Sch\u00fcsseln dagegen verl\u00e4sslich von Dienern oder gar dem Kaiser pers\u00f6nlich wieder aufgehoben und an ihren angestammten Platz geh\u00e4ngt werden. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse werden wohl noch viele Vogelgenerationen lang ihre G\u00fcltigkeit behalten, und wenn in zweihundert Jahren die V\u00f6gel die Schwerkraft entdecken und als Resultat dessen die Weltherrschaft \u00fcbernehmen, wird man stets daran erinnern, dass es Friedrich gewesen ist, der diese m\u00e4chtigen Ver\u00e4nderungen erm\u00f6glicht hat! (Denn dass eine Weltherrschaft der Unzertrennlichen, zu englisch\/isolanisch &#8222;Lovebirds&#8220;, nur Segen und Liebe bringen wird, ist selbstverst\u00e4ndlich.)<\/p>\n<p>Legend\u00e4r war auch Friedrichs Musikgeschmack. Er und seine Gattin Elisabeth waren, ganz wie es sich f\u00fcr Hofw\u00fcrdentr\u00e4ger geh\u00f6rt, stets h\u00f6fliche Zuh\u00f6rer bei jeder musikalischen Darbietung. Absolut begeistert waren sie jedoch von Triangeln und pfeifenden Dienstm\u00e4dchen. Dann sangen sie aus voller Kehle mit und scheuten keinerlei Dissonanz. (Man munkelt, die huwelreichische Kaiserin Valerie habe sich bei einem Besuch am Donnerhaller Hof wegen der musizierenden Obersthofpapageien einen Tinnitus geholt. Aber Johann konterte einen derartigen Vorwurf des huwelreichischen Gesandten lapidar mit: &#8222;Die Valerie bekommt sogar von fallenden Schneeflocken einen H\u00f6rsturz!&#8220;)<\/p>\n<p>Auch mit bedeutenden Regierungsaufgaben wurde das Obersthofpapageienp\u00e4rchen betraut, so \u00fcbergab Johann ihnen die Aufgabe, wichtige Dokumente, die in keine anderen H\u00e4nde gelangen durften, zu \u00a0entsorgen. Federf\u00fchrend war hierbei Papageiin Elisabeth, die mit vorbildhafter Hingabe alle Dokumente zernagte. Eisenbiss schlug Johann einmal vor, er solle die Dokumente doch lieber verbrennen statt sie zerrei\u00dfen zu lassen, aber Johann erwiderte, seine V\u00f6gel seien v\u00f6llig vertrauensw\u00fcrdig, und au\u00dferdem k\u00f6nnten sie weder sprechen noch lesen, also bleibe alles streng geheim.<br \/>\n&#8222;Und was ist mit den Bediensteten, die den K\u00e4fig s\u00e4ubern?&#8220;, fragte Eisenbiss. &#8222;Die k\u00f6nnten doch die Schnipsel aus Sand und K\u00f6rnerschalen extrahieren, wieder zusammensetzen und an unsere Nachbarl\u00e4nder weiterleiten.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ach&#8220;, sagte Johann, &#8222;das f\u00fcrchte ich nicht. In diesem K\u00e4figboden w\u00fchlt keiner herum, und w\u00e4re er ein noch so z\u00e4her Spitzel!&#8220;<\/p>\n<p>Jeden Abend verabschiedete sich Johann von seinen V\u00f6geln und gab ihnen noch jeweils einen Sonnenblumenkern. Dabei sagte er immer: &#8222;Gell, ihr zwei, ihr bleibt mir noch lange erhalten!&#8220; Die Schwarzk\u00f6pfchen haben immer dazu genickt.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit der Schriftstellerin Juliana Loca hat Friedrich seine Erinnerungen festgehalten. Da er nicht schreiben kann, konnten keine signierten Exemplare verkauft werden. Stattdessen hatten Leser die M\u00f6glichkeit, eines von tausend Exemplaren mit einer echten Feder von Friedrich oder Elisabeth zu erwerben. Beide haben t\u00e4glich daf\u00fcr Federn gespendet. Der Erl\u00f6s aus dem Verkauf der gefiederten B\u00fccher ging an den Verein zur F\u00f6rderung gl\u00fccklicher Tiere.<\/p>\n<p>Von der Presse wurde das Buch einstimmig gefeiert. Der Donnerhaller Heerrufer erkl\u00e4rte das Buch &#8222;zum bedeutendsten Zeitdokument unserer Generation&#8220;, die Gutensaater Spatzenpost schrieb &#8222;dieses Buch wird noch in zweihundert Jahren von Historikern herangezogen werden&#8220; und der sozialistische Auf geht&#8217;s jubelte: &#8222;Ein Papagei macht Weltgeschichte!&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lebenserinnerungen des Schwarzk\u00f6pfchens von Kaiser Johann Ein aarenl\u00e4ndischer Bestseller An dieser Stelle m\u00f6chte ich euch ein Buch vorstellen, das seinerzeit sogar den aarenl\u00e4ndischen Bestseller &#8222;Gedanken und Erinnerungen und R\u00fccktrittsgesuche&#8220; von Kanzler Fidelius von Eisenbiss vom ersten Platz der Bestsellerlisten gesto\u00dfen hat. 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