Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich eine mysteriöse Krankheit

2019 war ich drei Wochen lang krank. Am 26. November ging ich gesund zu Bett und wachte am 26. November krank auf. (Nein, das ist kein Fehler im Datum …) Husten, Fieber, Rachenentzündung, Erschöpfung waren alle dabei. Die ersten Tage war der Husten so stark, dass er mich drei Nächte am Stück nicht schlafen ließ. Auch tagsüber konnte ich nichts mehr machen, nur im Bett liegen und, wenn überhaupt, Youtube-Filmchen schauen. Sobald ich einmal auf war und hin und her ging, war ich schon wieder fertig wie nach riesiger körperlicher Anstrengung.

Später kam dann noch was mit den Bronchien oder so dazu, sodass ich nicht einmal mehr reden konnte.

Meine Mum sagte, sie habe in ihrem ganzen Leben noch nie solch eine Krankheit gesehen (und sie ist Mutter von dreien), und selbst die alten Schwaben in meiner Verwandtschaft verzichteten darauf, mit den üblichen Sprüchen à la „Du bist eben nicht hart und zäh wie ich“ aufzuwarten. Das will was heißen!

Aus Angst, dass ich meine Schwarzköpfchen anstecken könnte, ließ ich sie dann zwei Wochen lang von meiner Mum versorgen. Das hat sie sehr gut gemacht; wohl niemand sonst hätte es vermocht, meinen höchst pedantischen Anweisungen beim Köpfchenversorgen Folge zu leisten und sie derart korrekt zu erfüllen, dass ich zufrieden war. Nach zwei Wochen, als es mir etwas besser ging, machte ich es wieder selber. Aber meine Sorge, die Kopfis anzustecken, war immer noch riesig – da kam meiner Mum die Idee, dass ich einen Mundschutz tragen könnte. Maske, im Dezember 2019.
Und das habe ich dann natürlich gemacht. Andere mögen sagen, das sei lächerlich – ich als Köpfchenherrin Köpfchenbedienstete war stolz darauf! Das zeigt, wie sehr ich sie liebhabe.

Irgendwann war ich dann beim Arzt, und der sagte, dass ein solch aggressiver Husten zur Zeit herumginge. Aha.
Ich fragte ihn auch, ob ich meine Haustiere anstecken könnte. Da war er amüsiert und versicherte mir, dass die Viren nicht solch unterschiedliche Arten heimsuchen. Zum Glück! Entwarnung für die Köpfchen.

Das alles geschah im November/Dezember 2019.
Nun gibt es diverse Forschergruppen, die den Ausbruch des SARS-CoV-2 irgendwann zwischen September und Dezember veranschlagen.
Insofern wäre es also nicht unmöglich, dass ich schon 2019 Corona hatte. Oder? Aber sicher wissen kann man’s freilich nicht.

(Auch wenn die Theorie von den ansteckenden Oberflächen inzwischen überholt ist: Dass ich mir 2019 immer Füller aus China schicken ließ, infolgedessen bei mir immer dutzende kleine niedliche graue Päckchen landeten, führte im Januar oder Februar natürlich dazu, dass mir die typischen harten Schwaben scherzhaft den unabsichtlichen Virus-Import unterstellten …)