21. März 2020

Eins vorneweg:
Mir ist es ein Anliegen, allen, denen es jetzt schlecht geht, die krank sind, sich für andere einsetzen, arbeiten, regieren, die um ihre Existenz bangen müssen, denen Ansteckung oder Ruin droht, und besonders jenen, die schon von uns gegangen sind, durch meine Gedanken Respekt zu zollen, ganz gleich, wo sie wohnen, ganz gleich, wer sie sind.
Und wer sagt, das sei alles nur Hysterie, und die Bedrohung sei eingebildet, dem würde ich entgegnen, wenn man mich fragte: Ich habe keine Ahnung von Medizin und maße mir kein Urteil an; die getroffenen Maßnahmen jedoch sind echt, nicht eingebildet, und es sind historische Zeiten. Historische Zeiten sind fast immer traurig.

Und an SK: Du machst das soooo super!!!

Falls einer/eine nun noch lesen möchte, wie es mir persönlich geht, dann lest weiter; über interessante Sachen weiß ich freilich nichts zu berichten. Es wird nur gejammert.

Ich habe keine Lust mehr, immer fröhlich zu tun, weder im Leben noch hier auf dem Blog. Ich habe Depressionen und heftigste Stimmungsschwankungen, vermutlich schon seit Jahren; sie werden manchmal schlimmer und manchmal schlechter. Dieses Jahr im Sommer waren die Depressionen sehr stark; ab November wurde es besser, und nun sind sie wieder zurückgekehrt.
Ich habe auch kein bisschen Glück; alles, was ich tue, misslingt, alles, wofür ich mich anstrenge, schlägt fehl, und für nichts bekomme ich Anerkennung von denen, die mich persönlich kennen. (Es gibt ganz wenige Ausnahmen.)

Die wenigen Leserinnen und Leser, die mir eine liebe E-Mail oder eine gute Rezension geschrieben haben, sind echte Lichtblicke, denen ich sehr, sehr dankbar bin!
Immer, wenn mir jemand etwas Nettes geschrieben hat, werde ich furchtbar aufgeregt, fange an zu zittern und kann es kaum glauben. Das ist soo lieb! Ich bin so verlegen, ich kann es kaum glauben, dass ich einmal etwas zustande gebracht habe, das jemandem ein bisschen Freude gemacht hat.


Andere Autorinnen haben mit ihren Büchern so viel Glück. Es gibt Autorinnen, die sogar dafür gelobt werden, wenn sie beschlossen haben, eine Hauptfigur zu schreiben, die blond ist! (Weil das angeblich so selten vorkomme, ist das erwähnenswert. Diversity Note 1*, oder wie?)
Andere Verwandte/Bekannte werden für jeden Unsinn beklatscht; wenn sie nur einmal einen historischen Roman gelesen haben, halten sie sich selber für Geschichtsexperten, und die anderen stimmen ihnen noch darin zu und bewundern sie für ihre Bildung.
Hallo!!! Ich besitze 170 Papierbücher über das deutsche Mittelalter, NICHT eingerechnet die Kohlhammers und die C.H.Becks, NICHT eingerechnet die eBooks und die Bücher über das französische, englische und ungarische MA! Die Bücher über die Neuzeit habe ich noch gar nicht gezählt, aber es werden nicht weniger sein. Doch wann immer ich einmal etwas zum Gespräch beitrage, heißt es gleich: „Das ist doch unwichtig!“ Oder mir wird von denen widersprochen, die doch keine Ahnung haben, denn historische Romane sind wirklich nicht geeignet, um Menschen etwas über Geschichte zu lehren. (Ja, auf meinem Blog-Banner steht „Historische Romane“. Das werde ich irgendwann ändern. Allerdings sind meine Bücher Alternative historische Romane, bzw. eigentlich genrelos, da sie nur von der Geschichte inspiriert sind und in einer ganz eigenen Welt spielen. Eigentlich sollte ich auf das Banner: „Fanfiction zu Worms, Wagner, den Hohenzollern und Habsburgern“ schreiben.)

Als normaler Mensch kann man es meist wahrnehmen, wenn das Gegenüber gelobt werden möchte; genauso, wie man auch wahrnehmen kann, wenn das Gegenüber unsere Leistungen, Interessen, Gefühle und Gesprächsbeiträge nur heruntermachen möchte. Von MIR wird erwartet, dass ich andere Leute für den Beginn einer Diät lobe, und ich selber wiege 45 Kilo bei 1,63 m! Manchmal auch 44 kg, und manchmal auch 46. Untergewicht ist es so oder so, sagt der BMI. (Aber wenn ich gerade Lust habe, fresse ich eine halbe Packung Chips ohne schlechtes Gewissen. Schließlich verbraucht das Gehirn ca. ein Viertel der Energie. Dann muss man eben etwas mehr DENKEN, und die Kalorien gehen wieder weg.)

Wenn ich mit Menschen rede, verteilen sich die Gesprächszeiten wie folgt:
Der/Die andere: 90%
Ich: 10%
Und ich traue mich einfach nicht, Leute zu unterbrechen. Da sträubt sich alles dagegen. Andere machen das aber ständig; und wenn ich doch einmal unterbreche, heißt es gleich: „Lass mich ausreden!“

Ja, ich werde dauernd niedergemacht und missachtet. Gleichzeitig soll ich immer brav Anerkennung spenden, mich belehren lassen und staunend alles anhören.

Ich will nicht mehr.

Danke fürs Lesen.

Meine blöden Romane pausieren übrigens gerade.

Und tschüss.